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Über die Scheinheiligkeit von „Grünen Kreuzen“

Bauernprotest gegen Agrarpaket "Natur- und Tierschutz"

Gescher (fjk). Die Regierung hat vor wenigen Tagen Änderungen in der Landwirtschaft auf den Weg gebracht. Das Agrarpaket. Maßnahmen für  Insektenschutz und Tierschutz. Das Echo war wie erwartet unterschiedlich. Natur- und Umweltschützern geht das Paket nicht weit genug, die Bauern protestieren.. auch wie zu erwarten. Schließlich soll Glyphosat endgültig verboten werden.  Mit „Grünen Kreuzen“ in ganz Deutschland will man diesem Protest Nachdruck verleihen. In Gescher ist der Agraraktivist Andreas Heumer der erste, der ein solches grünes Kreuz aufstellt.

„In vielen landwirtschaftlichen Betrieben geht die Angst um, dass mit dem Agrarpaket die Produktion auf dem Acker und im Stall erschwert und in Einzelfällen nahezu unmöglich gemacht wird. Die Maßnahmen greifen massiv in die Eigentumswerte von  Landwirten ein. Einzelne Flächen werden wertlos und können nicht mehr der für die Nahrungsmittelproduktion genutzt werden. Die Folge: Lebensmittel werden aus dem Ausland importiert, ohne Rücksicht darauf, wie sie dort erzeugt wurden.“ Das könne nicht im Sinne der Verbraucher sein. „Die zahlreichen Verbote führen dazu, dass die Erträge sinken. Die Versorgung der heimischen Bevölkerung mit regionalen Produkten ist gefährdet.“ (Quelle: Bauer Willi)

Eine Gruppe von  engagierten Landwirten möchte mit dem Aufstellen der grünen Kreuze auf das jetzt -nach ihrer Meinung-  massiv einsetzende Höfesterben bei kleinen und mittleren Familienbetrieben aufmerksam machen. In Tungerloh-Pröbsting, bei Schweinemäster Heumer,  steht  das erste „Grüne Kreuz“

Franz-Josef Kunst

meint: Die Symbolik „Kreuz“ und „Grün“, um Maßnahmen für Natur- und Tierschutz abzuwehren, ist eine unerträgliche Provokation. Grün steht für mich für Natur, und das Kreuz für eine christliche Ethik. Mit beidem haben Agraraktivisten wie der Pröbstinger Andreas Heumer „nix am Hut“ Ihnen geht es nur um eines, die Aufrechterhaltung des jetzigen Systems und um Gewinnmaximierung. Natur- und Tierschutz stehen dem verständlicherweise  im Wege. 

Der Massentierhalter Heumer hat wohl kaum die Autorität, mit Höfesterben und Ernteeinbußen zu drohen. Ist Heumer der bessere Landwirt? Ein Blick in seine Schweinemast beantwortet diese Frage schlagartig. Wir haben seit Jahrzehnten das beklagte Höfesterben. Die Ursache ist klar: Eine verfehlte Agrarpolitik.

Leute wie Röring, Rukwied und Klöckner sind Architekten dieser Entwicklung, die viele Verlierer aber auch einige Gewinner hervorbringt. Als einer der Top-Subventionskassierer unter Geschers Bauern zählt Heumer wahrlich nicht zu den Verlierern. Das das so bleibt.. dafür steht jetzt ein „Grünes Kreuz“ vor seinem Acker. Traurig. 

21 Kommentare zu Über die Scheinheiligkeit von „Grünen Kreuzen“

  1. Die Kommentarspalte wurde geschlossen. Alle wesentlichen Argumente sind nach unserer Meinung ausgetauscht.

  2. Andreas Heumer // 15. September 2019 um 04:16 //

    @ Bauer Willi
    Ich lade Sie herzlich nach Gescher ein, um mal hier ein verunkrautetes Feld mit dem gefährlichen Stechapfel zu filmen. Es würde der Diskussion gut tun, wenn man nicht nur die Risiken des chemischen Pflanzenschutzes beleuchtet, sondern auch das Risiko von Pflanzengiften und giftigen Pflanzen erklärt. Natürlich alles sachlich und ohne Ängste zu schüren.

