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Hochmoor: Grundstück für Nahversorger wird weiter vorgehalten

Bezirksausschuss möchte Option für Einzelhandel weiter offen halten

Gescher (r.röhling). Wohnen oder Shoppen? Zur Sache ging es im ersten Tagesordnungspunkt zum Baugebiet Landsbergstraße (Rote Erde). Anne Kortüm hatte noch einmal selbst mit Norma telefoniert, um auszuloten, ob und was noch geht in Bezug auf die Ansiedlung eines Supermarktes in Hochmoor. Hochmoor käme an sich als Standort in Betracht, wenn auch nicht an der Ecke Velener Straße / Kardinal-von-Galen-Straße, so die Feststellung der Bürgermeisterin.

Was also tun mit den dafür ausgewiesenen Baugrundstücken? Bauwillige Bewerber gibt‘s genug: Bisher haben sich 10 Bewerber aus Gescher und 9 aus Hochmoor als Bauwillige für das Baugebiet Landsbergstraße gemeldet. Zudem gebe es noch 22 auswärtige Bewerber, von denen allein 7 aus Velen kommen.

Die Erschließungsarbeiten im Baugebiet Landsbergstraße (Hochmoor) sind so gut wie abgeschlossen. Für die Baugrundstücke gibt es viele Bewerber. Dennoch werden einige Grundstücke für die Ansiedlung eines Nahversorgers vorgehalten. (Foto: r.röhling).

Thomas Kemper (Bündnis 90 / Grüne) machte deutlich, dass man sich jetzt nicht die Voraussetzungen für eine zukünftige Ansiedlung eines Supermarktes ‚verbauen‘ sollte. Schließlich sei dies der aus Sicht Hochmoors ideale Standort und Alternativen schwer zu finden Als Baugebiet für eine Wohnbebauung könne man es später immer noch freigeben.

Reinhold Gertz (CDU) stellte die Verantwortung für die Hochmooraner Bauinteressenten heraus. Da es zwischen Gescheraner – und Hochmooraner Bewerbern Gleichbehandlung gebe, könne es vorkommen, dass Hochmooraner leer ausgehen. Wenn dann noch Baugrundstücke für einen zukünftigen Einzelhandel reserviert werden, würde dies die Zuschlagswahrscheinlichkeit für Hochmooraner Bauwillige weiter verschlechtern.

Daniel Bierut (FDP) schlug vor, in kleineren Kategorien zu denken, die nicht unbedingt 6000 qm für einen großen Supermarkt bedeuten. Man könne ja nur einen Teil der Grundstücke reservieren. Schließlich gebe es auch erfolgsversprechende kleinere und innovativere Lösungen. Markus Kretschmer (FDP) ergänzte, dass man sich mindestens noch ein Jahr Zeit geben solle, um eventuelle Alternativen zu Norma zu finden.

Der Bezirksausschuss entschied sich mit 9 zu 4 Stimmen letztlich gegen einen Verkauf der entsprechenden Grundstücke an Bauwillige. Ein neuer Markt kann weiterhin kommen, muss aber mit weniger Fläche auskommen. Ein privater Grundbesitzer, der sein Grundstück für die Norma Ansiedlung abtreten wollte, hat sich nun entschieden, selber zu bauen. Die Stadt Gescher kann nur die Grundstücke reservieren, die sie bereits erworben hat.

Woher ein neuer Supermarkt-Betreiber kommen soll, bleibt offen. Der Bezirksausschuss tagt erst wieder im März und dann noch einmal im September. Aufgrund des hohen Vor- und Nachbereitungsaufwandes sei im nächsten Jahr einfach nicht mehr drin, so Bürgermeisterin Anne Kortüm. Daniel Bierut (FDP) war dies zu wenig. Ein Antrag auf einen Termin pro Quartal wurde aber nicht gestellt.

Der neue Vorsitzende Marc Jaziorski hob hervor, im Rahmen der Geschäftsordnung könnten ja auch außerplanmäßige Sitzungen einberufen werden, wenn es erforderlich sei. Ob das ausreicht, um die Nahversorgungssituation in Hochmoor zu verbessern?

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