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Mahnkreuze sind Glyphosatkreuze

Bauernvertreter lehnen mehr Insekten-, Natur- und Tierschutz ab

Gescher (fjk). Die Bauern sind empört. Das dokumentieren sie mit sogen. „Mahnkreuzen“. Auf den Äckern in den Bauernschaften findet man sie. Aber nicht nur dort. Sogar in der Kirche und auf dem Strohmarkt „mahnen“ sie die Mitbürger. Den Auftritt in der Pankratiuskirche z. B.  fanden nicht alle Gläubigen gut. Die Symbolik sei deutlich überzogen und  eher Ausdruck von Selbstmitleid, das Mahnkreuz nichts anderes als ein Glyphosatkreuz.

„Die Bauern stehen mit dem Rücken zur Wand,“ die Entlohnung für ihre Leistung werde ihnen verwehrt. Das grüne Kreuz solle Zeichen setzen, sagte die Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Ortsverbandes vor wenigen Tagen (GZ v. 08.10.2019). Mit keinem Wort erwähnt sie, worum es den Bauern wirklich geht: Nämlich Verhinderung der Maßnahmen der Bundesregierung für mehr Insektenschutz, Tierschutz und die Einhaltung von neuen Düngekriterien.

75% Reduzierung von Pflanzenschutzmitteln

Die meisten Bürger  sind verunsichert.  Sie wissen nicht, wofür diese Kreuze wirklich in der Landschaft stehen? Ein am Kreuz angebrachter Text besagt, dass das von der Bundesregierung verabschiedete Agrarpaket ein Bauernsterben auslösen wird.

Die Bundesregierung plant, eine Reduzierung der Pflanzenschutzmittel um 75 %.  Die  Pestizidverbote, besonders des -wahrscheinlich-  krebserregenden Glyphosates führten nur dazu, dass die Erträge sinken und die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmittel gefährden, meint der Unterzeichner „Ein Bauer aus Deiner Nachbarschaft“:

„Man soll zum Insektentöten stehen“

Bayer/Monsanto, Syngenta, Gen-Lobby & Co. sehen ihre Profitinteressen durch das Agrarpaket massiv gefährdet. Bei manchem Landwirt ist die Abhängigkeit von Glyphosat & Co offensichtlich  in Hörigkeit übergegangen. Wie beim Gescheraner Agraraktivisten Heumer aus Pröbsting. Der sieht sich mittlerweile als Sprecher der Gescheraner Landwirte und empfiehlt seinen Kollegen „Man soll zum Insektentöten stehen.“

Das ursprüngliche grüne Kreuz in seinem Facebook-Profil tauschte Heumer kurzerhand  gegen das Bayerkreuz aus.  Dieses Kreuz rette schließlich Leben im Gegensatz zur Kirche: „Die Kirche empfindet keine Empathie für Bauern“.  Die These, dass Gott uns satt macht, sei selbstmörderisch. Heumer ist mit der Kirche fertig.

Der BUND schreibt dazu: Die Agrochemie-Lobby will weitermachen wie bisher. Die bundesweite Kreuz-Aktion ist der verzweifelte Wunsch nach Beibehaltung des Sta­tus quo und das heißt Agrar-Gifte, Glyphosat, Massentierhaltung, Insektenvergiftung, Vogelsterben, CO2 Belastung, Nitrat im Grundwasser und gleichzeitig auch Bauernsterben.

Franz-Josef Kunst

meint: Die Mehrheit der Bauern -die schweigende Mehrheit- hat dies  längst erkannt. Die Zukunftsangst, die sie fühlen, ist durchaus berechtigt. Seit Jahrzehnten ist die Agrarpolitik aus dem Ruder gelaufen. Die Verantwortung dafür tragen jene, hinter deren Namen die Landwirte bei Wahlen immer und immer wieder ihr Kreuz machen. Nicht die Verbraucher, die sind für globale Konzerne nur Mittel zur Profitoptimierung  wie die Bauern auch. 

Wir  stehen vor großen Veränderungen, jeder einzelne von uns. Die Konsequenzen des Klimawandels werden härter sein als wir glauben möchten. Nicht nur für die Bauern. Eine Trennung zwischen Stadt und Land gab es immer schon.

Jetzt aber droht die Auseinandersetzung über den  Weg in eine nicht einschätzbare Zukunft zu einer tiefen Spaltung zu führen. Ist es aber nicht besser, miteinander zu reden statt  übereinander herzufallen? Wir sitzen  im gleichen Boot. Wenn das untergeht, gehen wir alle  unter.. da rettet uns auch BAYER nicht. 

3 Kommentare zu Mahnkreuze sind Glyphosatkreuze

  1. Verarschtvorkommer // 11. Oktober 2019 um 11:53 //

    Mann – Mann – Mann: Unsere „BAUERN“ habe die dicksten Kartoffeln……….

  2. Bauer H. // 10. Oktober 2019 um 15:03 //

    Guter Beitrag Herr Kunst. In vielem stimme ich ihnen zu. in einem jedoch nicht. Der von ihnen bezeichnete Schweinemäster H. ist nicht und wird es nie sein der Sprecher der Landwirte aus Gescher. Sie machen ihn wichtiger als er ist.

  3. Antonius // 10. Oktober 2019 um 14:34 //

    Also die Bauern demonstrieren fürs Insektentöten, krebserregende Düngemittel und verseuchung der Umwelt. Ganz toll unsere rückständigen Bauern in Gescher. Alle die ein Kreuz aufstellen und insbesondere der Herr H haben doch nicht mehr alle Tassen im Schrank!

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