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Theater- und Konzertsaal: Was hat der Bürgermeister vor?

Gastronomie sieht im neuen Nutzungskonzept Affront

Gescher (fjk). Die SPD-Fraktion beantragte, vor dem Aus- und Umbau des Theater und Konzertsaals am Schulzentrum Gescher ein Nutzungskonzept für den neuen Saal zu erstellen. Dem ist die Verwaltung nachgekommen und hat ein Nutzungskonzept erarbeitet. Es soll in der Sitzung des Hauptausschusses am Mittwochabend (18.00 Uhr) im Rathaus diskutiert werden. 

Seit 2015 ist es erklärtes Ziel der Stadt Gescher, eine Zentralisierung und Bündelung der Begegnungs- und Veranstaltungsstätten an einem Ort voranzutreiben, so die Sitzungsvorlage. Die bisherige Nutzung solle unter moderner Infrastruktur weiter fortgesetzt und noch intensiviert werden.

Was hat der Bürgermeister, links,  vor? Erst kürzlich „präsentierte“ er im Saal Tenbrock für seine Partei. Solche Veranstaltungen will der Bürgermeister demnächst im Theater und Konzertsaal abhalten, und nicht nur die. Foto: WZ

Vereine und Nachbarschaften, private Festlichkeiten, Karneval- und Sommerfeste, Schulfeste, Abibälle, Karnevalsveranstaltungen wie Sessionsauftakt und Büttabende sollen zusätzlich zum jetzigen Veranstaltungsumfang im Theater und Konzertsaal  hinzukommen, wenn die Politiker den Vorstellungen des Bürgermeisters folgen.

Franz-Josef Kunst

meint: Keine Frage, der zukünftige Theater- und Konzertsaal wird für die Stadt Gescher ein Gewinn, denn er bietet viele zusätzliche Möglichkeiten.  Doch in dem Nutzungskonzept des Bürgermeisters steckt Dynamit. Die Gastronomie ist zu Recht entsetzt. Das wirtschaftliche Gleichgewicht zu halten ist in dieser Branche nicht an jedem Tag einfach. Wer wollte das bezweifeln? Die „neuen Nutzungen“ sind ein Affront gegen die Wirte. Man kann keine anspruchsvolle Gastronomie und stimmungsvolle Kneipenkultur für die Stadt fordern und dann den Gastwirten so vor`s Knie treten. Geht gar nicht. Man muss sich fragen, wer welches Pferd im Rathaus reitet?  Büttabende demnächst nicht mehr bei Tenbrock und Grimmelt? Was hat das noch mit Tradition zu tun? Und eine Frage muss gestellt werden, wer steckt hinter solchen Ambitionen.. am Ende die Stadtkarnevalisten selbst? Karneval in Gescher vorbei, und schon nichts mehr zu lachen. Gescher helau!

Lies hier ganze Sitzungsvorlage

Lies hier Stellungnahme des Gaststättenverbandes

Lies hier: GZ online – „Abschied vom starren Raumkonzept“

9 Kommentare zu Theater- und Konzertsaal: Was hat der Bürgermeister vor?

  1. Statt Chancen zu sehen wird mal wieder das Haar in der Suppe gesucht !! Was spricht dagegen , sich um das Catering in der neuen Aula zu bemühen, was spricht dagegen , eigene Veranstaltungen, die vielleicht die jetzigen Räumlichkeiten nicht bieten, zu organisieren?? Lesungen, Filmvorträge,Musikveranstaltungen, Grünpatenparty , Ausstellungen – soviele Chancen ! Den Gescheraner Vereinen, Karnevalisten usw. bleibt ja die Möglichkeit ihre Loyalität der Gastronomie gegenüber zu beweisen, sowie es bereits beim Einzelhandel vorzüglich funktioniert ( Vorsicht Ironie). Selbst Nutzungsbeschränkungen wären sicher verhandelbar!? Oder als Alternative lieber die wunderschöne Aula, so wie sie ist, weiter behalten ?

  2. Christian Wellering // 12. Februar 2020 um 12:36 //

    @ Gastwirt: Da ich nicht im Hauptausschuss bin, kann ich heute dort auch nicht abstimmen.
    @ Gastronomiebetreiber: Ich glaube, dass es heute schwer ist, in der Gastronomie erfolgreich zu sein. Aber für die Pachtpreise kann die Politik nichts. Gesetze werden meiner Erfahrungen dann erlassen, wenn aufgrund von Verstößen oder Ungerechtigkeiten ein Regelungsbedarf entsteht. Das dies dann einen einzelnen stark belasten kann, kann ich nachvollziehen, ist aber sicherlich nicht die Absicht „der Politik“.
    Wo die Kommunalpolitik „unfreundlich“ ist, hätte ich gerne gewusst. Da stehe ich für ein Gespräch gerne zur Verfügung.

    Ansonsten möchte ich klar stellen, dass ich in meinen Kommentaren meine persönliche Meinung wiedergebe. Natürlich vertrete ich diese auch im politischen Raum, in dem ich aktiv bin, bis mich jemand mit besseren Argumenten von etwas anderem überzeugt.

