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Statt Kinderparadies türkische Hochzeiten? Ausschuss sauer!

Gescher (fjk). Mit der Nutzungsänderung eines Indoorspielplatzes (Biebie) in eine gastronomische Eventhalle beschäftigte sich der Bau- und Planungsausschuss am Mittwochabend.  Es ist beabsichtigt das bestehende Gebäude an der Bahnhofstraße zukünftig als Eventhalle für Hochzeiten, Tagungen u.a. zu nutzen, so der Antrag des Eigentümer. 

Es sei nur eine „dünne“ Anfrage, ob das Planungsrecht ein solches Vorhaben hergebe,“erläuterte Uwe Wißmann in der Vorstellung des Projektes. „Ob einem das gefällt oder nicht, es ist in einem Gewerbegebiet planungsrechtlich zulässig, hob der Fachbereichsleiter die Rechtslage hervor.

Die Ausschussmitglieder standen der beantragten Absicht deutlich skeptisch gegenüber. Der Grüne Stephan Pierk sah in der Antragstellung mehr Fragen als Antworten. „Ich bin gespannt, was in nächster Zeit an Informationen noch kommt.“ Außerdem glaubte er, die im Plan eingezeichnete eigene Zufahrt sei nicht möglich. Fachbereichsleiter Wißmann widersprach dem: „Die Auffahrt ist rechtlich zulässig.“

BM Thomas Kerkhoff

Bürgermeister Kerkhoff ergänzte, dass man sich im Bereich einer sogen. Versammlungsstätte bewege. Ursprünglich sei das Gebäude dafür nicht konzipiert worden. Brandschutzbestimmungen könnten noch eine Rolle spielen. Aufgrund der aktuellen Rechtslage allerdings gebe es  keine Ausschlussmöglichkeiten, insofern müsse man zunächst die Möglichkeit einer Genehmigung in Aussicht stellen.

Wir brauchen das an dieser Stelle nicht, machte Franz-Josef Kappenhagen für die CDU-Fraktion deutlich. In der Innenstadt sei man zwischenzeitlich gastronomisch gut aufgestellt. „Es wird Ärger geben,“ prognostizierte er und fügte noch einmal hinzu: „Brauchen tun wir das nicht“!

Dem widersprach der Bürgermeister Kerkhoff inhaltlich nicht, doch: „Wir leben in einem Rechtsstaat, und wenn jemand die gesetzlichen Vorgaben erfüllt, dann müssen wir genehmigen. Die Situation ist wie sie ist.“

Türkische Hochzeiten sind anders: Groß und glamourös.

Matthias Bergmann, UWG,  schloss sich der skeptischen Einstellung seiner Vorredner an. Man kenne diese Konzepte aus dem Ruhrgebiet. Es ginge dabei meist um Hochzeiten „türkisch stämmiger“ Landsleute. Die Entwicklung sei  im Sinne der Kinder nicht gut zu heißen.

Am Ende der Diskussion „segneten“ die Ausschussmitglieder einstimmig die von der Verwaltung empfohlene Vorgehensweise ab.

*Foto: pixabay.com

7 Kommentare zu Statt Kinderparadies türkische Hochzeiten? Ausschuss sauer!

  1. Ein verärgerter Brüger // 3. Dezember 2019 um 01:51 //

    @reimer Natürlich darf jeder seine Meinung äußern, nur sollte man aufpassen, wo man sie sagt. Man sieht das ja aktuell an dem ehemaligen Vorsitzenden des Rechtsausschusses der Bundesregierung.
    Herr Bergmann kann ja ruhig seine Meinung haben, schließlich hat jeder irgendeine Meinung. Aber das heißt nicht, dass eine eigentlich neutrale Nachrichtenseite wie diese das so darstellen darf, als wäre diese offensichtliche Ausländerfeindlichkeit rechtsstaatlich in Ordnung und dies auch noch unterstützen. Da kann der Herr Blogschreiber (dessen Name mir entfallen ist) auch ruhig gleicher Meinung sein, aber er sollte wissen, dass so etwas nicht ungefiltert veröffentlicht gehört.

  2. @Ein verärgerter Bürger:

    Darf in diesem Land eigentlich keiner mehr seine Meinung vertreten (sagen), ohne sofort in die rechten Ecken gestellt zu werden?
    Und NEIN, ich bin kein AfD-Mitglied…..

