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Mareen Gauselman: „Nochmal so ein Jahr wäre schlecht“

Gescher (reinholdröhling). Mareen Gauselman ist seit Januar stolze Inhaberin des Fitnessstudios MG-Sports in Gescher. Ihr erstes Jahr als selbstständige Unternehmerin hat sich die 36-jährige Fitness-Trainerin aus Osterwick allerdings anders vorgestellt. Zu Zukunftssorgen und Zukunftsplänen äußerst sie sich im Interview mit GescherBlog. Das Interview führte Reinhold Röhling. 

GescherBlog: Das Jahr ist fast vorbei und der 2’te Lockdown läuft gerade. Wie geht es Dir?
M. Gauselmann: Im Großen und Ganzen gehts mir ganz gut. Ich bin gesund und das ist das Wichtigste. Ich vermisse meine Mitglieder. Es ist schon sehr einsam im Studio, wenn ich hier sitze und Büroarbeit mache. So hatte ich mir das tatsächlich nicht vorgestellt. Dass meine Selbständigkeit so startet, war sicher nicht mein Plan.

GescherBlog: Du hast Anfang des Jahres das ehemalige Medi-Sports übernommen. Wie ist es dazu gekommen ?
M. Gauselmann: Ich habe hier 2006 meine Ausbildung begonnen und bin immer sehr gerne zur Arbeit gekommen, was vor allem auch an den Mitgliedern und KollegInnen gelegen hat. Da haben sich viele Freundschaften entwickelt, so dass man sich auf die Leute freut, wenn man sie regelmäßig sieht. Ich bin halt gerne mit Menschen zusammen. Nach meiner Ausbildung konnte ich hier bleiben, mich regelmäßig weiterbilden und zusätzliche Qualifikationen erwerben.

Anfang letzten Jahres bot mir mein damaliger Chef an, das Studio zu übernehmen, da er sich zur Ruhe setzen möchte. So was entscheidet man natürlich nicht von heute auf morgen und ich hab viele Nächte drüber geschlafen. Mir war wichtig, dass die Familie hinter mir steht.

GescherBlog: Hast Du eine eigene Vision für Dein Unternehmen gehabt, oder ging es Dir darum, das Vorhandene weiterzuführen ?
M. Gauselmann: Ich hab schon meine eigene Vision und daher habe ich das Studio auch umbenannt. Das vorhandene Konzept war aber schon sehr erfolgreich, so dass ich es eher weiterentwickle, als alles neu zu machen. Das hat auch bisher gut geklappt. Mir ist erstmal wichtig, dass die Mitglieder zufrieden sind. Ich möchte, dass Sie gerne kommen und Spass am Sport haben.

GescherBlog: Wie hat sich Deine Mitgliederzahl im Laufe des Jahres entwickelt ?
M. Gauselmann: Am Anfang des Jahres hatte ich viele neue Kunden. Dann kam Corona und wir waren anderthalb Monate außer Gefecht. Im Sommer sind die Menschen auch lieber draußen als im Fitnessstudio. Aber es gibt viele die hier regelmäßig trainieren und die kommen natürlich auch im Sommer. So war hier immer was los, aber viele neue Mitglieder kamen im Sommer nicht dazu. Das passiert normalerweise eher wieder im Herbst.

GescherBlog: Wie sahen Eure Maßnahmen aus ?
M. Gauselmann: Wir haben aus dem Fitnessstudio eine Einbahnstraße gemacht, so dass sich keiner entgegenkommen konnte. Das Studio ist ja relativ groß, wir haben an die 1000 qm und konnten daher auch die Geräte recht weit auseinanderstellen, so dass sie wirklich 3 m Abstand hatten. Bei den Kardio-Geräten war jedes 2te gesperrt. Wir haben überall Fenster, die auch immer geöffnet worden sind. Im Eingangsbereich hatte man auch keine Probleme sich entgegenzukommen, da man den Eingang nur zum Hereingehen und den Aufzug ins Studio als Ausgang nutzen konnte.

An den Geräten stehen überall Desinfektionsmittel und die Mitarbeiter haben halbstündlich desinfiziert. Unsere Mitglieder haben dies aber auch jedes Mal nach Gebrauch des Gerätes getan und es haben sich wirklich alle daran gehalten. Auch in Stoßzeiten gab es keine Staus. Unsere Mitglieder haben sich schon von selbst vorsichtig verhalten und auf Abstand geachtet.

GescherBlog: Wie beurteilst Du Deine wirtschaftliche Lage?
M. Gauselmann: Ich kann noch nicht so richtig Bilanz ziehen. Das Jahr läuft ja noch und es ist zugleich mein erstes Jahr. Aber bisher haben wir natürlich 2 – 3 Monate verloren, das sind 20 – 30 %.

