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CO2-Messgeräte werden in Schulen getestet

Gescher (pd). Vor dem Hintergrund einer möglichen Übertragung des Corona-Virus über Aerosole in Klassenräumen diskutierte der Haupt- und Finanzausschuss am 17.02.2021 über die Anschaffung von Luftreinigungsgeräten, um virushaltige Aerosolpartikel aus der Luft zu filtern.

Die Verwaltung stellte dar, dass nach übereinstimmender Einschätzung fachlicher Empfehlungen das infektionsschutzgerechte Lüften von Klassenräumen durch regelmäßiges gezieltes Fensteröffnen sichergestellt werden kann. Sowohl das Bundesumweltamt, das Land NRW als auch der Kreis Borken sehen natürliche Lüftungsmaßnahmen als ausreichenden Schutz gegen schädliche Aerosole in Schulen an.

Die Anschaffung leistungsfähiger und geräuscharmer Lüftungsgeräte für alle Klassen- und Fachräume würde einmalige Kosten von rund 300.000 Euro verursachen. Hinzu kämen laufende Kosten von rund 45.000 Euro jährlich. Stoßlüften wäre aufgrund des Austausches von CO2 und Sauerstoff weiterhin notwendig und wurde bereits vor der Pandemie empfohlen.

Auch die AHA-Regeln wären weiterhin grundsätzlich einzuhalten. Da alle Räume in den städtischen Schulen auf natürlichem Wege durch Öffnen der Fenster natürlich belüftet werden können, bringt die kostenträchtige Anschaffung von Luftreinigungsgeräten diesbezüglich keinen Mehrwert. Die Anschaffung solcher Geräte ist daher aufgrund der Möglichkeit der natürlichen Belüftung der Räume auch nicht förderfähig.

Anstelle von Luftreinigungsgeräten wurden zunächst probeweise 16 CO2-Messgeräte/-ampeln unterschiedlicher Bauart angeschafft. Diese geben ein Signal, sobald der CO2-Wert im entsprechenden Raum unter einen kritischen Wert fällt und zeigen somit an, wenn die Räume gelüftet werden müssen. Sofern nach einer Probezeit die Erfahrung der Schulen mit diesen Geräten positiv ausfällt, wird die Politik über eine flächendeckende Anschaffung für alle Klassen-/ bzw. Fachräume beraten.

Foto: Reut-online

1 Kommentar zu CO2-Messgeräte werden in Schulen getestet

  1. Das scheint mal wieder der Klassiker zu sein: das Ergebnis steht schon vorher fest; jetzt muss man nur noch die Auswertung, hier die Kostenanalyse, so hinbekommen, dass das Resultat eindeutig ist und mögliche weitere Diskussion verhindert.
    Gute und geräuscharme Luftreinger gibt es dagegen bereits für ca. 200 Euro. Sie werden mittlerweile in vielen Schulen eingesetzt.
    Sie haben einen HEPA-14 oder ULPA Filter, Aktiv-Kohle-Filter und verfügen über UV-Lampen (um mögliche verbleibende Viren in den Filtern abzutöten). Damit werden neben diversen Schadstoffen 99,99% der Keime und Viren gefiltert. In der kleinsten, und damit geräuschärmsten, Stufe schaffen diese Geräte ca. 200m³/h. Aufgrund dessen sollten pro Klassenraum wahrscheinlich 2 Geräte ausreichend sein. Sie sind so groß wie ein Handgepäckstück und können überall platziert werden.
    Die jährliche Wartungskosten belaufen sich auf ca. 40 Euro pro Gerät.
    Ich weiß leider nicht, wieviele Klassenräume in Gescher ausgestattet werden müssten. Wenn man aber mal 100 Räume annimmt, kommt man auf Kosten der Erstanschaffung von ca. 40.000 Euro und jährlichen Wartungskosten (ohne Strom) von 8.000 Euro.
    Wie man sieht, kann man auch, wenn man denn willens ist, zu einer deutlichen anderen Kostenanalyse und damit Ergebnis kommen.
    Aber bereits die angeführten einseitigen Argumente („..nach übereinstimmender Einschätzung…“) zeugen ja davon, dass man sich mit diesem Thema gar nicht wirklich konstruktiv befassen möchte. Darüber hinaus wird immer von der Abwägung Lüften ODER Luftreiniger ausgegangen. Dabei ist die eindeutige Empfehlung Lüften UND Luftreiniger zur Verringerung des Infektionsrisikos in Klassenräumen einzusetzen, das Fazit einer Vielzahl unabhängiger, und nicht regierungsnaher, Wissenschaftler, die ein erhebliches Senken des Infektionsrisikos in Klassenräumen durch den Einsatz von Luftreinigern nachgewiesen haben, wie bspw. von Prof. Kähler der Uni München. Keiner dieser Wissenschaftler empfiehlt, das Lüften zu ersetzen oder einzustellen.
    Insbesondere aufgrund der deutlich ansteckenderen Virusmutationen, denen scheinbar leider auch Kinder verstärkt ausgesetzt sind, wäre in diesem Zusammenhang eine erneute Abwägung meiner Ansicht nach geboten.
    Angesichts der Möglichkeit, unsere Kinder und dadurch auch deren Kontaktpersonen, mit deutlich geringeren Kosten durch den Einsatz von Luftfiltern zu schützen, bin ich mir sicher, dass die überwiegende Mehrheit in Gescher eine solche Investition unterstützen würden; vielleicht sogar durch die Hinzunahme der Fördervereine oder privater Spenden.

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