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Grünes Licht für Schwarzbaustelle am Kirchplatz

Ausschuss stimmte Nutzungsänderung mit hauchdünner Mehrheit zu.

Gescher (fjk) Die Nutzungsänderung eines Gebäudes am Kirchplatz stand am Mittwochabend -nicht zum ersten Mal- auf der Tagesordnung des Bau- und Planungsausschusses. Der Eigentümer will statt der baurechtlich vorgesehenen gewerblichen Nutzung hier zukünftig die Flächen als Wohnung vermieten. Mit den Bauarbeiten hatte er  bereits begonnen, allerdings ohne Genehmigung. Am Ende sorgte eine Mehrheit von CDU und UWG mit 7 Stimmen hauchdünn dafür, dass nun die Wünsche des Eigentümers in Erfüllung gehen können. Der Nutzungsänderung wurde stattgegeben. 

Uwe Wissmann, zuständig für den Vorgang im Rathaus, erläuterte dass sich der Kreis durchaus eine Wohnnutzung an diesem Platz vorstellen könne. Insofern empfahl auch die Verwaltung, den Wünschen des Bauherrn zu entsprechen und der Nutzungsänderung zuzustimmen.

Dem wollte die SPD Fraktion so nicht folgen. Christian Wellering beanstandete die dreiste Vorgehensweise des Bauherrn. Trotz Baustopps habe der erst kürzlich Fenster und Türen eingesetzt. „Alles läuft hier ohne Genehmigung“, äußerte der Sozialdemokrat sein Missfallen. „Diese Art und Weise des Vorgehens können wir einfach nicht mittragen. Wir wollen nicht Vorschub leisten, dass Leute die meinen es sich leisten zu können, einfach machen was sie wollen.“

Das Verhalten des Bauherrn habe Sanktionen nach sich gezogen, erläuterte Uwe Wissmann. „Es ist nicht so, dass jeder in Gescher tun und lassen kann was er will.“

Wellering, SPD, warnte davor, hier so einfach die Zustimmung zu erteilen. Bei Wohnbebauung an dieser Stelle könne am Ende die Außengastronomie, z. B. vom Domhotel, bei Lärmklagen „dichtgemacht“ werden. Er wies auf einen sehr ähnlichen Fall in Darfeld. „Selbst in Bayern mussten Biergärten zumachen.. und das will was heißen,“ plädierte Wellering weiterhin für eine gewerbliche Nutzung an dieser Stelle.

Uwe Wissmann wies  auf die  Problematik hin. „Wir haben in der Innenstadt viel Leerstand. Es stellt sich schon die Frage wie geht man grundsätzlich damit um.“ Leerstand sei nicht die Alternative, so der Fachbereichsleiter.

Am Ende unterstützten CDU und UWG die Wünsche des Eigentümers. Mit nur einer Stimme Mehrheit folgte der Ausschuss dem Vorschlag der Verwaltung, hier in diesem Gebäude Wohnnutzung zu gestatten.

 

3 Kommentare zu Grünes Licht für Schwarzbaustelle am Kirchplatz

  1. verärgerter Bürger // 3. Juli 2020 um 09:32 //

    Sagen wir es mal so, Frage stellt sich fast immer, ob man soll, muss, kann oder darf, derartige Vorgehensweisen zu Tolerieren.

    So lange die Stadt so Eigentümer „braucht“, um „günstige“ Wohnungen anbieten zu können, wird das wohl so bleiben.

    Ist das jetzt Sumpf, also Parteiensumpf, Klüngel oder sind es Gefälligkeiten Einzelnen gegenüber?

    Erschreckend für mich ist, das es an prädestinierter Stelle passiert.
    Der Gantenbau war ja etwas versteckt und auch nicht sofort erkennbar was da passieren sollte.
    Ich denke dass das Verfahren Ganten dem Ganzen einen Vorschub geleistet hat. Wem will man jetzt noch irgendwas abschlagen?

    Man sollte bei der Gelegenheit einfach drüber nachdenken, das Baugesetz für Gescher völlig außer Kraft zu setzen.

    Da wir uns im Wahljahr befinden wäre interessant zu erfahren wie denn die Bürgermeisterkandidaten darüber denken und vorgegangen wären.

    Kann man ja mal über den Gescher Blog probieren oder?

  2. Norbert Kersten // 2. Juli 2020 um 19:35 //

    @peter
    Warum die Aufregung? Hast du Connection zum Bürgermeister oder CDU, kannst du alles machen; siehe Grimmelt, Ganten und und und …

  3. Peter // 2. Juli 2020 um 19:24 //

    Eine riesengroße Frechheit ohne Genehmigung Änderungen vorzunehmen, habe kein Verständnis für solch ein asoziales Verhalten.
    Das die Stadt sowas einfach toleriert – Gescher natürlich anders sagt mal wieder alles über diese Stadt aus

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