    @ Antonius
    Ich finde es richtig chemische Pflanzenschutzmittel kritisch zu begutachten und Skepsis schütz uns auch. Ich wundere mich auch manchmal was diese Mittel alles so können – im Positiven wie im Negativen.

    Es darf in der Diskussion aber nicht vergessen werden, warum wir chemischen Pflanzenschutz machen. Ob Sie es glauben wollen oder nicht – die Alternative ist Hunger.
    https://www.youtube.com/watch?v=RhX07lVoNfg
    Antonius, bitte geben Sie eine Rückmeldung ob Sie sich das Video auch ganz angeschaut haben. Ich habe nämlich die Schnauze voll von Menschen, die sich immer nur oberflächlich informieren und nur Überschriften lesen. Bei Ihnen habe ich die Hoffnung noch nicht verloren…
    Es ist auch nicht richtig, dass wir „Ackergifte auf die Felder kippen“. Die Technik ist heute so weit, dass wir mit Beratern diskutieren, ob wir bei einem Herbizid 30 oder 35 Gramm pro Hektar (10000qm) einsetzen.

    @Brigitte
    Sie äußern sich ja häufig hier zur Landwirtschaft. Was meinen sie unten mit der „Meinungsfreiheit“? Gilt die nicht für Bauern? Sind grüne Kreuze keine Meinungsäußerung?

  3. Bauer Willi // 14. September 2019 um 19:47 //

    Darf ich höflich fragen, woher Sie Ihre Kenntnisse haben? Interessiert mich, weil ich auch Bauer bin.

  4. @Andreas
    Völlige Verdrehung der Tatsachen, Bauernlobby vom feinsten. Dort wird natürlich alles als „grün“ dargestellt was man so an Chemie benutzt, aber gut.

    Nun noch soviel, Sie schreiben:
    „Bauern stellen keine Pestizide her noch haben wir Einfluss auf die Zulassung. Für uns sind Pestizide Kostenfaktoren und Mittel die nach Beratung und Sachkundenachweis eingesetzt werden.“
    Zu Schreiben Bauern stellen keine Pestizide her, sondern kippen nur drauf ist ja lächerlich. Also Sie kippen und sprühen aufs Feld was das Gesetz so maximal her gibt und dann noch das Billigste wahrscheinlich. War oben nur natürlich schöner von Ihnen formuliert 🙂

  5. Brigitte B. // 14. September 2019 um 10:05 //

    Ich glaube, das grundsätzliche Problem unserer Gesellschaft liegt in dem immer höher, weiter, schneller, mehr.
    Wir alle wissen, dass wir mit der Zukunft unserer Kinder spielen, sei es, weil Landwirtschaft in großen Teilen industriell betrieben wird, die Automobilindustrie immer fettere Boliden baut, wir immer öfter fliegen (Beispiele).
    Dass unser Wohlstand auf den Schultern der sogenannten Drittländer aufgebaut ist, weiß auch jeder.

    Ich glaube, wenn wir uns nicht bald rückbesinnen auf einen gemäßigteren Lebensstandard, mit weniger Fleisch, weniger Individualverkehr, weniger von Kindern produzierte billige Textilien usw.; wenn wir nicht mehr die Großkonzerne bedienen, die uns immer neue Bedürfnisse einzutrichtern versuchen, dann könnten wir noch eine Chance haben, weiter auf einem „grünen“ Planeten leben zu können.

    Ich glaube auch nicht, dass ein Bauer Spaß daran hat, mit Atemschutzmaske Chemikalien auf seine Felder auszubringen oder den Schweinestall nur gut desinfiziert betreten zu können.
    Ich bin alt genug, um mich an die Freuden meiner Kindheit bei Heu-Einfahren oder Schweine-Streicheln zu erinnern.

