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Bremst der Handel beim Tierschutz?

Gescher (wdr). Ab 2021 dürfen Landwirte ihre Ferkel nicht mehr ohne Betäubung kastrieren. Doch obwohl der Branche nur noch ein Jahr bleibt, scheint sie auf die neuen Tierschutzvorgaben nicht gut vorbereitet zu sein, das berichtet heute wdr.

Knapp 20 Millionen männlichen Ferkeln werden in Deutschland jährlich die Hoden ohne Betäubung herausgeschnitten, damit ihr Fleisch später beim Braten keinen unangenehmen Ebergeruch entwickelt. Ab 2021 wird dieser schmerzhafte Eingriff nicht mehr erlaubt sein. Doch ein Jahr vor dem Verbot streitet die Branche immer noch über die Alternativen zur betäubungslosen Kastration.

Die Landwirte könnten ihre Ferkel zum Beispiel mit dem Gas Isofluran betäuben und unter Narkose kastrieren. Doch der Deutsche Bauernverband weist darauf hin, dass bisher noch keine zertifzierten Geräte zur Verfügung stehen. Das Bundeslandwirtschaftsministerium möchte das Problem lösen und erklärt, die Narkosegeräte würden derzeit im Hinblick auf Tierschutz, Anwendersicherheit und Umweltschutz zertifiziert.

Allerdings fordern Tierärzte und Tierschützer schon länger, die Schweine möglichst gar nicht mehr zu kastrieren, damit sie unversehrt bleiben. Stattdessen könnten Landwirte ihre Eber unkastriert mästen. Das gilt allerdings als herausfordernd, weil sich die männlichen Schweine bei Kämpfen oft gegenseitig verletzen. Außerdem müssen die Schlachthöfe später Tiere mit einem intensiven Geruch aussortieren.

Eine dritte Möglichkeit: Landwirte könnten ihre Tiere gegen den Ebergeruch impfen. Tierschutzverbände befürworten diese schonende Methode. Doch Landwirte beklagen, Fleischwirtschaft und Lebensmittelhandel würden das Impfen – die sogenannte Immunokastration – ausbremsen. Die Widerstände seien erheblich, schreibt der Deutsche Bauernverband. Lebensmittelhändler befürchten offenbar eine schlechtere Fleischqualität und weniger Akzeptanz bei den Verbrauchern.

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*Foto: pixabay.com

1 Kommentar zu Bremst der Handel beim Tierschutz?

  1. Wie immer geht es nur um Wirtschaftsinteressen und Gewinnmaximierung.

    Noch schlechter als jetzt kann das Fleisch aus Massentierhaltung doch garnicht schmecken. Wer einmal den Unterschied zu einem in Ruhe und wesentlich längerer Zeit aufgewachsenen Schweine in der Pfanne und dann auch im Geschmack bemerkt hat, will das Fleisch dieser armen teilweise verrückten Kreaturen nicht mehr essen.
    Denn: du bist, was du isst.

    Der Handel soll mal darauf setzen, dass wir Verbraucher nicht dumm sind, ich bemerke in meinem Bekanntenkreis jedenfalls ein Umdenken im Konsumverhalten.

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