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Nitratwerte im Münsterland zu hoch!

Gülleeinbringung Hauptursache für Verfall der Trinkwasserqualität

Gescher (wdr). An 18 Messstellen im Münsterland wurde der Grenzwert für Nitrat im vergangenen Jahr (2018) überschritten, an vielen Stellen sogar deutlich. Besonders belastet ist das Grundwasser in Sendenhorst. Statt der erlaubten 50 Milligramm pro Liter liegt der gemessene Wert bei mehr als 150 mg/l. In Gescher, Messstelle Tungerloh HS 86, wurde ein Wert von 20,8069 gemessen. Darüber berichtet jetzt der wdr. Hier einige Messstellen (Auszug):

  • Gescher: 20,806
    Coesfeld: 48,697
    Bocholt: 57,500
    Billerbeck: 66,405
    Ahaus: 92,967

In Gescher gibt es mehrere Messstellen. Eine weitere befindet sich  in Pröbsting unweit des Pendler-Parkplatzes A 31 auf einer Ackergrasfläche. Der höchste Nitratwert wurde hier 2012 mit 169 Milligramm/Liter gemessen.

Seitdem ist die Tendenz fallend, 2017 wurde der Grenzwert von 50 Milligramm erstmals seit Jahren wieder deutlich unterschritten. Der stellvertr. Ortsvorsitzende  Heinz Lanfer glaubt lt. GZ nicht an Gülle aus der Landwirtschaft als Ursache sondern sieht Folgen eines Grünlandumbruchs im Jahr 2006.

Auch die Kreise, die Hausbrunnen teilweise jährlich beproben lassen, kommen zu ähnlichen Ergebnissen. Vergeichsweise hoch sind die Werte im Kreis Borken. Beispielsweise wird in Heiden der Grenzwert bei mehr als 40 Prozent der Hausbrunnen überschritten, teilweise sogar um das Vierfache.

Viele Hausbrunnen im Kreis Borken müßten stillgelegt werden. Eine rechtliche Handhabe gibt es dafür bisher nicht.

Die Kreise aber sehen bisher keine rechtliche Handhabe, derart stark belastete Brunnen still zu legen. Sie raten betroffenen Bürgern dringend, das Brunnenwasser nicht zu trinken.

Hauptursache für die hohen Werte ist die Düngung in der Landwirtschaft, stellt der wdr fest.  Mit einem Güllewagen wird auf einem Getreideacker organischer Dünger ausgebracht.  Die hohen Werte könnten sich mittelfristig negativ auf das Trinkwasser auswirken, das größtenteils aus Grundwasser gewonnen wird. Damit das nicht passiert, gibt es vielerorts Abmachungen der Wasserwerke mit den Bauern der Region. Für Abhilfe soll außerdem vor allem die neue Düngeverordnung sorgen.

*Text: wdr – Foto: gartengesellschaft GmbH

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