    Ich könnte noch viel mehr schreiben, über verfehlte Verteilung der EU-Subventionen, über das Kaputtmachen der Landwirtschaft z.B. in Afrika durch Exporte, über das Vernichten vieler der produzierten Lebensmittel (also Überproduktionen), die Monokulturen mit Mais, aber ein jeder muß sich nun selber an die Nase fassen und überlegen, ob er Fleisch von verrückten Tieren essen will oder mit Chemie produziertes Gemüse/Obst.

    Ganz daneben finde ich in diesem hier stattfindenden Meinungsaustausch allerdings die Beschimpfungen, das Abstreiten der Ursache des Klimaschwundes und das Absprechen von Meinungsfreiheit.

  6. Andreas Heumer // 14. September 2019 um 10:02 //

    @gescheraner Landwirt

    Ich glaube nicht, dass das eine „Scheindebatte“ ist, denn unser Hauptkonkurrent ist die Automobilindustrie die Autos bauen und exportieren wollen. Eine Abschaffung der heimischen Landwirtschaft würde das Geschäft beflügeln, weil dann, wie beim Mercosur-Abkommen, Autos gegen Rindfleisch getauscht wird https://www.topagrar.com/markt/news/autos-gegen-agrar-opfert-bruessel-die-bauern-11812906.html

    Die wahren Richtungsentscheidungen werden nicht in Talkshows oder im Bundestag verhandelt, sondern im Hinterzimmer wo Großindustrie auf echte politischen Entscheidungsträger treffen.
    Was und wie wir hier diskutieren, ist lachhaft. Konzerne verfügen über sehr viel Geld um Umweltverbände oder Medien ruhig zu stellen.
    Dies jetzt bitte nicht falsch verstehen – wir brauchen Großkonzerne die viel Geld für Forschung und Entwicklung haben um z.B. neue Mittel gegen Antibiotikaresistenzen entwickeln. Nur tun sie es derzeit nicht, weil nicht rentabel.
    Wenn Bundesminister Jens Spahn hier mitliest, so hat er große Aufgaben vor sich. Denn die Medikamente die wir brauchen werden fast ausschließlich in Indien und China hergestellt. Damit ist Deutschland erpressbar.

    Also fassen wir zusammen:
    Pharmaindustrie schon verlagert
    Kohle abgeschafft
    Kernenergie abgeschafft
    Landwirtschaft wird abgeschafft

    Import:
    US Frackinggas
    Verunreinigte chinesische Erdbeeren (über 1000 Kinder krank)
    Verunreinigte chinesischer Blutdrucksenker
    Solarmodule aus China
    Windkraftanlagen aus Dänemark
    u.v.m.

    Vertritt die Politik hier unsere Interessen?

    (In eigener Sache: Es wundert mich, dass offenkundig Herr Kunst einen Blick in unsere Ställe geworfen hat. Ich habe und ich werde niemals den Anspruch erheben, ein „besserer Bauer“ zu sein. Allein schon deshalb nicht, weil ich nicht weiß was andere machen. Jeder guter Staatsbürger hält die Gesetze und Verordnungen ein, Punkt.

    Große Stallbaufirmen bieten heute schon Fertigställe mit Auslauf und doppeltem Platzangebot an. Man ist sehr schnell damit, Verbraucherwünschen nachzukommen. Es gab sogar schon mal ein verlockendes Angebot eines Fleischriesen, für echte Wohlfühlställe mit viel Platz und Auslauf für 5 Jahre 2€ Festpreis pro kg Schlachtgewicht zu zahlen. Das Kontingent war schnell ausgeschöpft und an den Bauern scheitert es nicht, das ökonomisch Machbare umzusetzen.

    Dies ist keine Ausrede sondern die Realität.)

