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Glyphosat-Verbot für private Gärten soll 2020 kommen

"Der echte Glyphosatausstieg muss in der Landwirtschaft geschehen"

Berlin (topagrar). Das von der Bundesregierung seit längerem in Aussicht gestellte Verbot glyphosathaltiger Unkrautvernichtungsmittel für Privatanwender soll in diesem Jahr kommen.

“Diese Maßnahme ist ein Bestandteil der systematischen Glyphosat-Minderungsstrategie der Bundesregierung, die insbesondere mit einer Änderung der Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung umgesetzt werden soll”, kündigt der Parlamentarische Staatssekretär des Bundesagrarministeriums, Uwe Feiler, auf eine Frage aus der Grünen-Bundestagsfraktion an.

Der Agrarexperte der Grünen-Bundestagsfraktion, Harald Ebner, hält das Verbot von Glyphosat für Privatanwender in Deutschland für überfällig. Es sei unbegreiflich, weshalb die Bundesregierung das schon vor vier Jahren angekündigte Privatanwender-Verbot bis heute noch nicht hinbekommen habe. Niemand brauche einen „Allround-Pflanzenvernichter im heimischen Garten“, sagte Ebner.

Trotz der Verzögerungen begrüßen die Grünen das Privatanwender-Verbot als “richtig und wichtig“. Die restlichen 99 Prozent Glyphosat in Deutschland würden damit allerdings noch um keinen Tropfen gemindert, kritisierte Ebner weiter. „Der echte Glyphosat-Ausstieg muss in der Landwirtschaft passieren, und dafür hat Julia Klöckner nach wie vor weder Plan noch Konzept”, forderte er.

Zuletzt hatte sich das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) bei der Vorlage der Ackerbaustrategie Ende Dezember 2019 zum geplanten Glyphosat-Ausstieg geäußert. In dem Papier ist der Ausstieg aus der Anwendung von Glyphosat bis Ende 2023 enthalten. Klöckner hatte bei der Vorstellung der Ackerbaustrategie betont, dass Alternativen für die Anwendung von Glyphosat erarbeitet werden müssten.

Beschlossen hatte die Bundesregierung den Glyphosat-Ausstieg Anfang September 2019 in ihrem Agrarpaket. In dem dort enthaltenen Insektenschutzprogramm steht ein nationales Verbot für die Anwendung von Glyphosat zum Ende der aktuell gültigen EU-Zulassung bis spätestens 31.12.2023.

*Quelle: topagrar

10 Kommentare zu Glyphosat-Verbot für private Gärten soll 2020 kommen

  1. verärgerter Bürger // 26. Februar 2020 um 12:05 //

    @Jochen Schulze Pröbsting

    “ FJK, Du scheinst zu vergessen das Landwirte nur zugelassene
    Mittel verwenden! Wenn du jemanden schuldig sprechen möchtest
    fang doch bei den Prüfanstalten an die diese Mittel zulassen.“

    Das ist zu einfach, wenn nicht zu billig.
    Der Dieselskandal ist die gleiche Schublade!!!
    Da hat man auch Werte versprochen, die nicht passen.

    Billig ist tatsächlich das Argument, es dem Verbraucher zuschieben zu wollen. WER bestimmt eigentlich den Milch- oder Fleischpreis oder den Preis fürs Gemüse?
    Wer kauft bei den Landwirten die Milch, das Fleisch, das Gemüse ein?

    Als Landwirt, der entweder Fläche an Gemüsegrossisten verpachtet- oder für die anbaut, sollte das bekannt sein.

    Ich denke es ist an der Zeit „mal SELBER“ eine Einkaufstasche unter den Arm zu nehmen und mal durch einen Laden zu gehen, um Bio-Gemüse oder Fleisch einkaufen zu wollen.
    Biozwiebeln aus Spanien sind für mich, allein wegen der Entfernung KEIN Bio mehr. Gleiches gilt für alle anderen Gemüse auch.

