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Ist denn schon Weihnachten? 100.000 Euro für Geschers Bürger zum Shoppen

Gescher (fjk). Vordergründig ging es um die Stärkung des Gescheraner Handels und der Gastronomie. Hintergründig spielte natürlich  der langsam in Fahrt kommende Kommunalwahlkampf ein Rolle. Der Rat fasste am Donnerstagabend mit Blick auf die  Coronakrise einen bemerkenswerten Beschluss: Die Stadt Gescher stellt zur Unterstützung des lokalen Handels und der Gastronomie für das Jahr 2020 einen Betrag von 100.000 EUR außerplanmäßig zur Verfügung (CDU-Antrag),  außerdem soll die Verwaltung  ein Konzept erarbeiten, um den Gastronomen durch eine veränderte Verkehrsführung mehr Außengastronomieflächen unter gleichzeitiger Einhaltung der Hygieneregelungen zu ermöglichen (SPD-Antrag). 

Wie das Geld „unters Volk“ kommen soll, das erläuterte Jana Ay, Geschäftsführerin der Stadtmarketing GmbH,  in einem ausführlichen Vortrag den Stadtvertretern. Der Betrag soll danach über ein digitales Gutscheinsystem durch die Stadtmarketing Gescher GmbH ausgegeben werden. (App: Chayns von Tobit). Die Gutscheine können aber auch „körperlich“ im Büro des Stadtmarketing und anderen Stellen abgeholt werden. Jeder Bürger soll/kann nur einen Gutschein bis max. 100 Euro erhalten.

Ein privat eingebrachter Geldbetrag wird mit dem Gutschein bis zum einem Betrag von 100 EUR mit 25 % unterstützt, sodass bei einem Volumen von max. 100.000 EUR bis zu 400.000 EUR an Umsatzvolumen generiert werden können. Das heißt: Für einen 100 Euro – Sondergutschein muss der Bürger 75 Euro bezahlen.

„Die Abrechnung der Gutscheine erfolgt über die Tobit-Software Chayns, auch für die Händler“ erklärte die Stadtmarketing-Geschäftsführerin. Einhergehen mit den Sondergutscheinen soll der Übergang der Geschercard in ein digitales System. Das sei mit Tobit optimal zu händeln.

Die Gutscheine werden  bis zum 30.09.2020 in Verkaufsstellen in Gescher zu erwerben sein und sollen müssen bis zum 31.12.2020 in den teilnehmenden Geschäften eingelöst werden.

Jana Ay (rechts), Geschäftsführerin der Stadtmarketing GmbH, hielt einen interessanten, informellen Vortrag zum Thema Digitalisierung der Geschercard. Meinungsaustausch gab`s in einer Sitzungspause mit der parteilosen Bürgermeisterkandidatin Anne Kortüm. Sie zeigte sich beeindruckt vom neuen Schwung im Stadtmarketing.

Bürgermeister Kerkhoff berichtete, dass ein Fördersystem über sogen. Sondergutscheine bereits in umliegenden Nachbarstädten wie z. B.  Ahaus, Bocholt und Stadtlohn beschlossen wurde und in Stadtlohn sehr erfolgreich laufe.

Unumstritten war die Thematik allerdings nicht. So stimmten die Grünen wohl für die Erweiterung der Außengastronomieflächen, lehnten den CDU-Antrag auf Bar-Subventionierung durch Sondergutscheine ab. “ Das ist nur dem Wahlkampf geschuldet.“ sagte Wolfgang Brüggestrath. Ganze Bevölkerungskreise, insbesondere weniger wohlhabende,  seien von der Förderung ausgeschlossen, schon weil die Gutscheine nicht bei Discountern eingelöst werden könnten.

