Newsticker

Zuviel Wildschweine im Kreis Borken.

KREIS BORKEN (pd). Oft sieht man nur die Spuren ihres Treibens auf den Wiesen und Äckern. Im heimischen Wohnzimmer, wie vor Jahren in Stadtlohn geschehen, tauchen sie eher nicht auf. Dennoch: Im Kreis Borken waren in den vergangenen Jahren die Hinweise auf eine extreme Zunahme der Wildschweinebestände unübersehbar. Die Gründe: Natürliche Feinde fehlen und das Futterangebot ist nahezu unbegrenzt.

wildschwein1Die Landwirte klagen über vermehrte Wildschäden. „Die mit Abstand größte Gefahr für den Kreis Borken ist allerdings, dass sich eine dichte Wildschweinepopulation leicht mit Schweinepest infizieren kann“, erklärt Dr. Albert Groeneveld vom Fachbereich Tiere und Lebensmittel der Kreisverwaltung in einer Presseeerklärung. Um das zu verhindern, hat der Kreis eine Arbeitsgruppe eingerichtet, in der regelmäßig Vertreter von Landwirtschaft, Jagd, Forstbehörde und Kreis zusammenkommen.

Ziel ist es, dass es im Kreis Borken nicht so weit kommt wie Anfang 2009 im Oberbergischen Kreis. Dort wurde damals erstmalig rechtsrheinisch ein infiziertes Wildschwein gefunden. In kürzester Frist tauchten in drei weiteren Kreisen erkrankte Wildschweine auf. „Für die Halter von Mast- und Zuchtschweinen in der betroffenen Region hatte das fatale Folgen,  nämlich das ihre Schweine vom Handel nicht mehr abgenommen wurden. Experten gehen deshalb davon aus, dass der wirtschaftliche Schaden einer Wildschweinepest allein im Westmünsterland mehrere hundert Millionen Euro betragen könnte.

Ziel der Arbeitsgruppe, die zu ihrem letzten Treffen auch einige Experten von außerhalb eingeladen hatte, ist es deshalb, die Wildschweinebestände im Kreis Borken klein zu halten. Nach Feststellung von Dr. Michael Petrak, dem Leiter der Forschungsstelle für Jagdkunde und Wildschadensverhütung in Bonn, bewegt sich die jährliche Zuwachsrate in Deutschland zurzeit zwischen 200 und 300 Prozent. Nur die harten Winter der vergangenen beiden Jahre hätten die Entwicklung leicht gebremst.

wildschwein2„Wir müssen mit den Jägern und Landwirten zu effektiven Lösungen kommen, um die Bestände auf niedrigstem Niveau zu halten“, fordert der Vorsitzende der Kreisjägerschaft, Heinrich Rülfing. „Eine geeignete Methode für den Kreis Borken sind zum Beispiel Drückjagden. Sie müssen konsequent durchgeführt werden.“

Wertvolle Hinweise zur Organisation solcher Drückjagden gab der Berufsjäger Peter Markett vom Davert Hochwildring, ein anerkannter Fachmann für die Bejagung von Wildschweinen. Zeitnah wollen die Mitglieder des Arbeitskreises nun gemeinsam mit weiteren Landwirten und Jägern konkrete Maßnahmen gegen die Zunahme der Wildschweinebestände im Kreis Borken vereinbaren und dann auch umzusetzen.

*Quelle: Pressedienst Kreis Borken.

1 Kommentar zu Zuviel Wildschweine im Kreis Borken.

  1. Gescheraner // 19. August 2010 um 21:29 //

    Ein sehr interessantes Thema . Die „Schwarzwildjagd“ wird im schwarzen Kreis Borken immer wichtiger . Die Ursache der rasanten Wildschweinevermehrung ist allerdings die Mais – Monokultur durch Biogasanlagen . Daher muss in Büren dringend mit der „Fuchsjagd“ (bitte nicht wörtlich nehmen) begonnen werden . Es stehen Existenzen auf dem Spiel !
    Wie steht die FDP zu den Bauplänen in Büren ???

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


%d Bloggern gefällt das: