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Strategiepapier: Kerkhoff will Bocholt retten, aber wer rettet Gescher?

CDU Fraktion will Antrag für "gescherspezifisches Hilfsprogramm" vorlegen

Gescher/Bocholt (fjk). Bürgermeister Thomas Kerkhoff kann sich über Arbeitsmangel nicht beklagen. (Noch)Bürgermeister in der Glockenstadt sein und Bürgermeisterkandidat in Bocholt lassen Langeweile nicht aufkommen. Zudem verstärkt die Coronakrise sowohl in Gescher als auch in Bocholt die kritische Gemengelage fast täglich. Beispiel: Der Niedergang von Gastronomie und Einzelhandel. 

Die seien für das Stadtbild und die Aufenthaltsqualität von entscheidender Bedeutung, schreibt Gescher`s Verwaltungschef in einem Strategiepapier.. für die Stadt Bocholt.  Aus diesem Grund bestehe ein gesteigertes öffentliches Interesse an der Erhaltung dieser Strukturen. Das Papier wurde zwischenzeitlich als „Prüfantrag“ über die CDU-Fraktion der Stadt Bocholt dem Rat zur Entscheidung vorgelegt.

Den Fokus richtet Kerkhoff  u. a. aber dennoch in besonderer Weise  auf die Gastronomie. Die  Branche kann keine Nachholeffekte erzielen. Margen in der Gastronomie sind auch in normalen Zeiten eher gering, sodass eine Rücklagenbildung schwerfällt.  Die Gastronomie ist stadtbildprägend für die Innenstadt und wichtig für das soziale Leben in den Stadtteilen und das Lebensgefühl in „Bocholt“.

Michael Kösters, HOTEL TENBROCK

Hotelier Michael Kösters unterstreicht die Analyse des Bürgermeisters. „Die lokale Unternehmensstruktur in dieser schwierigen Zeit zu unterstützen, daran geht kein Weg vorbei,“ so der Chef vom Hotel Tenbrock. Andere Städte in der Nachbarschaft machten`s vor. „Warum wird der Bürgermeister von Gescher in Bocholt aktiv, aber nicht bei uns?“ Die Situation der Gastronomie sei in Gescher nicht besser als anderswo.

Für die Stadt Gescher sind Maßnahmen ebenso in der Überlegung, antwortet Thomas Kerkhoff in einer Stellungnahme. Eine konkrete Hilfe für ein Gescheraner Unternehmen habe es bereits gegeben. „Darüber hinaus sind wir gemeinsam mit dem Stadtmarketing in interkommunalen Gesprächen mit Nachbarstädten, um den Handel und die Gastronomie in Gescher und regional dauerhaft zu stärken.“

Kerkhoff weiter:  „Die CDU-Fraktion ist zu diesem Thema bereits aktiv geworden.  Mir liegt nach zwei Gesprächen mit der CDU-Fraktion in der vergangenen Woche die Ankündigung zur Prüfung eines „gescherspezifischen Hilfsprogramms“ seitens der CDU vor.  Sie wird hierzu einen Antrag einbringen.“

B. Blesenkemper, MADE IN BOCHOLT

In Bocholt hat das Strategiepapier des Bürgermeisters große Beachtung gefunden. Skeptisch sieht Berthold Blesenkemper, Inhaber des Online-Magazins MADE IN BOCHOLT, die grundsätzliche Einmischung des Bürgermeisters von Gescher in die laufende Politik in Bocholt. In einem Kommentar schreibt er hierzu:

„Zwar unterstreicht er hier eindeutig seine fachliche Kompetenz. Gleichzeitig aber mischt er sich als Außenstehender von Gescher aus und (noch) ohne jegliches Wählermandat aktiv in eine laufende politische Entscheidung des Rates ein. Wer die Bocholter kennt weiß, das haben die nicht so gerne. Hätte Kerkhoff die Fraktionen einfach nur beraten und sich ansonsten im Hintergrund gehalten, wäre es besser gewesen. Denn dadurch, dass er das Konzept selbst als scheinbar siegesgewisser Bürgermeisterkandidat unterzeichnet hat, stuft er es leider und völlig unnötig zu einem plumpen Wahlkampfpapier herab.

*Foto: Internet/Archiv

10 Kommentare zu Strategiepapier: Kerkhoff will Bocholt retten, aber wer rettet Gescher?

  1. Böing Helmut // 18. September 2020 um 20:18 //

    Gemessen an dem was sein Vorgänger geleistet hat, muss ich nach 50 Jahren SPD
    Mitgliedschaft sagen: Herr Kerkhoff hat durchaus einiges im positiven Sinne
    für Gescher bewegt!!! Fehler macht jeder! Aber nur das negative zu sehen
    ist auch ein Fehler, erst Recht wenn man an keiner Stelle wirklich
    Alternativen aufgezeigt hat!! Recht u- Pflicht einer Opposition ist es andere umsetzbare Alternativen aufzuzeigen! Wo waren die beim neuen “ Sport-
    zentrum“ ( Hätte man auch gleich ein paar Km weiter Richtung Ahaus bauen
    können neben dem Brennelemente Zwischenlager!!!! Bewusst
    zugespitzt!! Feuerwehrgerätehaus Gegenvorschläge: FEHLANZEIGE!! Man könnte
    die Liste beliebig verlängern!!!!!! Opposition heißt nicht nur kritisieren
    sondern auch Alternativen auf zu zeigen! Leider nicht nur bei der SPD
    FEHLANZEIGE!!!! Es tut mir leid, nach gut 50 Jahren SPD, solche Zeilen
    schreiben zu müssen!! Leider ist es bittere Realität!!

