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Marienkirche: „3 Fliegen mit einer Klappe schlagen!“

Pastor Diepenbrock

Pastor Diepenbrock

GESCHER (fjk). „Wir haben unser Bestes gegeben“, meinte kürzlich Pastor Diepenbrock (links) am Rande einer Ausschußsitzung in Bezug auf die Umnutzung der Marienkirche, die bekanntlich Ende dieses Jahres „ihre Kirchentore schließt“. Ja, die Kirche hat in der Tat einen gehörigen Beitrag dazu geleistet, dass die Marienkirche nicht wie befürchtet am Ende doch der Abrißbirne zum Opfer fällt.

Mittlerweile pfeifen es die Spatzen von den (Kirchen)Dächern: Kirchenvorstand und ein in Gescher allseits bestens bekannter Investor sind sich über den Kaufpreis für die Grundstücke des Umfeldes der Marienkirche einig geworden. Aber nicht nur das, auch ein Konzept über die Verwendung der Grundstücke als Sonderwohnen mit  Bezug zur demographischen Entwicklung ist praktisch realisierungsreif und wie man hört durchaus ein Quantensprung in der Entwicklung der Innenstadt. Auch da soll der Kirchenvorstand äußerst kooperativ assistiert haben, allen voran stellvertr. Kirchenvorstandsvorsitzender Hans Beuker. Gratulation, kann man da nur sagen…

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Größer? – Klick auf Bild!..  Doch wo steht die Stadt? Der Entscheidungsprozeß über die Zukunft der Bücherei, -in der Marienkirche oder Neubau-, ist in den Fraktionen in vollem Gange. Der Bürgermeister macht in seiner Sitzungsvorlage vom 30.11. keinen Hehl daraus, dass eine Realisierung der Bücherei in der Marienkirche ihren „ganz eigenen Charme“ hätte und die sich deutlich von einer Neubaulösung abheben würde. Besonders in Verbindung mit der von den Gemeindemitgliedern gewünschten Marienkapelle sieht der Verwaltungschef hier eine „zusätzliche Belebung im südlichen Ortskern“.

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Größer? – Klick auf Bild!..  Auf der anderen Seite gibt es durchaus warnende Stimmen, überwiegend -aber nicht nur- aus den Reihen von SPD, UWG und Grünen, die einer Verwirklichung der Bücherei in der Marienkirche skeptisch gegenüberstehen. Die Heizungskosten in der Folgenutzung spielen eine wichtige Rolle in der Diskussion. Ein Problem das nach Stand der heutigen Heizungstechnik aber lösbar ist, sagen Fachleute. Die Neubaulösung am Stadtpark ist vielleicht als Solitärlösung nicht einmal schlechter als eine Unterbringung in der Marienkirche, schließlich bekommt man ein Gebäude „nach Maß“ und energetische Probleme gibt es auch nicht!

Doch das Gesamtkonzept: Marienkapelle – Haus des Wissens (Bücherei)- Komfortable, moderne Innenstadtwohnungen im Umfeld – ist einfach unschlagbar. Eine Riesenchance für Gescher die Innenstadtentwicklung mit „Sieben-Meilen-Stiefeln“ vorwärts zu bringen. Man schlage 3 Fliegen mit einer Klappe, meinte kürzlich ein Architekt. Recht hat er!

Lies hier: GZ online – „Caritas geht in die alte Post.“

9 Kommentare zu Marienkirche: „3 Fliegen mit einer Klappe schlagen!“

  1. Jungbauer // 29. Dezember 2010 um 12:44 //

    Zum Thema Marienkirche vertritt der LOV die Meinung der Mehrheit der Bürger. Da FDP und CDU über eine Mehrheit im Rat verfügen, und die CDU in ihrer Gesamtheit sicher die Marienkirche favorisiert, möchte ich Antonius Kloster und Bernhard Bronnert (CDU) beruhigen. Eine Entscheidung gegen den Standort Marienkirche würde eine Personaldiskussion mit der Frage, -wer regiert eigentlich im Rathaus, die linke Kämmerin oder der CDU-Bürgermeister- nach sich ziehen bzw. verstärken.

