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„Fleisch ist zu billig“. Ministerin Klöckner nun doch für Tierwohlabgabe

Berlin (rp). Westfleisch, Vion, Tönnies: Immer wieder kommt es zu großen Corona-Ausbrüchen in Schlachthöfen. Nun wächst der Druck, die Konzerne an die Kandare zu nehmen und den Preiskampf bei Arbeitskräften und im Handel zu stoppen. „Fleisch ist zu billig“, sagte Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU).

Landwirte bräuchten faire Preise, um Stallumbauten zu ermöglichen. Daher setze sie sich für eine Tierwohlabgabe ein. „Auch für die Verbraucher wird sich etwas ändern müssen“, sagte Klöckner heute der dpa. Fleisch solle zwar kein Luxusprodukt für Reiche werden, aber auch keine Alltagsramschware.

Eine Kommission unter Leitung eines ihrer Vorgänger, Jochen Borchert, hatte aufgezeigt, wie nötige Verbesserungen in der Tierhaltung finanziert werden können.

Sie schlägt eine Abgabe auf tierische Produkte vor, die wie eine Verbrauchsteuer funktioniert – und etwa 40 Cent mehr pro Kilo Fleisch zwei Cent mehr pro Kilo Milch bedeutet.

Kritik an Klöckners Plänen kam vom Verbraucherzentrale Bundesverband und der FDP.

„Ein höherer Preis durch eine neue Fleischsteuer oder Tierwohlabgabe garantiert leider keine bessere Qualität, kein höheres Tierwohl oder Arbeitssicherheit in Schlachtereien“, sagte der Chef des Bundesverbands (vzbv), Klaus Müller. Nötig seien bessere Standards und Kontrollen sowie Informationen auf der Packung, um Qualität erkennen zu können.

FDP-Fraktionsvize Frank Sitta sagte, dass Corona-Ausbrüche in Schlachthöfen zum Anlass genommen werden sollten, Fleischpreise staatlich zu erhöhen, sei reine Effekthascherei.

Lies hier den ganzen Beitrag von rp-online

*Foto: Archiv

2 Kommentare zu „Fleisch ist zu billig“. Ministerin Klöckner nun doch für Tierwohlabgabe

  1. Man muss sich überlegen was man will. Eine Branche/System zerstören oder Verbessern. Aktuell sind Terroristen und ein Pfarrer aus Lengerich dabei alles kaputt zu schlagen.
    Kein Problem. Neben Atomstrom können wir auch Fleisch importieren….

  2. Ein Bürger // 23. Juni 2020 um 16:48 //

    Ich bin da bei den Kritiker. Nur weil das Endprodukt mehr kostet, hilft das dem Bauern am Ende keinen Cent weiter. Und selbst wenn das Geld der Abgabe irgendwie dort ankommen sollte, reduzieren die Schlachthöfe einfach den Einkaufspreis.

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