    Mir ist auch nicht bekannt, das der Bio – MILCH – Bauer einen erhöhten Milchpreis erhält, der den LADEN – Preis rechtfertigen würde.
    Findet man in der Gegend einen Laden, der Bio – Fleisch von Schulze Pröbsting verkauft? Oder sogar Bio Gemüse? Angebaut wird ja reichlich. Warum ist das so?

    Der Verbraucher hat nur die Möglichkeit in den jeweiligen Laden zu gehen, um das zu kaufen, was benötigt wird. Der Preis spielt dabei wohl die gravierende Rolle. WER macht die eigentlich?
    Landwirte offensichtlich nicht, sonst würden keine Traktorkollonnen bis nach Berlin fahren.
    An welcher Stelle hätte der Verbraucher denn die Möglichkeit sich dafür zu entscheiden u n d, wo würde es dann beim Landwirt ankommen?

    Knebelverträge mit den Großabnehmern, die führen zu derartigen Verhältnissen. Ansonsten meine ich, sollten die Landwirte mal die Milch, das Gemüse oder das Fleisch einfach da lassen wo es ist.
    U n d, in Zukunft mehr Abstand zum Berater der Landwirtschaft oder zum Berater der Hausbank.

  2. @fjk
    Ich gebe Ihnen Recht, dass Schuldzuweisungen gar nichts bringen. Deshalb muss aufgeklärt werden, ohne irgendwelche Halbwahrheiten zu verbreiten. Auch die Bauern müssen mehr aufklären. Dass die Bauern nicht für Veränderungen offen sind würde ich nicht behaupten.

    Oft wird es so dargestellt, als wären Landwirte die größten Umweltbeschmutzer und Naturzerstörer. Doch die Natur ist die Grundlage für jeden Bauern. Ich glaube nicht, dass jemand Interesse daran hat, diese zu zerstören.

    Am Ende geht es doch darum, dass die Landwirte ein auskömmliches Einkommen erzielen können, und zwar unter Rahmenbedingungen ohne Wettbewerbsnachteil. Was bringt es uns wennn wir die Landwirtschaft in Deutschland abschaffen und alles aus dem Ausland importieren? Und die Lebensmittel sind dann bestimmt nicht besser/ gesünder/ umweltfreundlicher produziert.

    Und da Sie das „Nitrat-Problem“ ansprechen, empfehle ich Ihnen folgendes Video anzuschauen. Da kann man eigentlich nur noch mit dem Kopf schütteln, wenn man sich das anguckt:

  3. Jochen Schulze Pröbsting // 25. Februar 2020 um 23:12 //

    FJK
    Hallo Franz Josef….
    Landwirte nicht willens ???
    Du scheinst zu vergessen das Landwirte nur zugelassene Mittel verwenden !
    Wenn du jemanden schuldig sprechen möchtest fang doch bei den Prüfanstalten an die diese Mittel zulassen.
    KEIN Landwirt hat ein Problem damit wenn Glyphosat EU weit oder Weltweit verboten wird!
    Aber den Landwirt die Schuld zuschieben scheint einfach!
    Geprüfte Mittel exakt dosiert sind bedenkenlos einsetzbar.
    Wenn das Volk nur Bio möchte passen die Landwirte sich an, aber das Kaufverhalten ist eben nicht so. Vielleicht sollte man hier ansetzen.
    Oder muss dann jeder selbst an sich arbeiten und kann sich nicht einfach einen Schuldigen suchen ?

  4. Klaus Lütke-Sunderhaus // 25. Februar 2020 um 19:04 //

    Kaum bereiten die drei großen Umweltverbände eine Volkinitiative in NRW vor schon werfen die Politiker Rauchbomben um ihr Nichtstun zu vernebeln.