    Deshalb sollte der LOV nun wieder zu seinen Aufgaben finden. Die Lage der Bauern im Kreis Borken ist extrem angespannt. Politische Fehlentscheidungen -besonders der CDU- gefährden die wirtschaftliche Existenz vieler Familienbetriebe. In Fragen der Bioenergiepolitik sollte der LOV genauso aktiv sein wie in der Bücherei­-Frage.

    Da die nur noch wenigen jungen Landwirte einen höheren Bildungs –und Wissensstand haben als früher, sind Personalwechsel im Ehrenamt ( im LOV und bei Genossenschaften ) unumgänglich! Nur so kommen wir zu einer leistungs – und marktorientierten Landwirtschaft.

    Die Einladung des umstrittenen „Nützlichkeitspolitikers“ Johannes Röring (CDU) nach Gescher zeigt, dass die Standesvertretung bei der Union noch viel Überzeugungsarbeit leisten muss.

    Lieber Antonius, lieber Bernhard und lieber Heinz, ich wüsche Euch viel Mut und viel Erfolg!!!

  2. LOV Gescher // 28. Dezember 2010 um 19:56 //

    Der Landwirtschaftliche Ortsverein appelliert an die politischen Organe sich für ein Haus des Lehrens und Lernens in der Marienkirche zu entscheiden. Die Kirche sei vor vielen Jahren als Ort der Begegnung errichtet worden und so solle es auch bleiben.


    Sehr geehrter Herr Effkemann,
    sehr geehrte Damen und Herren,

    mit Interesse haben wir den Zeitungsbericht über einen eventuellen Neubau der Bücherei im Stadtpark gelesen. Dazu möchten wir unsere Meinung jetzt kund tun, und mit diesem Brief darauf antworten.

    Es gibt schon lange den Anschein, daß einzelne Organe in verschiedene Richtungen ziehen und nicht immer das Gemeinsame für Gescher an die 1. Stelle stellen. Wir haben ein wunderbares und gutes Gebäude –die Marienkirche- mitten im Ort, und sollten diese für die Zukunft bestmöglich nutzen.

    Da wäre eine Bücherei, Stadtarchiv, VHS, Musikschule, Bildungswerk usw. welche sich miteinander ergänzen würden. Es sollte und darf sich nicht auf eine Ebene im Innenraum beschränken, sondern auf mehrere Ebenen (Balkone, Emporen), wo der Raum optimal genutzt wird und sich soviel Platz ergibt.

    Das Münster die Vorgabe macht, sich auf eine Ebene zu beschränken kann ja wohl nicht wahr sein.

    Wir Gescheraner müßten das Beste daraus machen, daß es in Zukunft kein Kirchenhaus mehr ist sondern ein Haus des Lehrens und Lernens. Sollte nicht mit Gescheraner Architekten und Statikern eine hervorragende Zusammenarbeit möglich sein?

    Schön wäre es auch, wenn etwas von dem Projekt Berkellandschaften (Herrn Rest) nach Gescher gekommen wäre. Leider ist dieses anscheinend eine Nummer zu groß und zu teuer für Gescher. Schade.

    Zum Thema Bücherei im Stadtpark:
    Es sollte bedacht werden, dass dadurch die Aktivitäten der Büchereibesucher, Musikschule usw. auf mehrere Standorte noch weiter verteilt werden, was auch für die Innenstadt nicht gut sein kann. In der Marienkirche hätten alle die Möglichkeit unter einem Dach, und die Bereiche Museumshof, Innenstadt, Glockengießerei und Rathaus würden viel besser beieinander liegen. Mit guten Investoren müsste diese Lösung möglich sein.