Gescherblog: Wirst Du Fördermaßnahmen beantragen ?
M. Gauselmann: Ja das werde ich versuchen, denn die fehlenden Monate aus diesem Jahr ziehen sich ja weiter bis in das nächste Jahr. Alle Monate, die wir geschlossen waren, schreiben wir unseren Mitgliedern gut. Sie können dann im nächsten Jahr nachgeholt werden. Die Monate ohne Einnahmen kommen somit erst noch.

GescherBlog: Sind Deine Trainer/innen noch alle da?
M. Gauselmann: Ja, das ganze Trainerteam ist noch da. Mittlerweile sind alle irgendwie bei den Online-Kursen involviert. Jeder macht seine Kurse oder kümmert sich z.B. um die Video-Aufbereitung.

GescherBlog: Ihr bietet jetzt Online Kurse an. Wie kann man sich das vorstellen?
M. Gauselmann: Uns ist sehr wichtig, dass wir zusammen bleiben und gemeinsam trainieren können. Deswegen haben wir ein komplettes Kursprogramm auch online per Live Stream im Angebot. Unsere Mitglieder können in ihren Wohnzimmern mit uns trainieren. Dies wird wirklich gut angenommen. Wir drehen auch Videos für die jüngeren Mitglieder, die gerne an den Geräten trainieren würden. Für diese bieten wir ein individualisiertes Ganzkörpertraining an, abgeleitet aus den Übungen, die man sonst an Geräten machen würde. Diese Videos werden wir ab Montag auf Youtube veröffentlichen.

GescherBlog: Habt Ihr vor, Online-Kurse zukünftig beizubehalten?
M. Gauselmann: Eigentlich geht es uns mehr darum, unsere Mitglieder beisammen zu halten. Ob dieses Angebot auch mehr ist, als eine Übergangslösung, kann ich noch nicht einschätzen. Es ist nun mal ein anderes Feeling, im Kursraum mit Trainerin zu stehen oder allein im Wohnzimmer. Wenn der Lockdown länger anhält, werden wir das natürlich beibehalten. Das ist ja immer noch besser, als gar kein Sport.

GescherBlog: Wie habt Ihr den Umgang mit Kamera und Ton gelernt?
M. Gauselmann: Unsere Auszubildende ist wirklich sehr talentiert. Ich allein hätte das wohl nicht so geschafft. Und am Anfang haben wir vor dem Trainer-Team mit Kamera geübt, um zu sehen, wie es funktioniert. Wir haben extra Kabel verlegt, weil die Verbindung über WLAN nicht stabil genug ist. Mittlerweile ist das ganze Trainer-Team involviert. Jeder macht seine Kurse oder kümmert sich z.B. um die Video-Aufbereitung.

GescherBlog: Welchen Streaming-Dienst nutzt Ihr?
M. Gauselmann: Wir nutzen Zoom und alle Erläuterungen zu den Kurs-Angeboten gibt es auf unserem Instagram Kanal. Koordiniert werden die Kurse über WhatsApp Gruppen, in denen wir nur für die Mitglieder das Kennwort für den Zugang zum Live-Stream verteilen. Am Ende des Kurses gibt es immer auch Gelegenheit, sich auszutauschen. Wer will, kann auch seine Kamera einschalten. Dann können wir kontrollieren, ob die Übungen richtig absolviert werden.

GescherBlog: Kann da nicht mal was schiefgehen, weil Ihr nicht unmittelbar dabei seid?
M. Gauselmann: Wir machen extra einfache Übungen, damit sowas nicht passiert.

GescherBlog: Was wünscht Du Dir für das nächste Jahr?
M. Gauselmann: Nochmal so ein Jahr wäre schlecht. Wir möchten endlich mal richtig durchstarten und nicht wieder ausgebremst werden.

Gescherblog: Vielen Dank für dieses Interview.

Direkt zur Homepage von MG SPORTS

2 Kommentare zu Mareen Gauselman: „Nochmal so ein Jahr wäre schlecht“

  1. Mareen ist soooo eine liebe Frau. Mit tollen Ideen, Tatendrang und Visionen!

    Ich bin selbst „nur“ im Sportverein, vermisse die Kurse aber auch. Ich bin „vor Corona“ zweimal die Woche hingegangen. Einmal Yoga und einmal Fitness für den ganzen Body.

  2. Paohlbürger // 10. November 2020 um 21:09 //

    Hallo Mareen,
    wir Mitglieder halten Dir die Treue.
    Ich spreche mit vielen Deiner Kunden u. wir sind uns einig,
    dass wir Dich nicht im Stich lassen.
    Du kannst voll auf uns bauen u.werden mit Dir gemeinsam
    die schwere Zeit durchstehen.
    Es komme auch wieder andere Zeiten wo wir wieder miteinander
    lachen und uns über andere schöne Dinge unterhalten.
    Bleib gesund u. zuversichtlich,gemeinsam schaffen wir das.
    Ich freue mich schon auf ein Wiedersehen in Deinem Studio,
    zusammen mit Deinen Mitarbeitern.

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