  5. Hab nochmal nachgelesen:Artikel im Der Spiegel von Güven Purtul vom 16.11.2015:
    Darin steht das Mengenangaben für Mittel in der Landwirtschaft jedes Jahr bekannt gegeben werden, aber bei den Farben und Aussenputzen keiner sagen kann wieviel Chemikalien unter anderem auch ein Nervengift,was in der Landwirtschaft seit 2002 verboten ist jährlich in Deutschland an die Fassade aufgebracht wird.

  6. Alles richtig aber wer weiß denn schon das in Deutschland der größte Einzelverbraucher von Glyphosat die Deutsche Bahn ist um das Streckennetz von Unkraut frei zuhalten. In den letzten 2 Jahren aufgrund der Trockenheit weniger. Wie schaut es denn aus mit den Aussenputzen /Dämmung und Farben wie stark sind die mit Mitteln belastet damit diese bei Nässe nicht weggammeln. Wieviel wird davon abgeregnet/ ausgewaschen und landet unbeachtet ins Erdreich? Was sind das für Mittel und in wie weit schaden diese der Umwelt?

  7. Franz-Josef Kunst // 25. Februar 2020 um 12:37 //

    @JGH
    Glyphosat muss so schnell wie möglich aus dem Verkehr gezogen werden. Wenn wir darauf warten wollen, bis vergleichbare Stoffe zum Einsatz kommen wird Glyphosat in alle Ewigkeit bleiben. Ein mörderisches Mittel.. für die Natur, für die Insekten und für den Menschen. Alternative Methoden der Unkrautbekämpfung gibt es übrigens. Bei Glyphosat darf es keine Kompromisse geben. 99% des Glyphosatverbrauchs erfolgt in der Landwirtschaft. Zuviele sind daran schon gestorben.. und Menschen schließe ich ausdrücklich nicht aus. So schrieb ich bereits auf facebook.

    Ich möchte noch etwas hinzufügen: Ein wesentliches -aktuelles- Problem besteht darin, dass die Landwirte nicht in der Lage aber meistens nicht willens sind, Realitäten anzuerkennen und daraus resultierende Schlüsse in korrigierendes Handeln umzusetzen. Neben dem Problem Glyphosat steht hier Nitrat. Die Natur ist nicht „Alleinbesitz“ der im Aussenbereich lebenden Mitbürger, meist Landwirte. Wie kann es beispielsweise sein, dass die Stadt Gescher ein Klimaschutzkonzept hat.. das aber nur für die Stadt, nicht für die Bauerschaften gilt? Wichtig ist, miteinander umfassend in`s Gespräch zu kommen, weg von der ewigen Schuldzuweisungsdiskussion. Das muss auf vielen Ebenen stattfinden. Wenn wir die Fehlentwicklungen nicht korrigieren, wird es die Natur tun. Ob uns das gefällt, sei dahin gestellt.

  8. Das Verbot von glyphosathaltigen Unkrautvernichtungsmitteln für Privatanwender ist aus meiner Sicht sinnvoll und längst überfällig. Im Gegensatz zu den Landwirten haben Privatanwender oft nicht die nötigen Kenntnisse darüber wie diese Mittel fachgerecht angewendet werden. Oft werden diese Mittel dazu genutzt versiegelte Flächen von Unkraut freizuahlten. Und dann wird oftmals auch noch völlig überdosiert ausgebracht. Wenn jedoch glyphosathaltige Unkrautvernichtungsmittel von Landwirten ausgebracht werden, halte ich das für bedenkenlos und nicht umweltschädlicher als andere Formen der Unkrautbekämpfung. Die Landwirte haben die nötigen Kenntnisse und mondernste Technik solche Mittel auszubringen.

  9. Christian Schultewolter // 24. Februar 2020 um 17:48 //

    Super Sache! Gibt es denn für die privaten Anwender Alternativen? Gibt es auch qualitative Ersatzstoffe für
    Landwirte, wenn auch für Sie der Verbot kommt. Ein wirtschaftlicher Schaden für Landwirte darf nicht das Ziel sein.

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