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„Ja, es gibt sie noch…“

GESCHER (fjk). Es gibt Momente, zugegeben seltene, da merkt man im Gescheraner Stadtrat, dass es sie noch  gibt, die Grünen. Heute ist so ein Tag!  Die „grüne Seele“ blitzt  auf!

Auf der Tagesordnung steht ein öffentlich-rechtlicher Vertrag zur gegenseitigen Hilfeleistung bei Großschadenereignissen im Kreis Borken zur Abstimmung. Die bereits im Feuerschutzhilfegesetz verankerte Nachbarschaftshilfe kommt nur bei Brandeinsätzen zum Tragen. Für technische Hilfeleistungen greifen diese Bestimmungen nicht. Die Bürgermeister haben aufgrund der Erfahrungen mit dem Hochwasser im August beschlossen, den Solidargedanken im Kreis weiter zu stärken und diesen auf die technischen Hilfeleistungen zu erweitern. Dabei soll jede Kommune im Kreis Borken seine Personalkosten selber tragen.

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W. Brüggestrath

Soweit so gut und vor allen Dingen so vernünftig. Doch Wolfgang Brüggestrath (Grüne) meldet Bedenken an. Er möchte wissen, ob denn unsere Jungs, er meint wohl die Feuerwehrkameraden, auch zu Großschadensereignissen beispielsweise nach Gronau (Urenco) oder  zum Zwischenlager nach Ahaus beordert werden könnten?  Bürgermeister Effkemann kann zu dieser Frage „so recht keine Beziehung“ entwickeln und verspricht, die entsprechenden Informationen mit dem Protokoll nachzuliefern. Brüggestrath gibt sich mit der Antwort zufrieden… „Grüne Fahne gezeigt, das reicht für heute,“ mag er gedacht haben.

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Urenco in Gronau, möglicher Einsatzort auch fuer Gescheraner Feuerwehrleute.

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Hildegard Kowollik

Nicht so Hildegard Kowollik von den UWGisten. Temperamentvoll wie immer nimmt sie die „grüne Flanke“ an und  besteht auf Absetzung des Tagesordnungspunktes. Das vom Kollegen Brüggestrath vorgetragene sei wichtig, meint sie. Da könne man nicht einfach so zur Tagesordnung übergehen.  Der Bürgermeister möge die Frage klären, und dann erneut darüber beraten lassen.

Christian Nolte, Chef der Freiwilligen Feuerwehr Gescher, läßt gegenüber GescherBlog keinen Zweifel: Selbstverständlich müssen die Kameraden wenn Sie angefordert werden nach Gronau (Urenco) oder Ahaus (Zwischenlager) ausrücken. Im Brandfall müssen sie das jetzt schon. Allerdings seien auch technische Notlagen denkbar, die beispielsweise den Einsatz des neuen Teleskopfahrzeuges erforderlich machten. Diese  technischen Einsätze sollen nun durch die zusätzliche öffentlich-rechtliche Vereinbarung abgedeckt werden.

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Das Zwischenlager in Ahaus.

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Markus Kersten, FDP.

Ähnlich argumentieren FDP und CDU. Fraktionschef  Kock allerdings befürchtet Gefahr für das Harmoniegefüge seines Dreierbündnisses (CDU, Grüne, SPD) und ordnet Zustimmung zur Absetzung des Tagesordnungspunktes an. Das bekommt aber nur die erste, vordere  Hälfte seiner Fraktion mit, exakt die zweite stimmt zusammen mit der FDP gegen den Absetzungsantrag. Heiterkeit bei Ratsmitgliedern und Zuschauern. Markus Kersten von den Liberalen: „Wir können eigentlich gut mit der CDU… wir wissen aber noch nicht mit welcher Hälfte!

3 Kommentare zu „Ja, es gibt sie noch…“

  1. Schade, wenn ein Bürgermeister nicht weiß, wo er im Krisenfall seine Feuerwehr einsetzen darf und wo nicht….

  2. stimme zu, amüsanter Beitrag mit einem Körnchen Wahrheit. Kunst hat recht, es gibt keine Grünen mehr in Gescher weil gegen den Biogasschwachsinn nur die FDP mobil macht. leider.

  3. Grüner Gärtner // 23. Dezember 2010 um 11:52 //

    Man sollte Herrn Brüggestrath umgehend den Strom abstellen. Zurzeit ist mangels Wind und Sonne kein „Ökostrom“ vorhanden.

    Trotzdem alles sehr amüsant! Weiter so :-))

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