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Überraschender Schachzug: – CDU kündigt neuen Standort an!

GESCHER (fjk). Über mangelnde Spannung in der Kommunalpolitik kann sich zurzeit wahrlich niemand beklagen. Nach anfänglicher Einigkeit im Rat, die Bücherei in der Marienkirche unterbringen zu wollen, haben sich die Dinge gravierend geändert. Wie es aussieht verfügt das Linksbündnis (CDU/SPD/Grüne) über eine satte Mehrheit ( 27 von 34 Mandaten),  die von der Kämmerin ausgearbeiteten Konzepte parlamentarisch durchzudrücken. Vielleicht hatten Sie aber nicht mit dem starken Widerstand aus der Bevölkerung gerechnet. Nicht anders ist es zu erklären, dass das Linksbündnis nun mit einem neuen „Schachzug“ in das Verfahren eingreift:

Auf der CDU-Stadtversammlung am Donnerstagabend wurde den verdutzten anwesenden Mitgliedern nämlich mitgeteilt, man werde noch einen weiteren Standort in die Diskussion einbringen. Die Standortnachteile des Stadtparks für eine Bücherei konnten trotz skurriler Versuche in der öffentlichen Diskussion nicht weg diskutiert werden.

karte-pankratius

Die Stadtverwaltung gibt sich auf Anfrage von GescherBlog bedeckt. Ja, es sei richtig man arbeite an den Fakten eines neuen Standortes, um die Standortnachteile Stadtpark auszugleichen. Und Bürgermeister Effkemann läßt über seinen Fachbereichsleiter ausrichten, der neue Standort sei „im Dunstkreis“ der Pankratiusschule. Geheimniskrämerei und „Großes Theater“ bis zum Schluß!! Auf jeden Fall werden die Stadtvertreter am Montag eine neue, ergänzende Sitzungsvorlage im Postfach haben.

Fazit: Es ist unglaublich. Da diskutiert der Rat eineinhalb Jahre über den Standort Marienkirche später ergänzt um den Stadtpark, Architekten und Gutachter werden für richtig „dickes Geld“ engagiert und beschäftigt, unzählige Sitzungen abgehalten.. dann kurz vor „Toreschluß“ kommen die Akteure vom Linksbündnis (CDU,SPD,Grüne) mit einem so plumpen Ablenkungsmanöver. Dabei geht es nur um eins: Einen Beschluß am Mittwoch zu verhindern, und in die Zeit zu setzen. Die Zeit läuft gegen die Lösung Marienkirche, das hat die Kämmerin wohl erkannt!

Lies hier: GZ online – „Standort-Alternative kommt!“

17 Kommentare zu Überraschender Schachzug: – CDU kündigt neuen Standort an!

  1. Kunstkritiker-Kritiker // 29. Januar 2011 um 14:30 //

    @ F.J. Kunst

    Sehr geehrter Herr Kunst.

    Bürgerentscheid ja!!! Aber nicht zwischen Investorlösung und Stadtpark .

    Der Bürger muss den Stadtrat neu wählen. Wahlbeteiligung schätzungsweise 20%. Ihr Politiker habt den Ernst der Lage nicht erkannt.

    Gute Nacht

  2. Franz-Josef Kunst // 29. Januar 2011 um 14:06 //

    Soweit ist es mit Kompromißbereitschaft und Basisdemokratie bei Ihnen doch wohl nicht her „Kunstkritiker“… wenn Sie schon den Ausgang eines Bürgerentscheides voraussagen oder -ahnen wollen. Aber soweit sind wir noch nicht.

    Ich denke wir werden am Mittwoch erleben, dass die „linken“ Strategen (..bitte dazu keine korrigierenden Kommentare Ihrerseits „Kunstkritiker“ – Danke) alles versuchen werden, einen Beschluß zu verhindern. Was eigentlich leicht sein müßte bei 27 Bündnisstimmen.. und die UWG kommt wohl auch noch dazu 🙁

    Ein Beschluß pro neuer Standort (den ja noch keiner kennt, spekuliert wird auf Kutschenmuseum oder Fläche vor Pennekamp) und gegen Marien wird den Bürgerentscheid auslösen. Viel besser wäre aber wir würden alle in Übereinstimmung den Bürger zur „basisdemokratischen“ Abstimmung über das Problem auffordern. Dafür sind sie nicht… oder doch?

