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Keine Einigung: Entscheidung über Nutzungskonzept vertagt

Der Bürgermeister soll noch einmal mit Nutzern und Gastronomen reden

Gescher (fjk). Das von der Verwaltung vorgelegte Nutzungskonzept für den modernisierten Theater- und Konzertsaal wurde nicht beschlossen. Der Ausschuss vertagte auf Vorschlag von Bürgermeister Kerkhoff die Beschlussfassung über das Konzept. In der Sitzung des Hauptausschusses am Mittwochabend wären die Vorschläge des Bürgermeisters wohl nicht mehrheitsfähig gewesen. Bis auf die GRÜNEN taten sich alle Fraktionen mit seinen Vorschlägen schwer. 

Werner Bönning, UWG, bemängelte fehlende Kostenaufstellungen. Nutzung müsse mit Geld verbunden werden. Man könne nicht über ein Nutzungskonzept beraten, wenn Ausstattung und das damit verbundene Kostenvolumen nicht bekannt seien.  Grundsätzlich rege seine Fraktion eine  Deckelung der Kosten bei 3.5 Millionen Euro an.

Rita Hölker, SPD, kritisierte das die möglichen Betroffenen nicht mit einbezogen worden seien. Lediglich vor 2 Jahren habe es eine Infoveranstaltung  gegeben. Bürgermeister Kerkhoff wies das zurück. Er habe damals mit Sportvereinen, Schulen, Musikzug und Karnevalisten gesprochen. „Es ist nicht nötig gewesen nachzuschärfen,“ sagte der Bürgermeister.

Thomas Haveresch, FDP,  vermisste eine Bedarfsanalyse. Auch über Unterhaltungskosten sei bisher nicht gesprochen worden. Kerkhoff versprach diese zu erstellen, widersprach aber dem Vorwurf von Thomas Haveresch, er -der Bürgermeister- wisse überhaupt nicht,  was an dieser Stelle erforderlich sei und Informationen hinter den Berg gehalten zu haben. Der Bürgermeister bezog sich in seiner Rechtfertigung auf „vertrauliche Sitzungen“ im Ältestenrat, ein Prozedere dass der Bürgermeister entwickelt hat, um Vorgänge aus der Öffentlichkeit und Politik herauszuhalten. „Das ist hart,“ kommentierte Haveresch die nach seiner Meinung mangelnde Transparenzbereitschaft des Verwaltungschefs.

Bürgermeister Kerkhoff (Mitte) war verschnupft tatsächlich aber auch sprichwörtlich.. wegen des Gegenwindes der ihm zum vorgelegten Nutzungskonzept des Konzertsaals entgegenschlug.

Egbert Kock, Fraktionssprecher der CDU, sah Wachstumsimpulse aus Bildung, Kunst und Kultur  im Fokus eines Nutzungskonzeptes. Keinesfalls dürfe das Projekt  im Wettbewerb zu vorhandenen Strukturen stehen. In der CDU gebe es dazu aber kein einheitliches Meinungsbild. Er mahnte eine bessere Abstimmung, insbesondere mit der Gastronomie, an. Die Auslastung des neuen Saales dürfte nicht zu Lasten der Gastronomie gehen. Einige in der CDU-Fraktion seien der Meinung, dass beispielsweise Karnevalsveranstaltungen wie Saisonauftakt und Büttabend dort nicht hingehörten.

Bei soviel Gegenwind schlug der Bürgermeister vor, den Tagesordnungspunkt heute nicht zu beschließen und darüber noch einmal zu beraten. SPD Fraktionssprecher Ansgar Heming bat den Bürgemeister,  mit den Betroffenen  in`s Gespräch zu gehen und stimmte der Aussetzung der Abstimmung zu.

Der GRÜNE Wolfgang Brüggestrath stellte sich ohne „wenn und aber“ hinter die Vorstellungen des Bürgermeisters. „Die Grünen verwahren sich gegen jede Form von Protektionismus,“ schrieb er seinen Ausschusskolleginnen und -kollegen in`s Stammbuch.  Gruppen durften nicht ausgeschlossen werden weil andere Gruppen, er meinte die Gastronomie, Nachteile hätten. Der Saal müsse offen sein für möglichst viele Nutzungen.  Schon in den achziger Jahren habe man die Gastronomie geschützt und damit 30 Jahre einen Bettenzuwachs verhindert. „Das machen wir hier nicht mit,“ die Zusage, auf eine Verpachtung zu verzichten, müsse der Gastronomie reichen.

