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Zweiter Standort für Lebensmittelmarkt in Hochmoor kommt in`s Spiel

Gescher (fjk). Es bräuchte ein Potenzial von 4.000 Einwohner, um ein sich tragendes Einzelhandelsgeschäft in Hochmoor zu installieren, sagte Bürgermeister Kerkhoff zu Beginn der Diskussion um die dringend gewünschte Ansiedlung eines Nahversorgers im Ortsteil Hochmoor. Die FDP hatte das Thema auf die Tagesordnung setzen lassen.

Hochmoor könne diese Größenordnung aber nicht bieten. Für Standorte mit weniger als 4.000 Einwohnern gelte es verkehrsgünstige Standorte zu finden, von denen man direkt in den Markt einfahren könnte um Verkehrsströme zu nutzen, erläuterte der Bürgermeister. Aus diesem Grund hat die Stadt Gescher erst vor wenigen Monaten ein Grundstück am Rande des Baugebietes erworben. Dieser Standort wurde bisher favorisiert.

Hohes Zuschauerinteresse zur Bezirksausschusssitzung am Dienstagabend in der Grundschule Hochmoor

In den vergangenen Wochen hat sich bei der Verwaltung ein weiterer Supermarktbetreiber gemeldet, und Interesse bekundet. Allerdings nicht an der von der Stadt vorgesehen Fläche, sondern an der anderen Seite  des Baugebietes, Höhe Kreisverkehr. Hier sei die Achslage für den Investor interessant.

Die Verwaltung wird versuchen, den Sommer über die Sachlage für diesen neuen Standort zu klären. Inwieweit besteht Verkaufsbereitschaft der Grundstücksinhaber, wie ernst ist das Interesse des Investors? Die Zufahrt zum „Markt“ würde von der Gescherer Straße aus sein, nicht von der Velener.

Mit den Erschließungsarbeiten für die Baugrundstücke an dieser Stelle hat man bereits begonnen. Sollten sich die Ansiedlungspläne verdichten, müßten die bereits erfolgten Erschließungsmaßnahmen zurückgebaut werden. „Wir haben hier einen deutlichen Zielkonflikt,“ stellte der Bürgermeister fest. Ende des Jahres werde man genau wissen, ob hier Baugrundstücke oder ein Discounter entsteht.

Ein neuer Standort, am Kreisverkehr Gescherer Straße, ist für einen Lebensmittelmarkt in`s Gespräch gekommen.

Marc Jaziorski, SPD, wies darauf hin, dass viele Kaufinteressenten davon ausgingen, dass sie im Herbst ein Grundstück erwerben könnten. Grundsätzlich begrüßte er aber, eine zweite Option zu haben. Dennoch sei die Situation extrem schwierig.

„Wir müssen bis Ende des Jahres einen Punkt erreichen, wo Verträge mit einem Investor gemacht werden können,“ skizzierte Kerkhoff das Zeitfenster. Danach müsse klar sein, was zu realisieren sei. Der Ausschussvorsitzende wies auf den Zeitverlust hin. „Wenn wir auf Lebensmittel verzichten, kann sofort mit dem Bauen begonnen werden,“ sagte Reinhold Gertz. „Das ist so,“ pflichtete der Bürgermeister ihm bei.

Ralf Lütkebohmert, CDU, hegte Zweifel am tatsächlichen Interesse eines möglichen Investors. „Wie groß sind die Chancen, oder ist das am Ende nur ein Windei,“ fragte er den Bürgermeister. Ein Windei sei das nicht, festlegen wie groß die Chancen überhaupt seien, wollte sich Kerkhoff allerdings auch nicht. „Wir wollen jede Chance ausloten.“

Am Ende war man sich einig, den Sommer über die Option „Nahversorger Standort Kreisverkehr“ weiter abzuprüfen. Die aktuell vorgesehene Fläche an der Kardinal-Von-Galen-Straße soll abhängig vom Ausgang sonst noch über mehrere Jahre  vorgehalten werden.

