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Tot sein wird teuer in Gescher

Gescher (fjk). In Gescher soll der Friedhof aufgewertet werden. Bereits in einer Ausschusssitzung am 26. Juni hatten sich die Kommunalpolitiker mit diesem Thema beschäftigt. Die Umgestaltung der Grabfelder 28 beziehungsweise 56  zu einer sogenannten Sarggemeinschafts- und Urnengemeinschaftsanlage wurde seinerzeit  vorgestellt und diskutiert. Am Mittwochabend stand das Thema im Ausschuss (ILU) erneut auf der Tagesordnung.

Ziel der Planung sei es, eine optisch ansprechende und gleichzeitig für die Nutzer pflegefreie Bestattungsform zu schaffen, die bisweilen auf dem Friedhof in Gescher nicht vorzufinden sei, heißt es in der Sitzungsvorlage.

Was kostet eine der neuen Grabstellen? Diese Frage konnte in der Junisitzung von der Verwaltung nicht beantwortet werden. Heute legte der neue Leiter des Ordnungsamtes -Marius Tegeler- eine erste „Einschätzung“ vor.

Eine Sarggrabstelle innerhalb der Sarggemeinschaftsanlage wird zukünftig ca. 1.550,00 € für die Dauer von 30 Jahren kosten. Für das Nutzungsrecht  an einem Urnengrab in der neu geschaffenen Urnengemeinschaftsanlage müssen die Hinterbliebenen 1.240 Euro (vorläufige Schätzung) hinblättern.

„Pflegefreie“ Grabstellen als Hochbeet wird es bald in Gescher auch geben. Die Pflege wird über eine Gebühr abgerechnet.

Alle Grabstellen sind „pflegefrei“. Tegeler hält es für denkbar, die Pflege durch ein zu beauftragendes Unternehmen oder aber durch eigenes, städtisches Personal durchführen zu lassen. Die Pflege  durch städtische Mitarbeiter hält  Marius Tegeler aktuell für die beste Lösung. Die Arbeiten zu vergeben, hält er für schwierig. Er befürchtet wenig Interesse.

Für die Pflege einer Grabstelle innerhalb der Urnengemeinschaftsanlagen geht man von  ca. 50,00 €, für die Sarggemeinschaftsanlagen aufgrund des deutlich erhöhten Pflegeaufwandes von 166,00 € jährlich aus. Diese Kosten sollen über einen jährlichen Gebührenbescheid beigebracht werden. Eine Einmalzahlung zu Beginn der Laufzeit werde es nicht geben, so Tegeler.

Diese Kalkulationen beziehen sich nur auf die neu zu errichtenden Grabfelder. Ansonsten bleibe alles so wie es ist, versicherte Tegeler. Es gebe nach wie vor „günstige“ Grabstellen auf dem Friedhof.

Guido Kallaus, FDP, „fremdelte“ ein wenig mit dem Gedanken,  über eine jährliche Gebührenregelung Nachkommen bzw. Erben als Nutzungsberechtigte zur Kasse zu bitten. „Wie macht man das in anderen Gemeinden?“ wollte er wissen. Heinrich Kettler vom Planungsbüro Cemterra GmbH aus Münster sagte, es gäbe alle Varianten.. von Einmalzahlung bis zur jährlichen Gebührenzahlung. Der Fachmann hielt den Weg über eine Gebührenregelung für den besseren. „Die Leute werden das akzeptieren, sie wissen was eine Grabpflege kostet,“ prophezeite Kettler.

Klaus Schonnebeck, SPD, schlug vor beides anzubieten. Gebührenberechnung und Einmalzahlung. Das sei zu kalkulieren, war sich der Sozialdemokrat sicher. Bürgern, die ihren Nachkommen keine finanziellen Belastungen hinterlassen wollten, nehme man damit eine große Sorge ab. Das teilte Marius Tegeler nicht. Er plädierte für präzise Berechnung und Abrechnung der Kosten. Das sei nur über eine Gebührenregelung möglich.

Thomas Peirick von der UWG sah den Friedhof auf dem Weg zur „Zweiklassengesellschaft“. Er befürchtete das die neuen Grabstellen vorrangiger gepflegt werden als z. B. die Rasengrabstellen. Auch die hätten einen Anspruch auf gepflegtes Aussehen.

Brigitte Kormann, SPD, hatte weniger Bedenken. Wenn man seinen Nachkommen keine Kosten hinterlassen wolle, könne man denen ja das Geld vorher schon geben. Schließlich gäben die Nachkommen reichlich Geld für Grabsteine und Stelen aus. Für sie sei das kein Problem.

Günther Schültingkemper, CDU, appellierte an die Ausschussmitglieder jetzt nicht wieder ganz von vorne anzufangen. Auf dem Friedhof müsse was passieren. Es gehe aktuell nur um zwei Grabfelder. „Wir vertun uns nichts,“ meinte CDU-Mann Schültingkemper. „Die Bürger wünschen sich einen attraktiveren Friedhof.“

Nach längerer Diskussion beschlossen die Ausschussmitglieder -einstimmig-  die vorgelegte  Planung im Jahr 2020 umzusetzen und eine Gebührenregelung zur Anwendung zu bringen. 

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1 Kommentar zu Tot sein wird teuer in Gescher

  1. Brigitte Kormann, SPD, hatte weniger Bedenken. Wenn man seinen Nachkommen keine Kosten hinterlassen wolle, könne man denen ja das Geld vorher schon geben. Schließlich gäben die Nachkommen reichlich Geld für Grabsteine und Stelen aus. Für sie sei das kein Problem.
    ……Genau, und die ,, Nachkommen“ legen das Geld natürlich 30 Jahre zur seite. Wird bei den meisten sicherlich nicht so sein. Naiver Gedanke!!!!!
    Und reichlich Geld für Grabsteine und Stelen geben einige sicherlich aus, viele aber müssen sich das auch erstmal leisten können.

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