  2. verärgerter Bürger // 6. Juni 2020 um 12:08 //

    Bevor die Lobhudelei Überhand nimmt, darf ich darauf hinweisen, dass das Industriegebiet und dessen Umfeld nicht mal eben vom Himmel gefallen ist, wie Herr Kerkhoff Bürgermeister wurde. Nein, es wurde vorher gut bedacht und vorbereitet. Da ist Herr Kerkhoff lediglich auf einen fahrenden Zug aufgesprungen.
    Die Lorbeeren stehen jemand anderem zu.

    Bezüglich der Pankratiusschule darf ich an die Elterninitiative erinnern, die ihre Kinder nicht mehr zur Schule schicken wollten wegen der Verseuchung. Da hat Herr Kerkhoff vieles, aber eben NICHT wie ein Bürgermeister reagiert.

    Der Theatersaal wird weiterhin geplant wie ein Eventmonster das dann auch noch etwas dubios ausgeschrieben werden soll. Ebenfalls KEINE Glanzleistung.

    Der Verkauf der Kattenborg ist wohl auch in völliger Vergessenheit geraten?

    Die Ära „Ganten“ dürfte noch allen im Kopf sein oder?
    Glanzleistung eines Bürgermeisters, seinem Vermieter gegenüber.

    Zuerst wurde der Ankauf des Reiterhofes „abgelehnt“.
    Nach ca. einem Jahr wurde der dann doch vom Museumsfreund
    „an die Stadt verkauft“! Haben alle vergessen was und wie viel Geld dazwischen hängen geblieben ist, „beim Verkäufer“?
    Glanzleistung sieht anders aus.

    Dem Museumsfreund gegenüber war der Bürgermeister sehr sehr lange nachgiebig. Es hat KEINE Probleme seitens der Stadt gegeben, wie der Abriss im Armland monatelang „ungesichert“ gelegen hat.
    Konsequentes Handeln sieht anders aus.

    Wir erinnern uns wie der Museumsfreund den Bürgermeister erpressen durfte und damit monatelang im Armland die Baustelle durch ein Gerüst blockiert wurde. Auch da fehlte es an konsequentem Handeln.
    Kann man auch Freunden gegenüber schlecht oder?

    Das letzte Kungelgeschäft wurde gerade erst abgeschlossen.
    -Siedlungsgenossenschaft – Kirche – Stadt-
    Und immer schön OHNE die Anlieger mit ins Boot zu nehmen.

    Einen Haushalt zu sanieren, a b e r, dabei die Einnahmen zu erhöhen durch höhere Steuersätze ist an sich weniger eine Kunst. Demnach weder erwähnenswert noch eine Glanzleistung!

    Darauf sollten bei der Wahl viele achten.
    Eingebrockt hat uns das die C D U!!!
    Kennt jemand ein C D U – Mitglied was in einer Straße wohnt, die in Kürze ausgebaut wird?

    Die Liste ließe sich verlängern.

    Mit derlei C D U – Klüngel, der auch noch massiv Grün unterstützt wurde, sollte das Ende eingeläutet werden.

    „Paolbörger“ und „interessierter Bürger“, auch ein scheidender Bürgermeister muss und soll sich der Kritik stellen.
    Die von Ihnen genannten Glanzleistungen kann ich leider für Gescher NICHT erkennen.

  3. Ein Bürger // 6. Juni 2020 um 11:20 //

    @Paohlbürger Sie schreiben, dass Herr Kerkhoff das Recht habe, in Bocholt schonmal Wahlkampf zu machen. Natürlich stimmt das grundsätzlich, aber das sollte er nicht mit diesem Thema machen. Die Bocholter haben sich ja nicht ohne Grund über diese „Tat“ von unserem BM aufgeregt, bezichtigt er die Politik dort damit doch in gewisser Weise als unfähig, selbst eine Strategie auszuarbeiten. Und das ist im Wahlkampf sicherlich nicht förderlich.

  4. Nur ein zugezogener // 6. Juni 2020 um 11:17 //

    Wenn ja angeblich nur die Gescheraner etwas gegen Kerkhoff haben, hier mal ein paar Worte von einem Nicht-Gescheraner (also einem zugezogenen).