    Wir haben in Gescher noch so manchen Altbau der früher zusammenfällt als das Gebäude der Marienkirche. Dieses Gebäude wird noch Jahrzehnte wenn nicht Jahrhunderte überstehen. Falls die Bücherei an einen anderen Standort als den der Marienkirche verlegt wird, sieht das genannte Kirchengebäude nicht gut aus.

    Gedanken an ein Altenheim oder ähnliches sollten nicht weiter in Betracht gezogen werden, siehe Borken!

    Ansonsten schließen wir uns der Meinung der Landfrauen voll und ganz an. Wir wollten es nicht anderen überlassen, sondern die Möglichkeit nutzen, Ihnen unsere Meinung mitzuteilen. Über alle Parteien und Vereinsgrenzen hinweg, zum Wohle unserer Stadt, gemeinsam für Gescher sind wir für den Erhalt des Gebäudes der Marienkirche. Diese Gedanken werden von vielen Bürgern unterstützt.

    Was noch zu bedenken gilt ist, dass eine Kirche vor Jahren mit vielen Helfern als Ort der Begegnung errichtet worden ist. Sollten wir dieses nicht weiterhin in Ehren halten? Ein Ort der Begegnung für alle!

    Mit freundlichen Grüßen

    Antonius Kloster
    Bernhard Bronnert
    Heinz Lanfer

  3. Mausispatz // 23. Dezember 2010 um 10:18 //

    Ich finde das ganz und gar nicht ok. So viele gescheraner haben ihr geld in den bau der Kirche gesteckt und jetzt machen die damit, was die wollen. Werden die, die mitfinanziert haben denn gar nicht gefragt ob die das wollen??? Ich finde das nicht richtig…

  4. Andreas Langer // 23. Dezember 2010 um 08:23 //

    Andreas Langer vom Prozessionsweg beschäftigt sich in seinem Beitrag mit den vielfältigen städtebaulichen Möglichkeiten, die sich aus der Schließung der Marienkirche ergeben könnten. Der „gelernte“ Architekt betont die Einzigkartigkeit des Ganzen einer Lösung in der Stadtmitte (Marienkirche) und lehnt einen Flachbau im Stadtpark ab.

    Für Gescher bietet sich eine einzigartige Chance: Die Marienkirche wird geschlossen und steht ab 2011 für neue Nutzungen bereit.

    Gescher braucht einen neuen Raum für die Bücherei. Überlegungen zu anderen Standwort sind zur Diskussion sinnvoll, doch versagen diese Alternativen bei genauer Betrachtung: Ein solitärer Flachbau und Fahrverkehr im Wohngebiet: nein Danke! Diesen Flachbau hinter das Rathaus quetschen: Keine gute Idee!

    In der Marienkirche steht für die zukünftige Bücherei ein angemessener Raum zur Verfügung. Der Ort ist bekannt, zentral und gut zu erreichen. Am Anfang kann die Bücherei hier allein arbeiten. Der solide Hallenbau wurde mit dicken Ziegelwänden und einer Natursteinverblendung errichtet. Ein gutes Konzept: Dämmung und innovative Mittel erlauben einen kostengünstigen Betrieb. Im Sommer hat das Gebäude guten Wärmeschutz und braucht nicht gekühlt zu werden. Die Belichtung ist in dem hohen Raum effizient möglich. Die Energiekosten dieser Lösung werden pro Monat ca. 500 Euro höher sein als in einem Neubau.

    In der Marienkirche besteht aber auch Platz für zukünftige Entwicklungen. In 3 Ebenen sind zusätzlich 1000 qm hochwertige Fläche verfügbar. Musikschule und Fortbildung können dort ein neues Domizil finden. Beide ergänzen sich ideal und nutzen gleiche Räume zeitversetzt. Derzeit stellt die Stadt in der Riete den Betreibern in bester Wohnlage ein marodes Schulgebäude geheizt kostenlos zur Verfügung. Provisorisch und teuer. Da besteht Handlungsbedarf.