5 Kommentare zu Zweiter Standort für Lebensmittelmarkt in Hochmoor kommt in`s Spiel

  1. Ned Flanders // 2. Juli 2020 um 09:19 //

    @Ein Bürger:
    Ihnen ist schon klar, dass es sich um ein reines Wohngebiet handelt, welches in elendig langer Diskussion 12 Jahre lange auf sich gewartet hat. Zudem wird dort gerade eine Baustraße mit Kanalisation gebaut, die im Fall der Fälle wieder zurückgebaut werden muss. Was glaube Sie eigentlich wer das alles bezahlt? Ich möchte nicht wissen, was der jahrelang Kampf um das Wohngebiet gekostet hat. Na klar, den Bau der Straße plus Kanalisation wird auf die Baugrundstücke ungelegt. Der Rückbau dieser Anlage sicher nicht. Und der Aufwand für alle weiteren nötigen Schritte wird auch erst mal kein Supermarkt zahlen. Von daher, hat aktuell niemand etwas von diesen Planungen… Hätte man aber gehabt, wenn man von Anfang die Verbindung von Wohngebiet und Lebensmittelmarkt ernsthaft verfolgt hätte.

  2. ein zweiter Bürger // 1. Juli 2020 um 19:09 //

    … na ja Bäcker mit gerade neuem Cafe und der örtliche Metzger würden wohl nicht so begeistert sein .. solange Verbesserung der Nahversorgung mit ‚es muss ein (Lebensmittel)Supermarkt (Vollsortiment) > 800 qm‘ sein, wird es immer Zielkonflikte geben und die Chance, daß dies überhaupt so weit kommt ist dann wohl eher unter 50% … das kommt halt dabei raus, wenn man kein Gesamt-Konzept hat, sondern nur Einzel-Themen nebeneinander her koordiniert, bis sie aufeinander treffen …

  3. Ein Bürger // 1. Juli 2020 um 17:16 //

    @Ned Flanders, warum sollte niemand etwas davon haben, wenn dort ein Supermarkt errichtet wird? Aktuell gehe ich eher davon aus, dass unsere Mitbürger aus Hochmoor den Supermarkt egal an welcher Stelle mit offenen Armen begrüßen würden.

  4. Ned Flanders // 1. Juli 2020 um 13:31 //

    Aus Sicht der vielen Bauwilligen Menschen aus Hochmoor ist das aktuelle Vorhaben nur schwer nachvollziehbar. Seit 3 Jahren (insgesamt sogar schon seit 12 Jahren) wird mit Hochdruck an dem neuen Baugebiet gearbeitet… Dann wird endlich begonnen eine Baustraße zu errichten. Alle Menschen fangen an zu planen, Finanzierungen aufzustellen und auf einmal soll wieder alles in Frage gestellt werden??? Die bis dahin bereits gebaute Straße vielleicht sogar zurückgebaut werden (auf Kosten der Steuerzahler – ein Traum)? Vielleicht das ganze Baugebiet in Frage gestellt werden? Schließlich handelt es sich aktuell um ein reines Wohngebiet, welches offensichtlich erstmal zu einem Mischgebiet umgebaut werden müsste…
    Wieso gab es diese Planungen nicht schon vorher? Das Vorhaben an der ursprünglichen Stelle gab es ja schon vorher und trotzdem wurde das nicht berücksichtigt! Alles in allem mal wieder sehr unglücklich gelaufen… da haben weder die jungen Leute, die Bauen wollen, noch die älteren etwas von.
    #justgescherthings

  5. verärgerter Bürger // 1. Juli 2020 um 11:55 //

    Wenn man sich die Karte bzw. das Foto ansieht, erschließt sich mir nicht, wo am Kreisverkehr ein Vorteil liegen sollte.
    Aus verkehrstechnischer Sicht dürfte die Ecke Kardinal van Galen Straße, Velener Straße da unkomplizierter und besser sein, wie direkt am Kreisverkehr.
    Es hat den Anschein, als wenn es der Grundstück -EIGENTÜMER- ist, der da bauen möchte. Das sein dem gegönnt.
    Da sollte die Verwaltung aber versuchen, den um zu stimmen.
    Oder gibt es andere Gründe, die den Standort anzweifeln lassen?
    Verkehrstechnische Gründe kann ich da nicht sehen.

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