  7. Gescheraner Landwirt // 13. September 2019 um 19:02 //

    Es ist doch eine Scheindebatte, die hier von leider Unwissenden, Mainstream geführten und Popolismus geprägten Mitmenschen geführt wird.
    Meiner Meinung nach gibt es für unsere Landwirtschaft zwei Möglichkeiten:

    Sollte das Basching gegenüber der Landwirtschaft so weitergehen und sich sogar noch verschärfen werden die meisten potentiellen Hochnachfolger sich abwenden und sich in der Wirtschaft einen anderen Job suchen, was zur Folge hätte das die meisten Bäuerlichen Familienbetriebe in Luft auf lösen. Flächen werden verpachtet und von „Konzernen“ bearbeitet. Ich sehe in Gescher dann auf Dauer noch eine Hand voll wirtschaftende Betriebe.

    Sollte die Politik es tatsächlich schaffen, sich von der Idiologie und vom Linksgrünen Mainstream in Richtung absolut wissenschaftlich sachlichen Entscheidungen zu verändern und damit ein Vertrauen in der Landwirtschaft zu schaffen das dann mit zukunftsorientierten und über Legislaturperioden hinweg sicheren Perspektiven überein geht, könnte es auch eine Zukunft für Gescheraner Familienbetieben geben.
    Zum Thema Biologischer Tierhaltung:
    Der Markt fordert momentan maximal 10-15% biologische Lebensmittel.
    Umstellungwillige Landwirte auch in Gescher haben zwei große Probleme:
    Eine Umstellung der Schweinehaltung oder der Milchproduktion scheitert am Markt. Der Biomarkt ist gesättigt. Somit bekommen die Betriebe die höheren Kosten für die Umstellung nicht bezahlt, da die Produkte zu konventionellen Preisen abgegeben werden müssen.
    Das zweite große Problem ist die Baugenehmigung der Stallungen für zusätzlichen Auslauf der Tiere. Das Emissionsschutzgesetz sieht dort große Probleme mit der Offenstallhaltung.

    Manche wohlhabende Verbraucher ändern ihre Essensgewohnheit hin zu mehr Bio/Vegan. Was sie aber dann machen ist weniger Fleisch/Milchprodukte zu verzehren, was den Bioabsatz natürlich nicht steigert.
    Mindestens 85% der deutschen Verbraucher aber verlangt weiterhin Konventionell. Wenn der deutsche Landwirt diese Lebensmittel nicht mehr erzeugt, werden diese aus anderen Ländern zu uns kommen. Aldi und Co werden dafür sorgen.
    Das wird eine Frage des Preises sein.

    Gruß von einem Bauern aus der Nachbarschaft

  8. Andreas Heumer // 13. September 2019 um 18:48 //

    @Antonius
    Bauern stellen keine Pestizide her noch haben wir Einfluss auf die Zulassung. Für uns sind Pestizide Kostenfaktoren und Mittel die nach Beratung und Sachkundenachweis eingesetzt werden. Landwirte fordern nur wissenschaftliche Entscheidungen und keine Bauchentscheidungen nach Stimmungslage.

    Es wurde erklärt, dass es keine Studie zum Nachweis über die Ursachen eines Insektenschwundes gibt. Richtig lesen. Es ist Ihr gutes Recht hier den Sündenbock bei uns zu suchen. Die Krefeld-Studie belegt aber was anderes. Aber geschenkt.

    Die Landwirtschaft hier im Kreis scheint recht robust zu sein. Es finden sich immer noch Leute die unsere Ernährung sichern wollen, weil das wohl ein interessanter Job zu sein scheint.
    Man entzieht dieser Generation nur die Fläche als Existenzgrundlage.
    Die jungen Leute sehen aus meiner Sicht nicht gewinngeil oder brunnenvergiftend aus:
    https://www.borkenerzeitung.de/lokales/kreisborken/Beliebter-Beruf-Bauer-mit-Bachelor-230137.html

    Ach so. Nur die Bösen haben ja ein Grünes Kreuz :-/
    Die ja vielleicht nicht.
    Man sollte denen deshalb eine Chance lassen.