    Gescher kann außerhalb der Schulen für Fortbildung einen guten Rahmen und damit einen starken Standortfaktor gewinnen. Die Marienkirche ist ideale Adresse für das Stadtmarketing. Das Stadtarchiv kann Exponate in Wechselausstellungen zeigen. Büroräume für Stadtwerke, Geno oder andere Nutzer sind vorstellbar. Bei voller Nutzung sinken die Energiekosten der Bücherei auf Neubaumaß.

    Gescher hat für den Umbau der Marienkirche einen Investor und zukunftssichernde Nutzungen. Die Verantwortlichen sollten auch in Achtung vor denen, die den Bau vor 50 Jahren unter Entbehrungen errichtet haben, beherzt diese große Chance ergreifen.

    Andreas Langer
    Prozessionsweg 20
    48712 Gescher

  5. Zur Heizkostenproblematik einer Bücherei in der Marienkirche nimmt Energieberater Dr. Hubert Upgang aus Büren in einem Leserbrief in der GZ vom 18. Dez. 2010 Stellung.

    In der letzten Ratssitzung zur Umnutzung der Marienkirche wurden die Unterhaltskosten einer Bücherei in der Marienkirche, insbesondere hinsichtlich der zu erwartenden Heizkosten, problematisiert. Hierbei wurden Heizkosten von bis zu 20.000 Euro im Jahr prognostiziert.

    Um hier für mehr Klarheit zu sorgen, habe ich den Baukörper der Marienkirche einmal in ein entsprechendes EDV-Rechenprogramm eingegeben und die unter verschiedenen Bedingungen zu erwartenden Heizölverbräuche durchgerechnet.

    Beläßt man die Kirche in ihrem jetzigen baulichen Zustand und beheizt nicht nur die Büchereiräume, sondern auch die Turmzimmer und die geplante Marienkapelle auf die üblichen Temperaturen von 20 Grad, so kommt man tatsächlich in die Nähe der genannten Summe (ca. 28.000 ltr. Heizöl/Jahr).

    Betrachtet man nur die für die Bücherei vorgesehenen Räumlichkeiten und führt, wie geplant, einer Sanierung der Fenster, des Windfanges, des Fußbodens, eine Tieferlegung und Isolierung der Decke sowie eine Aufbringung eines Schall dämmenden und Wärme isolierenden Putzes auf die Wände durch, ergibt sich ein Heizölverbrauch von ca. 11.500 l/a (bei heutigem Ölpreis ca. 7.500 Euro/a).

    Allerdings gilt auch hier: Alles eine Frage der Dämmung. Isoliert man die Außenwände zusätzlich innen mit 15 cm starken Polystyrol-Schaumplatten und trägt hierzu den Schall und Wärmeputz auf, so singt der Heizölverbrauch auf ca. 6.000 l/a (ca. 3.900 Euro/a). Ein Bücherei-Neubau mit 600 qm Nutzfläche hätte bei dem heute üblichen Wärmedämmstandart einen Heizölverbrauch von ca. 4.500 l/a.

    15 cm Isolierung mögen viel erscheinen, sind aber bei heutigen Neubauten eher sogar untere Grenze. Da für die Auftragung des vorgesehenen Schall- und Wärmputzes ohnehin ein Gerüst aufgestellt werden muß, halten sich die Mehrkosten für die Isolierung der Wände mit Polystyrolplatten in Grenzen (ca. 70.000 Euro). Verzichtet man auf die vorgesehene Installation zusätzlicher Fenster in den Seitenwänden, hat man diese Kosten zudem mehr als gespart. Die Heizkosten für eine Bücherei in der Kirche lägen dann also 25 % über denen bei einer Neubaulösung (1000 Euro/a). Ist dies zu viel für den Erhalt der Marienkirche?

