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Rat „segnet“ Grundstückstausch für neuen Kindergarten ab

Gescher (fjk). Nur zwei Zuschauer vom Meisenweg hatte die letzte Ratssitzung. Sie waren gekommen, obwohl ihr Tagesordnungspunkt im nichtöffentlichen Teil der Sitzung behandelt wurde. „Wir wollen damit signalisieren, dass wir mit der Vorgehensweise der Verwaltung nicht einverstanden sind,“ sagte Stefan Schwanekamp vom Meisenweg. Die Anlieger dort kämpfen um ihren Spielplatz.

Die Katholische Kirchengemeinde will einen neuen -dringend benötigten- 5-zügigen Kindergarten bauen. Im Rahmen eines komplizierten Tauschgeschäftes soll die GENO den Spielplatz am Meisenweg von der Stadt erhalten. Als Verlierer sehen sich die Nachbarn des Spielplatzes. Sie wollen ihren Spielplatz behalten und fühlen sich von der Verwaltung arglistig getäuscht.

Man habe der Stadt angeboten, den Spielplatz zu einem mehr als marktüblichen Preis zu erwerben. Ziel sei es gewesen hier ein „Naturjuwel“ zu schaffen: „Viel für die Natur, viel für die Kinder und viel für die Nachbarschaft,“ machte Schwanekamp seinen Unmut Luft. Die Verwaltung habe abgewinkt, von den Nachbarn vorgelegte Alternativlösungen gar nicht oder nur unzureichend geprüft. Zudem stelle die Stadt das von ihr kürzlich verabschiedete Spielplatzkonezpt ad absurdum. Dort hieße es, beim Verkauf von Spielplätzen seien als erstes die Nachbarn zu berücksichtigen und Gespräche mit ihnen zu führen.

Bürgermeister Kerkhoff will das so nicht stehen lassen. Von GescherBlog mit den Vorwürfen konfrontiert, sagte er, es habe aus seiner Sicht ausreichend Gespräche mit den Nachbarn gegeben. Es sei aktuell nun mal Aufgabe der Stadt, Wohnraum und Kindergartenplätze zu schaffen. Kerkhoff bestätigte zwar den Vorrang der Nachbarschaften beim Verkauf von Spielplätzen.. das sei aber ein Grundsatzbeschluss des Rates gewesen, im konkreten Einzelfall könne er sich  immer anders entscheiden.

Auf das Kaufangebot der Nachbarschaft angesprochen, meinte der Verwaltungschef: Ziel sei es nicht, einen möglichst hohen Kaufpreis zu realisieren, sondern „einen Zweck“ zu erzielen. Der Zweck  sei hier Kindergartenplätze und Wohnraum zu schaffen. Ausserdem würden den Nachbarn ca. 400 qm als Nachbarschaftsfläche kostenlos zur Verfügung gestellt.

Und so sieht das „Dreiecksgeschäft“ Kindergarten aus:

1. Die katholische Kirchengemeinde erhält das Grundstück des Weiterbildungszentrums/Musikschule an der Riete, um dort einen Kindergarten zu bauen. Das Grundstück ist im Besitz von Strothmann/Münster (Edeka). Es sollte ursprünglich als Tauschgründstück zwischen Strothmann und der GENO  für eine Wohnanlage der GENO an der Bahnhofstraße dienen, die für die Errichtung des Edeka-Marktes abgerissen wird.  Die Mieter dort wurden zwischenzeitlich informiert, dass sie neue Wohnungen erhalten.

2. Das Grundstück des Marienkindergartens an der Twente erhält die GENO.  Der Kindergarten wird abgebrochen. Sie wird dort preisgünstigen Wohnraum erstellen.

3. Die GENO erhält zudem den Spielplatz am Meisenweg. Dort soll eine Wohnanlage errichtet werden. Für den Fall, dass die GENO hier die angestrebte Anzahl von Wohnungen nicht realisieren kann, muss die Stadt ihr ein weiteres Grundstück zur Verfügung stellen oder einen finanziellen Ausgleich leisten.