  3. Ein verärgerter Bürger // 30. November 2019 um 17:47 //

    Zitat Artikel: „Matthias Bergmann, UWG, schloss sich der skeptischen Einstellung seiner Vorredner an. Man kenne diese Konzepte aus dem Ruhrgebiet. Es ginge dabei meist um Hochzeiten „türkisch stämmiger“ Landsleute.“

    Ich wusste gar nicht, dass wir schon das Niveau der AFD erreicht haben. (Jetzt kommt Ironie:) Natürlich werden Event-Roms ausschließlich für türkische Hochzeiten genutzt. Und da Türken ja nur böse Ausländer sind, darf man sowas doch auf keinen Fall unterstützen. (Ironie zu Ende)
    Jetzt mal im ernst, was für ein Unfug ist das denn? So eine Eventhalle kann in allerlei Weisen genutzt werden. Siehe dazu nur einmal ein Kommentar von „Fischer“. Und selbst wenn dort türkische Hochzeiten gefeiert werden, ist das doch nicht schlimm. Und ehrlich gesagt, finde ich es unter aller Sau, dass der werte Herr Blogschreiber das im Titel oben genauso ausländerfeindlich widerspiegelt. Treten wir am besten alle der AFD bei, dann interessiert das wenigstens keinen mehr.

  4. M A Poslednik // 29. November 2019 um 20:11 //

    Außerdem könnte man die Polizeiwache der Autobahnpolizei wieder aktivieren damit der Hochzeitskorso auf der BAB31 schneller aufgelöst wird.

  5. Mit Fischer sprach wohl der Antragssteller. Ist sein gutes Recht. Er braucht sich aber keine Sorgen machen. Der Bürgermeister hat gegen den Willen der Bürger und Ratsherren die Spielhallen durchgesetzt er wird das auch hier regeln. Er hat ein Händchen für das Außergewöhnliche.

  6. Wie genial wäre so ein Eventraum: Da würde eine Menge Geld auch von außerhalb nach Gescher kommen für
    – Gastronomen, die Essen liefern
    – Bäckereien, die Süßwaren liefern
    – Getränkelieferanten, die Getränke liefern
    – Hoteliers, die noch weiter expandieren könnten
    – Fotografen, welche Veranstaltungen festhalten
    – Taxiunternehmen, welche die Gäste von der Veranstaltung nach Hause oder ins Hotel befördern…

    Zudem hätte Gescher einen Veranstaltungsort, wo auch größere Feiern stattfinden könnten. Man denke z. B. an Karnevalsveranstaltungen, diverse Betriebs-, Nachbarschafts- und Sommerfeste… Konzerte und größere Partys wären in Gescher wieder möglich… Und wo, wenn nicht in einem Gewerbegebiet?

    Wenn Herr Bergmann den Verlust des Biebies als schlechte Entwicklung für die Kinder sieht (was es durchaus ja auch ist), dann wäre es doch an der Zeit zu schauen, wo die Politik eingreifen kann. Ein Mangel an Angeboten ist ja offensichtlich vorhanden um den sich gekümmert werden muss. Und wer ist da in der Verantwortung Lösungen zu finden, wenn nicht die Politik!

    Ob die Stadt gastronomisch so gut aufgestellt ist, darf man auch bezweifeln. Wie viele Kneipen haben in den letzten zwanzig Jahren geschlossen? Wie viele Gastronomen können wirklich größere Veranstaltungen „wuppen“? Warum findet in der Innenstadt immer mehr Wohnbebauung statt gewerblicher Nutzung statt?

    Kurzum: Ein Eventcenter am Rande der Stadt im Gewerbegebiet in Autobahnnähe am Campus schadet niemandem und könnte ein echter Zugewinn für Gescher sein.

  7. gegangener Bürger // 29. November 2019 um 11:12 //

    Es wird immer so genutzt wie es gebraucht wird ;-)!

    Bürgermeister Kerkhoff inhaltlich dazu: „Wir leben in einem Rechtsstaat, und wenn jemand die gesetzlichen Vorgaben erfüllt, dann müssen wir genehmigen. Die Situation ist wie sie ist.“

    Komisch das sich dieser BM die Welt so macht wie Sie IHM gefällt ohne Rückhalt der Bürger!

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