    Dr. Hubert Upgang
    (geprüfter Energieberater)
    Büren 5a, 48712 Gescher

  6. Josef Schültingkemper // 16. Dezember 2010 um 08:21 //

    Josef Schültingkemper, der ehemalige CDU-Fraktionssprecher und heutige Vorsitzende des „Glockenvereins“, bringt seine Meinung in einem Leserbrief in der GZ am 16. Dezember 2010 zum Ausdruck.

    Die Stadt Gescher erstellt zurzeit Planungsvarianten für die Unterbringung der Bücherei. Dabei werden ein Neubau und die Unterbringung in St. Marien alternativ gegenübergestellt. In Gescher bedarf es aber keiner Einzellösung Bücherei. Dringend erforderlich ist ein Gesamtkonzept für die Unterbringung aller Bildungs- und Sozialeinrichtungen. Ein Neubau an der Inselstraße sollte wegen der engen Platzverhältnisse ausscheiden.

    Eine Verlagerung der Bücherei aus dem Zentrum der Stadt auf die grüne Wiese des Stadtparks wäre dagegen die größte städtebauliche Fehlentscheidung, die ein Rat treffen könnte. Besuchermagnet wie Bücherei, Musikschule, VHS und Bildungswerk mit insgesamt über 50.000 Besucher sollten zwingend in bester Innenstadtlage angesiedelt werden. Aus praktischen, wie auch wirtschaftlichen Erwägungen, gehören alle Einrichtungen wie eine Großfamilie, in der man sich gegenseitig ergänzt, unter ein Dach.

    Das beschützende Dach muß dabei nicht unbedingt St. Marien sein. Für die Stadtentwicklung sowie aus Kostengründen ist eine bessere Alternative im Herzen der Stadt aber nicht zu erkennen. Die Einzelnutzung der Kirche nur als Bücherei mag Charme haben, ist wegen der hohen Folgekosten nicht erstrebenswert.

    Das mögliche Mitbenutzer, wie Bildungswerk, VHS, Musikschule, Kleiderkammer, Babykorb und Heimatverein für die Stadt ausscheiden, weil sie keine kostendeckende Miete zahlen können, ist erklärungsbedürftig. Die Stadt steht zum Teil bei diesen Trägern in der Verpflichtung, geeignete Räume zur Verfügung zu stellen.

    Statt einer erforderlichen Totalsanierung der Albert-Schweitzer-Schule, die mit über 500.000 Euro veranschlagt ist, kann nur ein Verkauf für 250.000 Euro die Lösung sein. Aus dieser Summe, 750.000 Euro, kaufmännisch mit Zinseszins gerechnet, könnte die Stadt über viele Jahrzehnte die gleiche Fläche von ca. 600 qm über eine Investorenlösung, fest kalkulierbar in St. Marien mieten! Damit die Umnutzung für die Stadt als Mieter, aber auch für einen Investor rechenbar wird, bedarf es erheblich mehr Fantasie, wie es die Studie Pesch aufzeigt.

    Sollte es der Stadt nicht gelingen, das Areal St. Marien einer kompakten, besucherintensiven Nutzung zuzuführen, hätte der Marktplatz mit Hofstraße, bis hin zum Hauskamp, künftig nur noch einen öden, fast bedeutungslosen, städtischen Hinterhofcharakter.

    Josef Schültingkemper
    Tungerloh Capellen 104
    48712 Gescher

  7. In die Diskussion um den möglichen Standort der neuen Bücherei hat sich die „Stadtmarketing Gescher GbR“ für die Marienkirche als Büchereistandort eingesetzt. Lies hier das Schreiben mit einigen höchst interessanten Ansätzen zur Stadtentwicklung an Bürgermeister und Fraktionssprecher:

    Sehr geehrter Herr Bürgermeister,
    sehr geehrte Damen und Herren,

    zu den Beratungen und Plänen zum neuen Standort der Bücherei beziehen wir wie folgt Stellung:
    Bei der Entscheidung über den Standort der Bücherei müssen sehr wohl Rat und Verwaltung auf die Kosten, insbesondere die Folgekosten achten. Es gibt aber auch wichtige Gesichtspunkte, die aus unserer Sicht beachtet werden müssen.

