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Tage sind gezählt: Kirche wird abgerissen!

St-Antonius-EpeGRONAU (Wied). Jetzt ist es sozusagen amtlich, auch wenn der Brief an Privatpersonen gerichtet ist: Generalvikar Norbert Kleyboldt vom Bischöflichen Generalvikariat in Münster hat Eper Bürgern in einem Schreiben mitgeteilt, dass die St.-Antonius-Kirche abgerissen wird. Die entscheidende Passage: „Die Folge ist nun, dass die Kirche St. Antonius Epe abgerissen werden muss, um die Pläne der Altenheimeinrichtung realisieren zu können.“

Kleyboldts Brief wurde an all diejenigen versandt, die Münsters Bischof Felix Genn im Zusammenhang mit dem geplanten Kirchenabriss persönlich angeschrieben hatten – zum größten Teil handelte es sich dabei um Kritiker des geplanten Abrisses. Dem Kirchenvorstand von St. Agatha liegt seit Freitag eine Durchschrift der Kleyboldt-Antwort vor, wie die Gemeinde am Wochenende mitteilte.

Dass auf die Briefe von Menschen aus der Gemeinde erst so spät eine Antwort erfolge, begründet Kleyboldt wie folgt: „Vor einer Antwort wollten wir die Entwicklung abwarten, wie in sinnvoller Weise mit der Kirche St. Antonius und dem Grundstück umgegangen werden kann.“

Kleyboldt erinnert daran, dass den Verantwortlichen schon bei der Eingliederung der Kirchengemeinde St. Antonius in die Pfarrei St. Agatha bewusst gewesen sei, „dass die Kirche St. Antonius auf Dauer zur Disposition steht“. Allein der Zeitpunkt einer anderen Nutzung habe noch nicht festgestanden. Kleyboldt: „Nunmehr hat sich herausgestellt, dass das Altenheim-Projekt St.-Agatha-Domizil in die Landesförderung aufgenommen werden konnte. Damit kann auch die vom Kirchenvorstand mitgetragene Umnutzung der Kirche und des Grundstücks zu einer Alteneinrichtung realisiert werden. Die Folge ist nun, dass die Kirche St. Antonius Epe abgerissen werden muss, um die Pläne der Altenheimeinrichtung realisieren zu können.“

Aber, so der Generalvikar weiter: „In Verbindung mit der Alteneinrichtung soll ein Gottesdienstraum eingeplant und gestaltet werden, der nicht nur für die Bewohner der Einrichtung, sondern auch für die übrige Gemeinde zur Verfügung steht.“

Kleyboldt betont, dass er nachvollziehen könne, wie schwer es falle, sich von einer Kirche zu trennen. „Ich habe das als junger Student in meiner Heimatgemeinde erlebt.“

Leider habe sich aber die kirchliche Situation auch in Epe stark verändert, „so dass schmerzliche Entscheidungen nicht zu umgehen sind. Dabei ist zu bedenken, dass bei aller Betroffenheit sich die nicht Kirche nicht zuerst in einem Gebäude darstellt, sondern vor allem in der lebendigen Gemeinschaft der Gläubigen. Auf diesen Aspekt wird bei allen Überlegungen in der Seelsorge vor Ort zu achten sein.“

Wie es jetzt in Sachen Kirchenabriss und Altenheimbau weiter geht, hängt zunächst von der Stadt Gronau ab. Dort wird derzeit der Bauantrag der St.-Antonius-Hospital GmbH (Träger des St.-Agatha-Domizils) für die neue Alteneinrichtung, die wegfallende Plätze im Domizil ersetzen soll, geprüft. Möglicherweise entscheidet am Ende die Verwaltung allein über die Baugenehmigung, möglicherweise wird das Projekt auch den Bauausschuss beschäftigen. Dies ist der Fall, wenn für das Vorhaben ein Bebauungsplan erforderlich wäre.

Entscheidet die Verwaltung in eigener Zuständigkeit, könnte es relativ schnell gehen. Dann wäre nach WN-Informationen binnen Monaten mit der Baugenehmigung und vermutlich schon im Sommer 2010 mit Kirchenabbruch und Baubeginn zu rechnen.

Errichtet werden sollen in einem ersten Bauabschnitt 44 Altenpflegeplätze. In einem zweiten Abschnitt könnten Einheiten für Betreutes Wohnen entstehen. Dafür müsste dann auch das Wohnhaus von Pastor Hans-Josef Jaspers fallen, das zunächst stehen bleiben soll.

In die mit dem Projekt einhergehende Grundsanierung des Agatha-Domizils will die St.-Antonius-Hospital GmbH rund vier Millionen, in den Altenheim-Neubau an der Laurenzstraße rund fünf Millionen Euro.

Quelle: Borkener Anzeiger.

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