    Auch ist deutlich zu erkennen, entgegen „gebetsmühlenartig“ von Ihnen gemachten Äußerungen zuvor, dass Kirche an sich schon ein Problem für Sie ist. (..letzte Fußtruppen und so…) Siehe oben ihre mittlerweile doch etwas langweiligen Tiraden.

    Schade, dass Sie nicht zur Sache finden können: St. Marien ist die kostengünstigste und beste Lösung. Das ist Stand der Dinge heute. Dazu wissen Sie aber nix zu sagen…

    Schönes Wochenende…

  3. Kunstkritiker // 29. Januar 2011 um 13:20 //

    @ Herr Kunst,

    das mit der Sympathie war nicht die Intention, die hinter den zugegebener Maßen oft doch sehr langen Beiträgen steht :-).
    Um es mit den Worten von meinem „Kritiker“ zu sagen „ich laufe seit Tagen AMOK, weil ich befürchte, dass die Fronten sich auf allen Seiten derart „verhärten“ dass keine Sachentscheidung mehr möglich ist.

    Es wird seit längerer Zeit – so ist zumindest mein Eindruck an vielen Stellen unterschwellig Druck ausgeübt. Jetzt fährt „die Kirche“ „ihre letzten Truppen“ auf für die große „Schlacht“.

    Der Stadtrat benötigt Fakten und Vorlagen, die es zu bewerten gibt. Nur auf Grundlage dieser bewerteten Daten, kann eine Sachentscheidung getroffen werden. (ich wiederhole mich)

    Wie schon in einem anderen Beitrag von Herrn G. Pollmann dargestellt, ist es besser eine richtige Entscheidung in sechs Wochen zu treffen als eine falsche Entscheidung am nächsten Mittwoch.

    Wenn es diese verschiedenen „Versionen“ vom möglichen Investor gibt, dann müssen die natürlich geprüft und bewertet werden (ich gehe davon aus, dass die Stadtverwaltung dieses in der anstehenden Ratssitzung tun wird) – nur kann ich derzeit keine Vorlagen bewerten, die ich nicht kenne (Ihre Quellen sind doch anscheinend zum Teil besser wie meine).

    Meines Erachtens sollte sich „die Gemeinde“ auch noch mal hinsetzen und prüfen, ob sie wirklich schon alle Möglichkeiten geprüft hat. Im Kirchenvorstand sind doch so erfahrene „Strippenzieher“ vertreten, dass es mich wundert, dass nach all der Zeit von dort bisher kein wirklich innovativer Vorschlag gekommen ist.
    Vielleicht gibt es diese Vorschläge und ich kenne diese nur nicht – vielleicht hat ja auch „Münster“ vor diesen Vorschlägen einen Balken geschoben.
    Wenn „die Gemeinde“ aber die Marienkirche erhalten will, dann sollte sich hier in den nächsten Tagen etwas mehr in Bewegung setzen als nur die“ letzten Fußtruppen“.
    Eines ist sicher (meine Meinung), fällt die Entscheidung für einen Büchereineubau am Mittwoch, wird der Ausblick für die Marienkirche „düster“ ausfallen.
    Mit- oder auch ohne nachfolgenden Bürgerentscheid. Den Bürgerentscheid benötigen wir dann nur noch, als „Pflaster“ für die wunde Seele.

    Also was benötigen wir bis zur endgültigen Entscheidung:
    – Ehrlichkeit mit den Zielen, die jede Seite verfolgt.
    – Eine auf Deeskalation und sachlicher Auseinandersetzung ausgerichtete Grundstimmung.
    – Durchdachte Konzepte mit gerechnete Zahlen, aus denen eine Kostenklarheit und auch Kostenwahrheit hervorgeht.
    – Bewegung auf allen Seiten (vielleicht auf Seiten des möglichen Investors?!)
    – Aufhebung des Zeitdrucks.

    Der künstlich verursachte Zeitdruck erscheint mir persönlich im Moment einer der wesentlichen Kristalllationspunkte für eine wahrscheinlich sich dramatisch zuspitzende Situation in der Öffentlichkeit. Zudem spielt dieser Zeitdruck nur den Hardlinern der jeweiligen Seite in die Hände. Wenn es diese denn gibt :-).

    Vorschlag:
    Pressemitteilung des Kirchenvorstandes am Montag aus der hervorgeht, dass der Schließungstermin der Bücherei noch einige Monate nach hinten geschoben werden kann.
    Und danach werden Konzepte, und sachliche Argumente im Stile von Herrn Dr. Hubert Upgang ausgetauscht und bewertet.

    Es geht doch schließlich um eine Kirche und Christenmenschen
    P.S.: Kennen Sie eigentlich den „Hick-Hack“ um die „Kirche vom heiligen Grab“ in Jerusalem? Hieran muss ich oft denken in den letzten Tagen.

  4. Administrator // 29. Januar 2011 um 12:26 //

    @Zeitungsleser
    @Hinnerk

    Bitte, bitte… jetzt keine Diskussion über die Anzahl der Gläubigen in Gescher u. Hochmoor und keine kircheninterne „Kriegsschauplätze“. Wer`s ganz genau wissen will kann hier anrufen:

    Katholische Kirchengemeinde St. Pankratius
    und St. Marien, Gescher, Pfarrbüro
    Kirchplatz 12A, 48712 Gescher
    Tel. (0 25 42) 15 02
    Fax (0 25 42) 9 87 38

  5. Hinnerk // 29. Januar 2011 um 12:20 //

    @ Zeitungsleser

    Sie sind aber ein cleverer Rechenfuchs, mein lieber Herr! Zudem ein wahrer Meister im Aufdecken von vermeintlichen Verschwörungen. Wirklich beneidenswert! Oder auch nicht?
    Bevor Sie jedoch in Zukunft das Internet nutzen, um Ihre Meinung kundzutun und um mit dem Pfarrer abzurechnen, nutzen Sie doch auch bitte das Internet, um sich über Daten und Statistiken der örtlichen Pfarrgemeinde in Kenntnis zu setzen. Dann wüssten Sie nämlich auch, dass nach Ihrer Theorie „der Pfarrer“ bis zum Jahr 2009 ziemlich genau 1303 Mitglieder auf dem Gewissen hat.
    So, und jetzt dürfen Sie rechnen und selbst nachforschen!

    Zurück zum eigentlichen Thema: Lieg ich richtig in der Annahme, dass die oder zumindest manche Politiker ein Problem mit dem Investor haben? Warum wird das dann nicht einfach mal ausgesprochen?

  6. Franz-Josef Kunst // 29. Januar 2011 um 11:58 //

    Danke, Kunstkritiker… jetzt werden Sie mir wieder sympathisch 😉

    Ja, der Absatz ist wirklich nachdenkens- und empfehlenswert. Nur-… die Kirche seitens der Stadt zu erwerben, darin waren sich alle Parteien (auch die FDP) einig, ist ausgeschlossen. Wer will schon für alle Ewigkeit eine Kirche „an der Backe“ haben ????

    Aber lassen Sie mich einen weiteren Versuch unternehmen, Sie davon zu überzeugen, dass Marienkirche immer die „günstigste“ Lösung sein kann und wird. Warum?

    1. Der Investor hat 3 Miet-Versionen abgegeben: Von ganz preiswert bis exclusiv. In der Vergleichsrechnung hat man (natürlich) die Version „Exclusiv“ herangezogen. Sonst wäre der Preisvergleich zugunsten der Marienkirche eklatant gewesen.

    2. Eine weitere wesentliche Mietpreisminderung kann sich dadurch bei der Option Marienkirche ergeben, wenn man die Vorsteuerkarte zieht. Immerhin 19 %. Hat die Kämmerin natürlich nicht in die Vergleichsdiskussion einbezogen. Die Möglichkeit besteht!!!

    Verehrter Kunstkritiker, bei aller Freude an der Provokation ihrerseits… Objektiv betrachtet ist das Gesamtpaket Marienkirche (Kosten, Zentrale Lage, Büchereiqualität, Schub f. Stadtenwicklung usw.) nicht zu schlagen… Kann man Sie noch mit Sachargumenten überzeugen? Dann herzlich willkommen – Danke übrigens an Herrn Dr. Upgang Rotert. Saubere Sachdarstellung, möge sie helfen zur Sachdiskussion zurück zu finden!

    Im Übrigen glaube ich, dass es gar keine Alternative zu einem Bürgerentscheid gibt. Zu groß die Gefahr einer Spaltung der Gescheraner. Dafür sollten wir am Mittwoch den Weg frei machen. „Back to the roots“. basisdemokratisch wenigstens. Wenn eine entsprechende Übereinkunft mit den anderen Fraktionen zu erzielen ist, würde das erheblich zu einer Versachlichung der Diskussion und zum „Dorffrieden“ beitragen. Oder sehen Sie das anders?

  7. Kunstkritiker-Kritiker // 29. Januar 2011 um 11:30 //

    Sehr geehrter Herr Kunst.

    Der letzte Abschnitt des Leserbriefes von Herrn Dr. Hubert Upgang sollte uns zu denken geben.