    Wir haben in Gescher eine sehr gut geführte und ausgestattete Bücherei, die von vielen Erwachsenen und Kindern besucht und in Anspruch genommen wird. Die Ausleihzahlen sprechen eine deutliche Sprache.

    Wir vom Stadtmarketing sind sehr bemüht viele Gäste, aber auch unsere Bürger in die Stadt zu holen bzw. zu behalten, d. h. die Bücherei gehört in die Innenstadt und nicht in den Randbereich. Somit darf der Standort Stadtpark nicht realisiert werden.

    Als positives Beispiel für die Belebung der Innenstadt nennen wir die Verlegung der Postfiliale vom Edekamarkt nach Mensing in die Hauptstraße, das hat wesentlich mehr Leben in die Stadt gebracht und wirkt sich positiv auf die Geschäftswelt und für die positive Wahrnehmung der Bevölkerung aus.

    Wenn die Bücherei nicht in die Innenstadt angesiedelt würde, dann fehlen viele Besucher in der Innenstadt und sie würden auch hier keine Einkäufe mehr tätigen. Es ist nämlich auch oft zu beobachten, dass Eltern die Bücherei als Kinderhort nutzen, um in Ruhe einkaufen zu gehen.

    Daher bleiben für uns nur noch zwei Standorte für die Bücherei, über die man diskutieren kann. Hier weisen wir aber auf die Anregungen von Herrn Imerde, Immobilien-Standort-Gemeinschaft (ISG) hin, der auf der Veranstaltung der Stadtgespräche am 15. November 2010 auf Folgendes hingewiesen hat.

    Er bezeichnete die Stadt Gescher als Knochen, auf der einen Stelle die Armlandstraße mit den Museen, auf der anderen Seite die Hauskampstraße. Diese Konstellation war früher gefragt und akzeptiert. Heute dagegen muss versucht werden einen Rundlauf zu schaffen, damit die Bevölkerung (Kunden) an einer Stelle parken kann und fußläufig dann zum Ausgangspunkt zurückkehren kann. Eine große Lösung werden wir in Gescher nicht hinbekommen, aber man kann und muß jetzt die Weichen stellen für eine abgespeckte Lösung. Für uns bedeutet das: Der Rundlauf muss bei Friseur Schlüter, Hauskampstraße, beginnen und dann über die Hofstraße zur Postapotheke an der Katharinenstraße geführt werden weiter zur Hauptstraße.

    Dazu gehört, dass das Eckgrundstück Hauskampstraße/Hofstraße bebaut, dass das Haus Wortmann einer Einzelhandelsnutzung zugeführt werden sollte, das wäre dann ein wichtiger Anfang für Geschäftsansiedlungen.

    Um Geschäfte ansiedeln zu können, ist es wichtig, dass weitere Magneten dort platziert werden und da sehen wir die Marienkirche als markantes Gebäude mit einem schönen Umfeld, mit einer Nutzung die von vielen Bürgern besucht wird. Wenn viel Bewegung in der Stadt ist, sich viele Bürger dort aufhalten, wird man auch Investoren finden. Zunächst müssen aber die Rahmenbedingungen geschaffen werden.

    Wir sehen selbstverständlich, dass Rat und Verwaltung die Kosten im Blick haben müssen, aber für die Entwicklung der Stadt sollte man heute schon in die Zukunft investieren. Wir bitten Sie, diese Gesichtspunkte bei Ihren Beratungen und Entscheidungen zu berücksichtigen.