Am Ende wurde der Tagesordnungspunkt vertagt. Bürgermeister Kerkhoff versprach, noch einmal mit  möglichen Nutzern und der Gastronomie  Gespräche zu führen und anschließend darüber zu berichten. 

2 Kommentare zu Keine Einigung: Entscheidung über Nutzungskonzept vertagt

  1. verärgerter Bürger // 13. Februar 2020 um 14:12 //

    Aus meiner Sicht sitzen im Rat und den Fachausschüssen nicht nur unbedarfte Leute. Darüber hinaus kann jede Fraktion auf überörtlichen Sachverstand zurück greifen.
    Für mich ist der „geplante“ Umbau und die Sanierung überzogen gewesen.
    Aus dem nun vorgelegten Nutzungskonzept entnimmt man dann, warum diese überzogene Sanierung vorgenommen werden sollte.
    Warum wurde eigentlich nicht sofort BEIDES auf den Tisch gelegt?
    Sollte bei genauer Betrachtung eigentlich Gegenstand einer Sanierung sein oder? Niemand plant eine Sanierung um sich DANACH Gedanken zur Nutzung zu machen.
    Wann hat denn der Ältestenrat dazu entschieden oder getagt?

    Wenn das Konzept in der Art nicht gewollt sein sollte, zumindest vom Rat der Stadt Gescher, dann sollte die Sanierung ebenfalls überdacht werden. O d e r, denkt man darüber nach, das die Kommunen in naher Zukunft „schuldenfrei“ gestellt werden?
    Dann macht eine überzogene Sanierung natürlich Sinn. Ist ja nicht das Geld der Kommune. Hinzu kommt, das auch noch ein Teil vom Tafelsilber verscherbelt werden soll -Abwasserwerk-

    Zusammenfassend darf man aber inzwischen glauben, das Gescher tatsächlich lediglich ein Sprungbrett für den bald scheidenden Bürgermeister gewesen ist und auch von vorn herein war.
    Die Gescheraner wurden dabei bewusst und gewollt getäuscht!
    A b e r, auch „mit Wissen“ der C D U bewusst und gewollt getäuscht.

    Es wird niemand ernsthaft glauben wollen, das innerhalb der CDU auf überörtlicher Basis niemand davon gewusst hat.
    Dieses wiederum lässt darauf schließen, das viele Dinge deshalb so reibungslos auch die Kreisverwaltung passieren durften.

    Die Gescheraner werden weiterhin von ein paar C D U – Größen vorgeführt. Ohne das man es merkt, werden Nasenringe gesetzt, die man danach nicht mehr los wird.
    Die übrigen Fraktionen sollten zumindest mal über den nun genannten „Ältestenrat“ nachdenken. Wer besetzt den eigentlich und wer findet sich da wieder?
    Übrigens eine aus meiner Sicht fragwürdige Praxis, das ein Bürgermeister, „an den Rat vorbei“ so eine Institution??? Anlaufstelle??? Entscheidungshilfe??? überhaupt einrichten kann.
    Gleichzeitig aber auch meine Frage an den Bürgermeister, warum die „nicht öffentlichen“ Sitzungen da nicht ausreichend sind und warum nicht? Aus welcher Sicht ist der Rat dem Bürgermeister gegenüber nicht- oder nicht mehr Vertrauenswürdig?

    Es kann nur zu Hinterzimmerfraktionen und Hinterzimmervereinbarungen kommen. Welche Fraktion will sich darauf eigentlich einlassen?

    Ein Wenig mehr Mut oder ein Wenig mehr Biss gegenüber dem Bürgermeister, wie es die F D P in Gescher macht, würde glaube ich Sinn machen. Gemauschelt wurde zu lange und IMMER NOCH!

  2. gegangener Bürger // 13. Februar 2020 um 10:38 //

    Dann lasst euch weiterhin von eurem Sonnenkönig einlullen, das macht er ja micht mehr lange, denn dann sind die Bürger in Bocholt dran wenn sie’s wollen und es klappt, ich hoffe es für euch.

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