  9. Also es gibt tatsächlich Bauern in Gescher die FÜR Glyphosat, Herbizide, Insektizide usw öffentlich stark machen! Vom Bienen und Insektensterben noch nix mitbekommen? Umweltbewusstsein? Nachhaltigkeit? Fehlanzeige!

    Da kauft man doch gerne beim/vom Bauern aus der Region lol

    Herr Kunst hat doch voll recht hier geht es um reine Gewinnmaximierung zu Lasten von Geschers Umwelt und den Tieren. Dies noch unter der Scheinheiligkeit eines Kreuzes zu stellen ist echt ein Witz, christlich ist es sicherlich nicht die Umwelt mit Chemie zu zerstören!

    Liebe ewig rückständige Bauern in Gescher, ihr seit wohl noch nicht im heute angekommen wenn euch Umweltbewusstsein und Nachhaltigkeit zugunsten von Gewinnmaximierung egal sind. Andere Höfe haben sich zukunftssicher neu ökologisch ausgerichtet. Das Agrarpaket wird zum Glück kommen und ihr müsst euch dann nach richten. Gerade bei denen die sich lautstark wehren, wird hoffentlich als erstes kontrolliert.

  10. @Frank Tietjen

    Die meisten -wenigen- hier vorgebrachten Argumente haben einen Wahrheitsgehalt in homöopathischer Dosierung. Als Beispiel darf ich die Behauptung des Herrn Tietjen anführen, es gebe keine Belege dafür, dass die Landwirtschaft für das Insektensterben verantwortlich sei. Wer sich vom Gegenteil überzeugen möchte… lies das hier:

    https://www.agrarheute.com/management/betriebsfuehrung/studie-landwirtschaft-verantwortlich-fuer-insektensterben-551626

  11. Andreas Heumer // 13. September 2019 um 16:21 //

    Es ist richtig, wenn zum Beispiel der NABU Kreuze aufstellen würde, um gegen die Landwirtschaft zu protestieren, kämen mir auch Gedanken wie „Scheinheiligkeit“, oder sogar der Vorwurf des „Missbrauchs christlicher Symbole“, kämen mir in den Sinn.

    Es gibt aber in der Abwägung pro oder contra „Grüner Kreuze“ zwei entscheidende Argumente die diese Aktion rechtfertigen. 1. Es gibt keine Alternative zum Kreuz (soll man einen Galgen aufstellen?) und zweitens, feiert die Kirche das Erntedankfest. Die Frage, wo in Zukunft geerntet und somit gedankt wird, ist zentral bei dieser Aktion (meine Meinung).

    Sich gegen einer Enteignung zu wehren, hat nichts mit Habgier zu tun, sondern hier wird der Rechtsstaat auf eine Probe bestellt.

    Die Aktion des Bauern Willi nimmt an Fahrt auf und die beiden Videos sind sehr aufschlussreich. Zumal im Plenarsaal unsere Abgeordnete Frau Schulte (SPD) und Herr Röring (CDU) zu sehen sind. Auf Körpersprache achten:
    https://www.bauerwilli.com/gruenekreuze-im-bundestag/