    Natürlich hat Herr Kerkhoff in Gescher auch viele tolle Sachen gemacht, sonst hätten die Gescheraner ihn vermutlich schon längst mit Fackeln und Mistgabeln aus dem Rathaus vertrieben (was ich einigen tatsächlich zutrauen würde). Allerdings hat er dabei auch einige Dinge gemacht, worüber sich die Gescheraner zurecht aufregen. Hier mal etwas von dem, was mir in meinen fünf Jahren in Gescher so hängengeblieben ist:
    – Nulltrasparenz im Rathaus
    – Erhöhung der Straßenausbaubeiträge in die Unendlichkeit
    – Kostenexplosion beim Theater- und Konzertsaal für Dinge, die keiner wollte
    – Ignoranz bei der Pankratiusschule für Anforderungen derer, die wirklich Ahnung haben
    – Ignoranz des Gesetzes bei der Lage der Casinos
    – Keine (offene) Strategie in Gescher wegen Corona. Er sagte, dass man das erst im Herbst braucht (wo er zufällig kein BM mehr ist)
    – „Geld aus dem Fenter werfen“ bei dem ehem. Reithof neben dem Campus

    Und das sind häufig keine Kleinigkeiten, sondern doch recht krasse Dinge. Die Gescheraner, die die Politik interessierter verfolgen, als ich, können diese Liste sicher noch erweitern.

  5. Hubert // 6. Juni 2020 um 10:43 //

    Jetzt fängt der Wahlkampf an… die beiden vorherigen Kommentare stammen dann vermutlich von CDU Mitgliedern??? Wichtig ist doch wohl, was aus Gescher zukünftig wird!!! Und wie geht es mit dem Coronavirus für das Hotel- und Gaststättengewerbe und dem gesamten Gewerbe- und Dienstleistungssektor in Gescher weiter??

  6. interessierter Bürger // 6. Juni 2020 um 10:04 //

    @Paohlbörger, da gebe ich Dir völlig Recht. Der Gescheraner ist da „einfach anders“. Von Natur aus wird lieber gemeckert statt gelobt.
    Ich finde es sehr schade das Thomas Kerkhoff uns nach einer Amtszeit bereits verlässt. Er hat hier wirklich viel umgesetzt.
    – Haushalt auf Vordermann gebracht
    – sehr tolle Gewerbebetriebe angesiedelt
    – K44 durchgeboxt und jetzt Startschuss gegeben
    – Umbau Pankratiusschule
    – neues Baugebiet
    – Förderung für Theater & Konzertsaal
    das einzige was noch nicht wirklich gut angelaufen ist, dass ist der Neubau der Feuerwehr. Hier dürfte man sich mal die Nachbarstädte anschauen. Wünsche ein frohes Wochenende

  7. Paohlbürger // 5. Juni 2020 um 21:25 //

    Es ist nicht in Ordnung,wie man mit Herrn Kerkhoff an dieser Stelle
    umgeht.
    Wenn er sich um das Amt in Bocholt bewirbt,ist es sein gutes Recht
    in Bocholt Wahlkampf,außerhalb seiner Dienstzeit in Gescher, zu machen.
    Ob wir jemals einen solchen BM in Gescher wiederbekommen,glaube ich
    nicht.Herr Kerkhoff hat den Haushalt der Stadt konsolidiert,die
    Gewerbeansiedlung vorangebracht,Fördergelder für die Sanierung des
    Theater-u.Konzertsaal beantragt u.erhalten und viele Dinge auf den
    Weg gebracht.
    Es ist unfair mit einem scheidenden BM so abzurechnen,aber Undank ist der Welten Lohn.

    Bocholt kann sich glücklich schätzen, wenn Herr Kerkhoff die Wahl gewinnt.
    Ich wünsche ihm von ganzem Herzen alles Gute für seinen weiteren
    Weg für die berufliche Zukunft und für seine Familie.
    Wir werden Herrn Kerkhoff demnächst noch oft vermissen.

  8. verärgerter Bürger // 5. Juni 2020 um 17:52 //

    Ich verstehe nicht, warum man den „noch“ Bürgermeister überhaupt noch zu irgend etwas fragt.
    Warum sollte er seine Einstellung zu Gescher in den letzten 3 Monaten ändern? Die stand schon fest, BEVOR er in Gescher angefangen hat.

    Gescher sollte froh sein das Herr Kerhoff das Handtuch wirft. Lieber ein Schrecken mit Ende, als ein Schrecken ohne Ende.

    In Gescher sollten keine Fragen auftauchen, was wohl passiert, wenn Herr Kerkhof die Wahl in Bocholt mal nicht gewinnt.
    Da er sich mehr wie Siegessicher zu sein scheint, dürften die Zusagen seitens der C D U Bocholt entsprechend groß sein.
    Na ja, er würde sehr weich fallen.

  9. Ein Bürger // 5. Juni 2020 um 17:39 //

    Die Energie für das Strategiepapier hätte er mal lieber in eine Strategie für Gescher stecken sollen. Denn die Wirtschaft in Gescher braucht JETZT mehr als „man wird dazu irgendwann mal was zumindest einreichen“.

  10. Bocholt hat gut Lachen mit 2 Mio. aus dem EU Agrarfond.
    Ahaus 4 Mio.

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