    Zum Thema Theater- und Konzertsaal bin ich, wie auch zu anderen Themen in der Gescheraner Politik der Meinung, dass dieses Thema zu wenig öffentlich behandelt wird. Dort geht es um ein Millionenprojekt, dass wesentlich für Gescher ist. Informationen aus erster Hand werden nicht nur der Öffentlichkeit, sondern auch gewählten Vertretern nicht zur Verfügung gestellt. Ein großes Manko in Gescher.

  3. geganger Bürger // 12. Februar 2020 um 10:57 //

    Ja, ja, der BM führt sich seit Beginn seiner Amtszeit wie ein kleiner Sonnenkönig auf! Auch ihn wird das noch übermannen, genau so wie die Geschichte es seit Jahrhunderten bestätigt hat! BM zu sein bedeutet sich für seine Bürger einzusetzen und nur dafür hat er einen Auftrag von den Bürgern bekommen! Auch nur dafür ist Ihm das vertrauen ausgesprochen worden! Stellt sich für mich immer wieder die Frage: „wieso sollte man immer wieder einem angeblich hochstudierten Menschen trauen“ ?!?!?!?!?!
    Vielleicht sollten man öfter, selbst mal sein Gehirn benutzen!

  4. Gastronomiebetreiber // 11. Februar 2020 um 19:52 //

    Man muss sich die Frage stellen was mit unseren Politikern los ist. Die Auflagen zu erfüllen ist für die Gastronomie nicht leicht geworden und kostet Jährlich sehr viel Geld. Es dürfte gerade für Pächter schwierig werden ,allen gerecht zu werden.Kassensysteme ,neue Gesundheitsauflagen, neue Wasserproben,Mindestlöhne, Personalknappheit,Stundenkonten etc.die Liste ist lang.Uns fehlt mittlerweile die Zeit sich um unsere Gäste zu kümmern.Hinzu kommt das sich jetzt auch noch die kommunale Politik nicht freundlich unsgegenüber verhält. Man muss sich nicht Wundern , wenn man sich bald die Suppe die man sich einbrockt zu dem auslöffeln auch noch selbst Kochen muss, weil niemand anderes dieses noch machen möchte…….

  5. Gastwirt // 11. Februar 2020 um 19:20 //

    Ich danke Ihnen Herr Wellering. Bitte vertreten sie das bitte auch so morgen. So macht man die Gastronomie in Gescher kaputt. Das Fass läuft über!!!!!!!!!!!!

  6. Christian Wellering // 11. Februar 2020 um 19:02 //

    Der jetzt vorgelegte Entwurf eines Nutzungskonzeptes entspricht nur in Teilen dem Antrag der SPD. Die SPD möchte, dass die zukünftigen Nutzer und Betroffenen bei der Erstellung eines Nutzungskonzeptes mitgenommen werden, Sowas nennt man Beteiligung der Öffentlichkeit. Der Antrag geht ausdrücklich über den Entwurf hinaus. Allerdings wurde er in der letzten Ratssitzung 2019 in die nächsten Sitzung des IlU im März 2020 verwiesen. Das ist dann eine lange Zeit, wo nichts passiert oder die Verwaltung „ungestört“ arbeiten kann.
    @Cilli: Ich meine, dass der BM nicht bestimmen kann, wo Vereine feiern. Aber m. E. darf die Stadt mit dem Theater- und Konzertsaal nicht in Konkurrenz zu Gewerbetreibende gehen, weil dieser mit öffentlichen Geldern gefördert wird. und Gewerbetreibende ganz andere Kosten haben, um solche Veranstaltungsorte zu bieten.

  7. Brigitte // 11. Februar 2020 um 18:20 //

    Herr Kerkhoff hat in seiner Amtszeit beständig „genetzwerkt“, auf deutsch: geklüngelt. Egal ob Karnevalszelte, Stellenbesetzungen, bevorzugte Behandlung ausgesuchter Gescheraner (z.B. seiner Vermieterin). Leider war niemand aus der Politik willens und fähig, ihn in seiner Schranken zu verweisen, da entsprechende Mehrheiten fehlten.
    Warum die Grünen da mitgemacht haben, begreife ich immer noch nicht.

    Glücklicherweise übernehmen ja bald die Bocholter Herrn Kerkhoff, hoffentlich!

  8. Scharfer Beobachter // 11. Februar 2020 um 16:04 //

    Es begann alles damit den Karneval raus aus den Wirtschaften in Zelte zu verlegen. Jetzt folgt konsequent der nächste Schritt. Büttabende, Hells Bells, am Ende der ganze Veranstaltungskarneval raus aus der Gastronomie. Man munkelt eine Parteifreundin des Bürgermeisters übernimmt die Bewirtung. Macht alles Sinn.

  9. Kann der Bürgermeister Bestimmen wo was gefeiert werden darf?
    Denke es liegt an den Karnevalisten ob die bei Tenbrock weiter feiern wollen oder nicht.

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