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Blühstreifenantrag.. warum anonym?

Gescher (fjk). Anonyme Bürgeranträge? Ist das nicht widersinnig? Müsste nicht das Rats- oder Ausschussgremium, das sich damit befasst, genau wissen, wer etwas beantragt, um dessen Motive besser einordnen und beurteilen zu können? Kommt ein Bürgerantrag aus Gescher oder von außerhalb? Bei der Beurteilung des Antrages ist das nicht unerheblich.

Ein solcher, Bürgerantrag, nämlich Ackerrandstreifen und Wegeränder im Aussenbereich mit Blühstreifen zu versehen, lag den Mitgliedern des Umweltaussschusses (ILU) am Mittwochabend vor, mit geschwärzten Adressangaben.

Grundsätzlich sei das vom Gesetz her so geregelt, erläuterte Kämmerer Hübers. Wenn ein Antragsteller nicht ausdrücklich die Veröffentlichung erlaube, müssten personenbezogene Daten geschwärzt werden. Dennoch sei der Antrag nicht anonym. Im geschlossenen Teil der Sitzung könne der Name auf Anfrage genannt werden.

So sollte es nicht sein.. Das Problem der Überackerungen ist zu untersuchen. Foto: pixabay

Dessen ungeachtet beschäftigte sich der Ausschuss mit dem Thema. Matthias Homann, UWG, wollte wissen, um welche Größenordnung sich es bei den im Antrag erwähnten „Überackerungen“ handelt. Darüber lägen auf Gescher bezogen keine Angaben vor, sagte Marius Tegeler. Sicher gäbe es diese Überackerungen, aber von mehreren Hektar zu sprechen hielt Tegeler für überzogen.

Homann, UWG,  der auch Vorsitzender des lokalen Naturschutzvereines ist, wies auf die Grundsätzlichkeit des Ansatzes hin. Der sei zu unterstützen. Ähnlich argumentierte auch Guido Kallaus von der FDP-Fraktion.

Mehr Blühstreifen fand sogar Hermann Upgang Rotert, CDU, gut. Doch das ginge nicht, weil die Landwirtschaft, genau wie alle anderen Bürger, die Randstreifen bräuchten, um ausweichen zu können. Die Wirtschaftswege seien so schmal, dass sich zwei Fahrzeuge nicht begegnen könnten ohne auf die Seitenstreifen auszuweichen zu müssen. „Radfahrer, Schulkinder.. wo sollen die hin?“ fragte er. In ein Meter hohes Gras? Auch das Wasser müsse vernünftig abfließen können. Auf die ärgerlichen Überackerungen ging er nicht ein.

Stephan Pierk von den GRÜNEN war der Antrag zu unscharf. Deshalb lehnten die GRÜNEN ihn ab und folgte damit der Empfehlung der Verwaltung. Er verwies auf ein Projekt in Vreden wo Hegering, Bürger und Landwirte sich mit der Randstreifenproblematik nach seiner Kenntnis erfolgreich beschäftigten. In diese Richtung sollte es nach Meinung von Pierk gehen.

Am Ende stimmten FDP und UWG für mehr Blühstreifen im Aussenbereich. CDU, SPD und GRÜNE dagegen.. vielleicht auch wegen der „geschwärzten Stellen“.

4 Kommentare zu Blühstreifenantrag.. warum anonym?

  1. Jochen Schulze Pröbsting // 5. November 2019 um 15:40 //

    Hallo Herr Drauschke
    Der Ausspruch über den Stadtrat und der Bezeichnung gegenüber den Landwirten wird ihnen noch lange nachhängen !
    Auch andere ihrer Kommentare lassen eine Gehässigkeit gegen einen Berufsstand erkennen.
    Da sollten sie doch gern ihre Meinung vertreten und mit den Landwirten direkt kommunizieren.

    Heute Abend bei Grimmelt wäre die passende Veranstaltung um ihr Missver(hältnis)ständnis gegenüber den von ihnen Verurteilten zu erklären.

    Danke

  2. Coesfelder // 4. November 2019 um 22:00 //

    Da wird sich Marius Tegeler aber sicher wundern wenn er mal nachmessen lassen würde. Im Kreis Coesfeld hat man nachgemessen und festgestellt das 212 ha illegal von Landwirten überackert wurden.
    In Coesfeld holt der Bauhof diese Flächen zurück indem Eichenspaltpfähle auf die Grenze gesetzt werden und das Getreide welches auf Öffentlichem Grund steht vom Bauhof abgemäht wird.

  3. Brigitte // 4. November 2019 um 18:25 //

    Mir erschließen sich die vorgebrachten Argumente nicht:

    Ausgewichen werden kann auch auf Blühstreifen, oder? Und das Wasser kann auf Blühstreifen nicht abfließen? Was für ein hanebüchener Unsinn!

    Was meinte denn der Pseudo-Grüne Pierk mit unscharf bei dem Antrag? Wundern tut mich die Ablehnung aber nicht, sind doch die Gescheraner Grünen ihrer Partei nicht wert und quasi statt dessen ein kleiner schwarzer Ableger.

    Und warum lehnte die SPD ab? Das enttäuscht mich ja nun doch.

    Ja und was ist denn nun mit den Überackerungen? So wie auf dem Bild dargestellt, können die Kinder, Fahrradfaher und Autos ja prima in die Maisfelder ausweichen. Haha.

    Gescher ist anders, aber bestimmt nicht natürlich.

  4. Dirk Drauschke // 4. November 2019 um 17:56 //

    Was für ein Irrsinn. Was ist denn mit den Grünen los? Was ist wenn ich sage, dass ich es war und ich die Gesetzgebung für mich bewusst genutzt habe? Als Schelm würde ich denken, der Stadtrat ist „Bauern & CDU verseucht“ und handelt absolut nicht im Sinne der Umwelt – aber den Klimanotstand ausrufen.
    In diesem Sinne BWG und GlückAuf.

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