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Gülleprojekt NDM gescheitert: 90 Bauern stehen vor Scherbenhaufen

Eröffnung des Insolvenzverfahrens vermutlich 1. April

Velen (topagrar). Die NDM Naturwertstoffe GmbH in Velen (NRW) hatte sich viel vor­genommen: 140.000 t Schweine- und 60.000 t Rindergülle wollte die Gesellschaft Jahr für Jahr in der westfälischen Veredlungshochburg einsammeln, vergären, die Gärreste verbrennen und die nährstoffhaltige Asche als Dünger vermarkten. So richtig ging der Plan aber offensichtlich nicht auf. Die Betreibergesellschaft „NDM Naturwertstoffe GmbH“ meldete Mitte Dezember 2020 Insolvenz an. 

1 200 t Stickstoff und 950 t Phosphor sollten so jedes Jahr die Region verlassen. Im Zuge der Regionale 2016 drückte eine Jury dem 18 Mio. € teuren Projekt sogar den „A-Stempel“ auf, die höchste Bewertung. Seitdem stehen 90 Landwirte vor einem Scherbenhaufen. Sie sind über eine GmbH & Co. KG mit 2,3 Mio. € Einlagen sowie mit 5 Mio. € Darlehen an der GmbH beteiligt.

Der Bundestagsabgeordnete Johannes Röring (CDU) initiierte und forcierte das Projekt. Bundesministerin Julia Klöckner (CDU) unterstützte die Gülleverarbeitung mit Millionen Fördergelder.

Insolvenzverwalterin Tanja Kreimer aus Stadtlohn (NRW) gab sich Mitte Februar kämpferisch. Bislang hätten 30 Interessenten bei der NDM angeklopft. Mit 15 sei man in intensivere Verhandlungen eingestiegen, die allerdings einen Kauf der Anlage bevorzugen. Damit wären die Landwirte möglicherweise aus dem Rennen, die bisherige Gesellschaftsstruktur am Ende. Um das zu verhindern, streben die Betroffenen den Einstieg des Investors in das bestehende Firmengeflecht an.

Lies hier den ganzen Artikel auf „topagrar“

Foto: Borkener Zeitung

5 Kommentare zu Gülleprojekt NDM gescheitert: 90 Bauern stehen vor Scherbenhaufen

  1. Roger Robit // 31. März 2021 um 12:29 //

    Und die nächste Unternehmung des Zusammenschlusses hat am 29.03.2021 Insolvenz angemeldet, GLÜCKWUNSCH! Dem Bürger erklären wie Umweltschutz nutzen soll und dann ein Schuldenberg hinterlassen!

  2. 1. Die Bauern haben Eigenkapital und vermutlich Nachrangdarlehen gegeben. Bei einem Erwerb durch einen Käufer fallen diese hinten rüber. Und ich möchte nicht wissen, wie viele dafür den Hof beliehen haben. Demnach werden diese also leer ausgehen und den Kapitaldienst aus privater Tasche zahlen müssen. Also zahlen die Bauern auch mit die größte Zeche. Mich würde mal interessieren, wie die Aufklärung darüber seinerzeit gelaufen ist. Ansonsten werden sich die Bauern formieren und klagen bis der Arzt kommt (richtig so).

    2. Über Zuschüsse und etwaige Öffentliche Bürgschaften haftet auch der Steuerzahler – vermutlich nicht unerheblich.

    3. Das ein Investor in dieser Konstellation einsteigt – ausgeschlossen!

  3. verärgerter Bürger // 18. Februar 2021 um 23:07 //

    @ Dirk Drauschke
    Weder die Chinesen, noch andere Investoren sind so blöde und zahlen gerade das, was an Geld benötigt- oder verlangt wird.
    Bei derlei Fälle werden bei einem Verkauf VOR dem Konkurs max 40 und WENIGER des Wertes gezahlt.
    Bei einer Investition von seinerzeit 15 Mill. dürften dabei max 6 Millionen raus kommen.
    Die Landwirte werden es sein, die den Schlamassel bezahlen. s. o. Beitrag. Der Steuerzahler wohl sicher NICHT, zumindest nicht in der Gänze!
    A b e r, Banken haben die Angewohnheit sich IMMER im „ersten oder Nachrang“ ab zu sichern. Frage ist dabei, an welcher Stelle die Kommandanten rangieren.

  4. Dirk Drauschke // 18. Februar 2021 um 16:59 //

    Hallo Zusammen, das stinkt zum Himmel.

    Ein wie ich finde sehr interessanter Beitrag,
    vielen Dank. Aus meiner Sicht sollte der Ver-
    kaufspreis so hoch angesetzt werden, dass der
    Steuerzahler mit einem blauen Auge davonkommt.

    Eine weitere Möglichkeit wäre die Vermarktung
    für den chinesischen Markt. Denke dort gibt es
    Bedarf für derlei Kraftwerke.

    Was die betroffenen Bauern anbetrifft, so finde
    ich es mehr als fragwürdig, wie diese es durch
    Spitzfindigkeiten geschaft haben sich durch den
    Steuerzahler abzusichern.

    Im Poker spielt man nur eine gute Starthand und
    nutzt sein Kapital weise. Aber hier ist es kein
    Spiel mehr, sondern traurige Wahrheit.

    Ich kann nur hoffen, dass bei den damaligen Ver-
    tragsunterschriften Der oder die andere seine
    Kompetenz (finanzieller Verfügungsrahmen) über-
    schritten hat und somit die Verträge und Haftung
    durch die Allgemeinheit nichtig sind.

  5. Nachdenkender // 18. Februar 2021 um 14:32 //

    Wirtschaft und Politik?!?!?!?

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