CDU und GRÜNE beauftragten den Bürgermeister, auf dieser Basis den Abschluss herbeizuführen. Verträge und Fortschritt des Verfahrens soll den politischen Gremien noch einmal vorgelegt werden.

3 Kommentare zu Rat „segnet“ Grundstückstausch für neuen Kindergarten ab

  1. Alter Gescheraner // 30. März 2020 um 14:24 //

    So lange der Vorstand der Geno weiterhin aus ehemaligen Verwaltungsleuten, ehem. Mitarbeiter der Stadt Gescher, Pfarrgemeinderatsmitglieder, Kirchenvorstandsmitglieder und Freunden, die ihr Leben lang bei Huesker tätig waren, wird sich da nix ändern.

    Alles zum Nachteil der Bevölkerung zum Wohlergehen der Kirche / Bistumskasse.

  2. verärgerter Bürger // 28. März 2020 um 12:34 //

    @Andi a.H//

    So lange der Vorstand der Geno weiterhin aus ehemaligen Verwaltungsleuten und Freunden, die ihr Leben lang bei Huesker tätig waren, wird sich da nix ändern.
    Wie sollte man auf die Idee kommen, die Ehefrau des ehemaligen Chefs darum zu bitten, sich Leben in die Nähe der Immobilie zu holen?
    Man müsste sich ja evtl. arrangieren mit den zukünftigen Nachbarn.
    Die Immobilie, wie die Nachbarn berichten, wird von einer Person alleine bewohnt. Dagegen ist vom Grundsatz her nichts ein zu wenden.
    Frage stellt sich nur, wie man eine derartige Fläche mittig in einem Wohngebiet, weiterhin der Allgemeinheit vorenthalten kann.

  3. Andi a. H. // 27. März 2020 um 12:55 //

    Zitat: „… GENO erhält zudem den Spielplatz am Meisenweg. Dort soll eine Wohnanlage errichtet werden … für eine angestrebte Anzahl von Wohnungen …“

    Wieviel Wohnungen eigentlich?

    Warum dort? Nur weil die Fläche im Besitz der Stadt ist? Ist ja so schön einfach, kreativ aber offensichtlich nicht. Und das Bürger- und Nachbarschaftsengagement wird wieder mit Füßen getreten. Es besteht nicht nur die Bereitschaft seitens der Nachbarschaft, sich um die Fläche zu kümmern. Nein, sie würden sogar kaufen. Aber mit den Argument, Wohnraum schaffen zu müssen, geht das nicht?

    Wo ist da der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit, wenn ich gedanklich bspw. die große Freifläche 200 Meter weiter im 4-Eck-Areal „Eschstraße, Zeisigweg, Meisenweg und Jägerweg ins Spiel bringe? Dort passiert seit Jahrzehnten nix, vermutlich weil in privater Hand. Warum wird diese Fläche nicht mit aktiven Engagement ins Visier genommen und in die Planung zur Schaffung von Wohnraum mit einbezogen? Platz ist da in Verhältnis zur Grünfläche Meisenweg ohne Ende …

    Wie und wo lang soll die Wohnanlage unmittelbar an den Friedhof grenzend überhaupt erschlossenen werden? Durch die viel zu schmalen Zuwendungen vom Meisenweg oder Lerchenweg? Oder mit einer neuen Straßenerschließung ab Nordkamp beginnend an der Totenhalle über den jetzigen Rad- und Wanderweg längs des Friedhofs?

    Und dann am besten auch noch mit Abrechnung von Erschließungsbeiträgen zu Lasten der Anwohner am Meisenweg oder Lerchenweg? Weil sie dann ja auch rückwärtig oder seitlich an ihren Grundstücken anbinden können?

    Falls ja, Respekt Herr Bürgermeister, Verwaltung und Politik. Würde zu dem passen, was bislang so alles geschah …

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