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Keine Fristverlängerung für barbarische Ferkelkastration

Landwirtschaftsministerin Klöckner hält an Verbot betäubungsloser Ferkelkastration fest

Gescher/Berlin. (topagrar). Jedes Jahr werden deutschlandweit etwa 20 Millionen männliche Ferkel in ihren ersten Lebenstagen kastriert. Hierdurch soll der sogenannte Ebergeruch durch die Ferkelkastration vermieden werden, an dem sich die Verbraucher stören könnten.

Bei der Kastration wird den Ferkeln in den meisten Fällen ohne Betäubung die Haut über den Hodensäcken aufgeschnitten. Die Hoden werden herausgedrückt und die Samenstränge durchtrennt oder einfach abgerissen. Dieses barbarische Verfahren soll endgültig ein Ende haben.

Ab dem 1. Januar 2021 gilt in Deutschland in der Schweinehaltung ein neuer Standard. Dann dürfen Ferkel nur noch unter wirksamer Schmerzausschaltung kastriert werden. Es gibt drei Verfahren, die die Kastration ohne Betäubung ersetzen werden: die Mast von Jungebern, die Impfung gegen Ebergeruch und die Kastration unter Vollnarkose.

Alle drei Optionen stehen grundsätzlich zur Verfügung. Je nach Betrieb, Struktur und Vermarktung kann die eine oder andere Methode sinnvoller sein.

In einem Beitrag im Online-Magazin topagrar schreibt Staatssekretär Fuchtel vom Landwirtschaftsministerium dazu: „Mich treibt  die Sorge um, dass offenbar immer noch einige Landwirte daraufsetzen, dass zum Inkrafttreten des Verbots der betäubungslosen Ferkelkastration eine chirurgische Kastration unter Lokalanästhesie möglich sein könnte. Um es an dieser Stelle noch einmal ganz deutlich zu sagen: Die örtliche Betäubung wird ab dem 1. Januar 2021 nicht mehr als rechtskonforme Alternative zur Verfügung stehen.

In Sachen betäubungslose Ferkelkastration hat auch Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner eine Verlängerung der Übergangsfrist über das Jahresende 2020 hinaus kategorisch ausgeschlossen.

„Schmerzausschaltung gilt, Schmerzlinderung ist aus Tierschutzgründen kein durch das Gesetz abgedeckter Weg“, erklärte Klöckner am Mittwoch beim vierten Runden Tisch zur Ferkelkastration, der mit Vertretern aus Handel und Tierzucht per Videokonferenz stattfand. Es gebe hier keinen Verhandlungsspielraum, auch keine Mehrheiten im Parlament; der Stichtag stehe fest. Gleichzeitig zeigte sich die Ressortchefin offen für eine längere Antragsfrist bei der Förderung.

*Quelle: topagrar

*Foto: Wochenblatt

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