    Jedes Ratsmitglied sollte diesen jeden Morgen zugemailt bekommen.

    Das ist auch der Grund warum ich schon drei Tage „Amok laufe“.

    Mit freundlichen Grüßen

  8. Kunstkritiker // 29. Januar 2011 um 11:28 //

    @ Herr Kunst: Bevor Sie noch Sorgen um mein Seelenheil machen, möchte ich Ihnen mitteilen, dass ich gar keine Problem mit der Kirche im Allgemeinen, insbesondere nicht in Gescher habe. Als aktives Mitglied –zugegebener Maßen hier besteht noch ein Ausbaupotenzial – der Kirchengemeinde finde ich die katholische Kirche wichtig für Gescher. Ich kann mir Gescher gar nicht vorstellen, ohne die wertvolle Arbeit der kirchlichen Vertreter und der vielen ehrenamtlich tätigen.
    Die Gemeinde und die Gemeindearbeit sind für uns Gescheraner eine der wichtigsten Grundpfeiler im Alltag und machen den Ort erst zu dem was er ist.
    Auch Herr Pfarrer Diepenbrock sowie die Mitglieder des Kirchenvorstandes oder des Pfarrgemeinderates im Allgemeinen, insbesondere Herr Deutmeyer und Frau Ening werden nicht nur von mir wertgeschätzt sondern haben auch im Versuch die Marienkirche zu „retten“ mein vollen Respekt und meine volle Wertschätzung

    Hätten Sie jetzt nicht gedacht? Macht nichts.

    Wenn sich aber ein ehemaliges leitendes Mitglied der Stadtverwaltung hinstellt und der Zeitung in den Block „diktiert“, dass „die grüne Lunge Stadtpark …“, dann sollte er zumindest vorher nicht in der Öffentlich aufgetreten sein, und für eine Teilbebauung des Stadtparks geworben haben, die ja auch zwischenzeitlich umgesetzt wurde – oder etwa nicht?

    Zugegebener Maßen, anhand meiner doch recht emotionalen Reaktion, scheine ich zumindest hier vielleicht „etwas“ dünnhäutig zu reagieren. und rückschauend sind meine gewählten Formulierungen auch wenigstens als suboptimal zu bezeichnen. Halt ein emotionales Thema.

    Auch die Diskussion um die Anzahl der Gemeindemitglieder sollte an dieser Stelle nicht geführt werden. Im Zweifelsfalle sind natürlich die Zahlen der Kirchengemeinde richtig und wegen Herrn Pfarrer Diepenbrock ist sicherlich kein einziges „Seelchen“ in Gescher aus der Kirche ausgetreten – eher eingetreten.
    Vielleicht liegt die Diskrepanz an den Zahlen von „Zeitungsleser“ ja auch nur daran, dass Hochmoor in den letzten Jahren zum Pfarrbezirk „Velen“ gehört?!

    @ Herr Dr. Hubert Upgang:
    Toller Beitrag – habe zwar eine etwas andere Sichtweise, bei der Bewertung der Vergleichsrechung stimme ich Ihnen zum größten Teil zu.
    (Eigentlich habe ich die ganze Zeit auf eine sachliche Bewertung der Vorlage gewartet)

    Sie wissen doch auch, dass sich das diskutierte Grundstück (bzw. die Grundstücke) im Eigentum der Stadt befindet und gemäß NKF bilanziert sind. Je nach dem wie ich den Wert dieser Grundstücke in die Vergleichsrechung mit aufnehme ergibt dieses natürlich ein anderes Ergebnis. Fakt ist aber auch: Das Grundstück gehört der Stadt und hierfür wird kein Geld benötigt, um dieses zu erweben.

    Nur die Frage lautet ja: Was machen wir daraus.

    Fest steht, das die Stadt die Kirche nicht kaufen wird und aus finanzieller Hinsicht auch nicht kann. (Meine Behauptung).
    Aber wie müsste sich die Kirchengemeinde aufstellen, damit diese (oder ein noch zu schaffender Träger aus der Gemeinde) das Objekt an die Stadt vermieten kann, sodass die Stadt die Kosten für den Betrieb einer Bücherei – unter Leitung der Gemeinde – unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten tragen kann.

    @Bürger
    oh – ja da bin nun sogar ich überrascht – welch ein Temperament –
    Als Tipp: Ich zähle meistens bei einer derartigen Erregung gaanz gaanz langsam bis 10. Oft hilft das – wie Sie aber auch bei mir sehen können – nicht immer!
    Waren das jetzt übrigens Visionen für die Lösung der Sachfrage „Bücherei“ oder nur so mal ne Äußerung?