    Mit freundlichen Grüßen

    Dr. Eduard Terrahe / Franz van Üüm
    -Geschäftsführer SMI-

  8. „So einfach ist das nicht. Die Entscheidung ob die Bücherei ihren neuen Standort in der Marienkirche findet, oder ein Neubau das Richtige ist, kann nur auf einer umfassenden Bewertung aller Faktoren basieren. Andere singen da schon „Trallala-Trallala“, wir haben noch nicht einmal einen konkreten, handfesten Kostenvergleich.“

    In der Ratsitzung am 22. Dezember werden Mietzins, Neubaukosten und mögliche Folgekosten von der Verwaltung in einer Vergleichsrechnung vorgelegt. Natürlich geht es in dieser Frage nicht nur um Kosten. Es geht um eine gewissenhafte Prüfung aller Standortoptionen, es geht auch um andere Werte als nur Finanzen. Gerade deswegen wird im Detail geprüft und beraten. Eine Entscheidung muss so gut vorbereitet sein wie möglich, plausibel begründet herbeigeführt werden.

    *Dies ist die aktuelle Position der CDU-Fraktion. Ein Beitrag, der auf ihrer Internetseite http://www.cdu-gescher.de zu lesen ist. Weil er zeigt wie intensiv in allen Fraktionen an diesem Thema gearbeitet wird habe ich ihn, -freundliches Einverständnis der Kollegen vorausgesetzt-, hierher kopiert. – FJK.

  9. Landfrauenverband Gescher // 11. Dezember 2010 um 13:04 //

    Für die Marienkirche als Büchereistandort spricht sich auch der Landfrauenverband Gescher unter Leitung von Christa van Üüm aus. Einen entsprechenden Brief erhalten heute Bürgermeister und Fraktionssprecher. Gern veröffentlicht GescherBlog hier den Wortlaut:

    Sehr geehrter Herr Effkemann,
    sehr geehrte Damen und Herren,

    mit Interesse haben wir den Artikel in der Gescherer Zeitung vom 2. Dezember 2010 zum Thema „Standort Bücherei“ gelesen und geben Ihnen hiermit unsere Meinung zu den geplanten Standorten.

    Eine Bücherei die viele Leser aus den Familien und Bewohnern unserer Stadt anlockt, gehört nicht am Rande der Stadt, zumal sich im und am Stadtpark viele zwielichtige Gestalten aufhalten, die den Eltern Sorgen bereiten, sondern in`s Zentrum, was immer man in Gescher auch als Zentrum bezeichnen mag. Denn wir wollen ja eine lebendige Stadt, die das Gefühl gibt, das dort reger Betrieb herrscht.

    Viele Eltern gehen mit den Kindern zur Bücherei und lassen sie in Ruhe dort lesen und spielen, damit sie andere Tätigkeiten, wie Einkauf und Bankbesuch erledigen können. Diese Möglichkeiten werden sie dann erst recht nutzen, wenn sie einen Parkplatz gefunden haben und sich entsprechende Geschäfte in der Nähe befinden.

    Wir verstehen auch, dass die Stadt auf Kosten und Folgekosten achten muss. Sie hat aber auch Verantwortung für die Entwicklung der Stadt, das bedeutet für uns auch, dass sie Verantwortung für die weitere Nutzung der Marienkirche hat. Das architektonisch interessante Gebäude muß erhalten bleiben, auch weil die Bausubstanz in Ordnung ist und das Umfeld gute Möglichkeiten für diverse Nutzungen bietet.

    Die Nutzung sollte man nicht auf die Bücherei beschränken. Die VHS, Kleiderkammer, Babykorb, Eltern-Kind-Gruppen haben räumliche Probleme. So könnte man das Haus des Lernens erweitern um diese wichtigen Punkte und hinzufügen, dass es auch ein „Haus der sozialen Verantwortung“ wird.

    Wenn die Kirche nicht genutzt wird und leer stehen bleibt, wird es auch keine Marienkapelle geben.

    All diese Punkte wollen Sie bitte in Ihre Überlegungen mit einbeziehen und eine Entscheidung treffen, die die Entwicklung der Stadt positiv begleitet.

    Mit freundlichen Grüßen

    Christa van Üüm – Dorothee Bürger

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