Den Ausführungen der GRÜNEN schloss sich auch Werner Bönning, Fraktionssprecher der UWG, an. Er nahm bedauernd einen eigenen Antrag der UWG zurück. Die UWG wollte Kleinunternehmen, Händler und Gastronomen für 3 Monate mit je einem Betrag von 2000 Euro stützen. (sogen. Ratinger Modell). Bönning sah aber ein, dass die Organisation einer solchen Subvention im Rathaus mit dem derzeitigen Personalbestand nicht zu leisten sei. „Wir ziehen unseren Antrag zurück.“  Er fordete die CDU auf, ebenso ihren Antrag zurückzunehmen. Die Landesregierung werde ein „millionenschweres“ Konjunkturpaket auf den Weg bringen. Das sei erst einmal abzuwarten.

Am Ende versuchten SPD, UWG, GRÜNE und FDP den CDU-Antrag auf Subvention durch Sondergutscheine zu Fall zu bringen. Vergeblich. Als Joker für die CDU-Fraktion erwies sich deren ehemaliges Mitglied Heinrich Böing, heute Mitglied der FDP-Fraktion. Er schlug sich auf die Seite der Christdemokraten und rettete den CDU-Antrag.

Einig waren sich aber ausnahmslos alle darin, die Geschercard in ein digitales System zu überführen. Den ausführlichen Vortrag von Jana Ay honorierten die Stadtvertreter mit  Beifall. 

Lies hier „VeRa hilft“ eine ähnliche Aktion in Velen

 

6 Kommentare zu Ist denn schon Weihnachten? 100.000 Euro für Geschers Bürger zum Shoppen

  1. Ein Bürger // 27. Juni 2020 um 23:06 //

    @Christian wenn Sie die Bildunterschrift gelesen hätten, wüssten Sie, was der Zusammenhang ist.

  2. Christian // 27. Juni 2020 um 11:01 //

    Würde mir jemand bitte den Zusammenhang zwischen Bild und Text erklären? „100.000€ für Geschers Bürger“ und auf dem Bild ist Frau Kortüm, die nun wirklich nichts mit dem Vorschlag und dessen Umsetzung zu tun hat. Ganz im Gegenteil, sie wird von zwei Parteien unterstützt, die sogar klar dagegen sind. Sich „beeindruckt zeigen“ und mit Parteien, die das leider kaum widerspiegeln in den Wahlkampf zu gehen, ergibt meines Erachtens wenig Sinn. Fahren die Grünen, die UWG und Frau Kortüm überhaupt das gleiche Rennen?

  3. GescherBlog // 27. Juni 2020 um 09:35 //

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    Mit besten Grüßen

    Franz-Josef Kunst

  4. Es leiden besonders Kleinunternehmen (Gastronomie und Geschäfte) unter Corona, die Gastronomie läuft, aber nicht wie gehofft, es kommen viel weniger als erwartet.

    Es gibt aber auch die Geschäfte, die unter Corona zulauf hatten, wie die Baubranche und Supermärkte. Die Supermärkte sind ausgeschlossen worden. Ich freue mich schon als Eigenheimbesitzer für 75 Euro Anschaffungen im Wert von 100 Euro machen zu können, die Geschercard im Baubereich macht es möglich.

    Den Innenstadtgeschäften helfe ich damit aber nicht.
    Ich hoffe, es gibt hier auch eine Regelung, dieses zu verhindern

  5. Ein verärgerter Bürger // 26. Juni 2020 um 19:03 //

    @covid mittlerweile dürfen sich bis zu 10 beliebige Personen ohne Abstand zueinander treffen.

    Und warum wird hier überhaupt Tobit unterstützt? Den Laden sollte man lieber direkt schließen! Schließlich sollte allgemein bekannt sein, dass dort die Auszubildenden auf’s Äußerste Ausgebeutet werden. Jeder, der mal bei Tobit war, mit dem ich bisher gesprochen habe, hat das ausnahmslos bestätigt. Sowas kann die Stadt Gescher einfach nicht unterstützen, auch wenn Chayns vollkommen kostenlos ist.

  6. Auf dem o.g. Bild sind 9 Personen zu sehen, lediglich eine mit Maske und 1,5 Meter Abstand hält keiner ein … müssen wohl alle zur Familie gehören … und Tobit soll wohl einen Auftrag ohne vorherige Ausschreibung bekommen, oder ist die schon gelaufen ?

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