  12. Sie sind ein Bauernhasser – leben Sie sich woanders aus. Ich habe keine Lust mehr Sie satt zu machen !!

  13. Frank Tietjen // 13. September 2019 um 15:59 //

    Sehr geehrter fjk,
    Sie haben immer noch nichts verstanden.
    Ihre Beleidigungen und Diffamierungen gegen Herrn Heumer tun dem Ganzen absolut nichts zur Sache und haben in einem Artikel zur Sache nichts zu suchen. Vielmehr erweckt Ihr Gekritzel einfach nur den Eindruck, Sie nutzen das grüne Kreuz nur als Vorwand, Ihre persönliche Meinung über Herrn Heumer preiszugeben. Der Angriff auf Bauer Willi tut da sein Übriges und zeigt nur einmal mehr, dass Sie nicht Willens oder fähig sind zu den durch Sie selbst angesprochenen Themen zu recherchieren. Darum hier ein paar Stichpunkte:
    1.es gibt in Deutschland keine Studien zum Insektenschwund in Verbindung mit der Landwirtschaft.
    2.es versickern Deutschlandweit ca 4% der Abwässer ungeklärt. Das ist aber fast die doppelte Menge als es überhaupt Gülle in Deutschland gibt.
    3.in punkto Tierwohl und artgerechter Haltung sind wir weltweit unter den ersten 5.

    Warum also soll nur die Landwirtschaft bluten, solange weder Kanalisationen saniert werden, noch über Lichtverschmutzung und ausufernder Flächenversiegelung gesprochen wird? Warum sollen wir dulden, dass unsere in Generationen bewirtschafteten Flächen durch sinnlose Vorschriften wertlos werden? Warum sollen wir dulden, dass entgegen aller wissenschaftlichen Fakten nur nach Mainstream entschieden wird? Warum sollen wir dulden, dass man uns mit diesen Auflagen an den Rand des oder sogar in den Ruin treibt, während es keinen interessiert, unter welchen Bedingungen unsere Lebensmittel dann im Ausland produziert werden müssen?

  14. Bauer Willi // 13. September 2019 um 15:43 //

    Sehr geehrter Herr Kunst
    ein typpischer „ad-hominem“-Kommentar. Trotzdem will ich ihnen fachlich antworten. Was wir alle tun können, habe ich in einer Petition zusammengefasst:
    https://www.change.org/p/bundesumweltministerium-gemeinsam-f%C3%BCr-bienen-und-klima
    Wie Natur- und Artenschutz mit der Landwirtschaft gelingen kann, finden Sie in dem Papier des Bundesamt für Naturschutz, an dem ich mitgearbeitet habe. 4 Tage, die nicht vergnügungssteuerpflichtig waren, sondern harte Arbeit und Suche nach dem richtigen Weg. Den Link finden Sie hier: https://www.bfn.de/fileadmin/BfN/ina/Dokumente/Tagungsdoku/2018/2018-Vilm_11Punkte_final_clean.pdf
    Wenn Sie diese Papiere studiert haben, können wir gerne weiter diskutieren. Auf den Dialog freut sich
    Bauer Willi

  15. Christina Annelies // 13. September 2019 um 15:15 //

    Der NOZ-Journalist Dirk Fisser hat vor einigen Tagen Landwirte bei Facebook um Stellungnahmen zum Agrarpaket gebeten. An den sachlich begründeten Kommentaren kann man sehen, warum so viele Landwirte die Maßnahmen ablehnen. Es geht soweit, dass nicht wenige sagen, sie würden ihren Kindern nicht empfehlen, die Höfe zu übernehmen. https://www.facebook.com/dirk.fisser/posts/10212563062831578

    Zwei Beispiele aus dem Thread:

    „Mich enttäuscht, dass die Bundesregierung wissenschaftliche Erkenntnisse ignoriert, hier ein Twitter-Thread dazu: https://twitter.com/schillipaeppa/status/1169513878226636800
    Das Schlimme daran ist, dass mir da dauerhaft die Verlässlichkeit fehlt. Ich kann meinen Kindern nicht ernsthaft empfehlen, die Landwirtschaft weiter zu führen, wenn sie damit rechnen müssen, dauerhaft Spielball politischer Machtinteressen und Verhandlungsmasse zu sein. Eine Investition in den landwirtschaftlichen Betrieb wird für Jahrzehnte kalkuliert. Wenn ich alle fünf Jahre die Rahmenbedingungen so gravierend ändere, und zwar mehr oder weniger willkürlich (nach Mainstream, nicht nach Wissenschaft), dann funktioniert das alles nicht mehr. Das sieht man jetzt an den Kastenständen: Da gibt es Sauenställe, die sind sogar öffentlich gefördert worden, weil sie mal als besonders tierfreundlich galten, die müssen jetzt innerhalb weniger Jahre umgebaut werden. Das zermürbt. Auch ist dieses Insektensterben m.E. nicht gut wissenschaftlich abgesichert: Man weiß noch gar nicht, welche Ursachen in welchem Ausmaß für ein etwaiges Insektensterben verantwortlich sind, aber man macht schon mal was, und zwar Verbote. Warum statt dessen nicht weitere Anreize schaffen, zum Beispiel für extensive Weidehaltung? Dass Kuhfladen für Insekten wichtig sind, dürfte wenigstens hinreichend abgesichert sein.“

    „Was mich stört ist die fast kindlich naive Begründung des Verbots von Glyphosat. Frau Schulze will es aus Gründen des Insektenschutzes verbieten, weil es „alles tötet, was grün ist“. Durch das Verbot eines Herbizides, eines Mittels das nur auf Pflanzen wirkt, sollen Insekten geschützt werden.
    Die Landwirte werden nun aber vermehrt auf mechanische Bodenbearbeitung setzen und vermehrt pflügen, um ihre Flächen so für die neue Aussaat von Konkurrenzpflanzen zu befreien.
    Wenn man die Argumentation von Ministerin Schulze aber konsequent verfolgt, müsste auch das Pflügen verboten werden. Denn nach einer sauberen Pflugfurche bleibt auch nichts Grünes mehr auf dem Acker zurück.
    Darüber hinaus wird durch die intensivere Bodenbearbeitung der Humusabbau, Nitratauswaschung, Bodenerosion und der Dieselverbrauch verstärkt und das Bodenleben nachweislich geschädigt. Alles Dinge die Svenja Schulze und das BMU verringern bzw. verhindern wollen, werden gefördert und ignoriert
    Es ist erschreckend, mit welcher Ignoranz und mit welchem Populismus das BMU und seine Ministerin Agrarpolitik betreiben.
    Noch erschreckender, ist aber auch, dass sich das Bundeslandwirtschaftsministerium und die Ministerin Julia Klöckner sich diesem fachlichen Unsinn nicht widersetzen. Als Landwirt, der fachlich arguemtiert fühle ich mich freundlich gesagt verschaukelt.
    Wenn Svenja Schulze konsequent wäre und „alles, was Insekten hilft, fördern will und alles, was ihnen schadet, vermeiden will“, müsste sie aus fachlicher Sicht eigentlich gegen ein Glyphosatverbot sein. Vermehrte mechanische Bodenbearbeitung ist kein vermehrter Insektenschutz. Auch alle sich in der Erprobung befindenden anderen alternativen Methoden, wie Heiß Wasser oder Mikrowellen, sind in jedem Fall nicht insektenfreundlicher.“

  16. Verehrter „Bauer Willi“ – Zu Ihrer Äußerung „..die verbale Diffamierung einzelner Bauern mit Namensnennung zeigt, in welchem gesellschaftlichen Klima wir heute leben..“ muss ich richtigstellend etwas sagen. Als letztes worüber sich Herr Heumer beschweren wird, ist das sein Name genannt wurde. Durch seine öffentlichen und sehr medialen Agitationen steht Herr Heumer seit Jahren in der Öffentlichkeit, die er durchaus sucht. Ansonsten bin ich von den Einlassungen eines „Bauern Willi“ doch enttäuscht: Teils etwas platt naiv, teils falsch.. Was muss denn getan werden, damit das Insektensterben ein Ende hat? Das Trinkwasser wieder sauber wird? Das die Tiere mit Respekt vor der Schöpfung behandelt werden? Ich weiß jetzt wogegegen Sie sind, aber wofür sind Sie?

    Beste Grüße aus Gescher.
    fjk.

  17. Der Verfasser hat anscheinend wenig Kenne über die Probleme der gesamten Landwirtschaft. Herr Franz Josef Kunst mit seiner ideologischen Blindheit hat dafür einen persönlichen Feind in der Nachbarschaft, den er jetzt öffentlich mit Schlagwörtern diffamiert. Genau diese Menschen wie der Autor Franz josef Kunst sind die Propagandisten ,die uns Landwirte bekämpfen. Herr Kunst, ihre Deffinition von Kreuz liegt falsch. Bundesweit steht das Grüne Kreuz als Mahnkreuz gegen Ideologen mit Vorurteilen.

  18. Lieber Verfasser dieses Artikels, genau wegen Leuten wie Ihnen, die lediglich den aktuellen Mainstream weiterverbreiten, fern jedes Fachwissens und dem Bezug zur Realität für das Leben der Landwirte, stellen wir diese Kreuze auf! Schön, dass sich die Presse auf einen Sündenbock eingeschossen hat, hoffentlich kommt man nicht irgendwann dahinter, dass auch in eurer Druckerschwärze schädliche Umweltgifte sind. Denn dann müsste man vielleicht irgendwann auch diese geschreibe hier verbieten. Werdet ihr mit täglichen Mobbing konfrontiert? Sei es in den Medien, im Alltag und sogar in der Schule? Überdenke sie mal gründlich ihre Haltung, denn wir Bauern irgendwann nur noch Blümchen anbauen, um das Weltklima zu retten, bleibt euer Teller leer oder kommt dann ganz „klimafreundlich“ aus Übersee, wo man den Regenwald abholzt.

  19. Ralf pauelsen // 13. September 2019 um 13:59 //

    Es geht mir als bauer keinesfalls um die Aufrechterhaltung dieses Systems in der Landwirtschaft. Ganz im Gegenteil in den letzten 30 Jahren wurde unser system immer wieder verändert und damit verbessert. Es geht mir um Schutz der Umwelt und des Ökosystems und das endet nicht an Landes Grenzen. Erhöhte Auflagen und damit die Produktion zum erliegen bringen ,gleichzeitig Produkte einführen deren ökopunkt bei weitem nicht an unsere Standards herankommt ist Augenwischerei. Gleiche Bedingungen für gleiche Produkte. Und he das kann von mir aus auch für alles andere gelten nicht nur für die aggrar Branche. Oh und noch mer Subventionen brauche ich nicht . Es würde mir reichen den Preis für mein Produkt selber zu bestimmen

  20. Anne-Katrin Hansen // 13. September 2019 um 13:57 //

    Hier hat mal wieder jemand nichts begriffen. Schade! Aber was soll man schon erwarten. Fachwissen war gestern, heute zählt nur noch Idiologie.

  21. Herr Franz-Josef Kunst hat ganz offensichtlich nicht verstanden, um was es bei dieser Aktion geht. Das Höfesterben ist Realität und wird mit dem jetzt vorgelegten Agrarpaket weiter beschleunigt. Es geht um den Erhalt der bäuerlichen Familienbetriebe. Die verbale Diffamierung einzelner Bauern (mit Namensnennung!) zeigt, in welchem gesellschaftlichen Klima wir heute leben. Sicherlich kauft Herr Kunst keine Lebensmittel bei REWE´, EDEKA, Lidl oder Aldi sondern hat ein paar Hühner hinterm Haus und einen großen Garten und muss keine Produkte eines „Massentierhalters“ kaufen.
    Diese Aktion wurde von unabhängigen Agrarbloggern ins Leben gerufen. Danke für die kostenlose Werbung. Jetzt wissen mehr Leute, was es mit den #grüneKreuze auf sich hat. 🙂
    Bauer Willi

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