  9. Bürger // 29. Januar 2011 um 10:52 //

    Marxismus und Christentum, Sozialismus und Religion können von ihren sozial-ethischen Zielen und Inhalten her auf entscheidende Gemeinsamkeiten verweisen.
    Diesen Gemeinsamkeiten ist die katholische Amtskirche als kapitalistischer Machtapparat bis heute zu keiner Zeit gerecht geworden.
    Das Prinzip der Trennung von Staat und Kirche in der Verfassung gibt es nur auf dem Papier.Daher ist die Stadt Gescher zu unterstützen die diese Trennung zum erstenmal konsequent praktizieren will, gegen den Willen der Amtskirche und ihren Hilfstruppen. Auch aus diesen Gründen darf die Bücherei nicht in die Kirche.
    Ein mutiger Entschluß. Der Stadt muß Anerkennung gegeben werden.

  10. Die vorgelegte Sitzungsvorlage ist als objektive Entscheidungsgrundlage für die Ratsmitglieder leider ungeeignet, da einseitig. Dies beginnt schon im textlichen Teil durch Verschweigen wichtiger Argumente pro Standort Marienkirche und contra Standort Stadtpark. Die wirtschaftlichen Vergleiche im Anhang wurden geschickt so gewählt, dass sie einen eindeutigen Vorteil für den Standort Stadtpark suggerieren, der bei objektiver Betrachtungsweise jedoch keineswegs gegeben ist.

    Aus eigenen, langjährigen Erfahrungen als Projektingenieur weiß ich, dass Vergleichsstudien nahezu immer im Sinne des Auftraggebers ausgeführt werden.

    Die vierte Variante ist in dieser Vergleichsstudie völlig fehl am Platz. Sie suggeriert dem Laien den zusätzlichen Erhalt von Fördermitteln im Fall eines Büchereineubaues. Tatsächlich handelt es sich aber lediglich um eine Umschichtung von Haushaltsmitteln. Berechnungen nach der Kapitalwert- oder Barwertmethode werden häufig angewandt, u. a. auch weil man die Ergebnisse durch geschickte Wahl der Vorgaben gut im gewünschten Sinne manipulieren kann.

    Letztlich ist das aber nur Kaffeesatz-Leserei, da niemand voraussagen kann, wie sich Wirtschaft und Geldwert in den nächsten 30 Jahren entwickeln werden. Nimmt man jedoch einmal die Zahlen aus diesem Vergleich, so ergibt sich ein wirtschaftlicher Vorteil für die Variante Stadtpark von durchschnittlich 390 Euro pro Monat. Dies ist nur ein Bruchteil der monatlichen personellen Ausgaben.

    Bei der Vergleichsrechnung wurden bei der Variante Eigenbau Kosten weggelassen. Ich nenne hier nur Grundstücks-, Versicherungs- und Unterhaltungskosten für die Außenanlagen. Rechnet man zudem mit einer realistischen Instandhaltungspauschale, so ergibt sich bei den Ausgaben nahezu ein Gleichstand. Die Aussage der Stadtkämmerin hinsichtlich der Grundstückskosten ist falsch. In der Variante Marienkirche sind diese, wie die übrigen oben genannten Kosten, sehr wohl enthalten. (versteckt im Mietpreis). Hätte man zudem nicht die teuerste Umbauoption für die Marienkirche zugrunde gelegt, mit Nutzung des Orgelbodens, ergäbe sich rechnerisch sogar ein Vorsprung für den Standort Marienkirche.

    Das sich bei entsprechend lang gewählten Bilanzzeiträumen nahezu immer ein Vorteil für den Eigenbau gegenüber einer Mietvariante ergibt, ist keine neue Erkenntnis. Ist der Bauherr eine Kommune, ergeben sich weitere Vorzüge (günstige Zinskonditionen, Wegfall Grundsteuern).

    Die unschlagbare günstigste Variante ist daher in der Sitzungsvorlage gar nicht aufgeführt: Der Umbau der Marienkirche, losgelöst vom übrigen Kirchengelände, durch die Stadt mit Fremdkapital. Die Umbaukosten nämlich sind, entgegen manchen in der Öffentlichkeit gestreuten Aussagen niedriger als ein Büchereineubau.

    Dr. Hubert Upgang

    Der vorhergehende Beitrag erschien auch am 29. Jan. 2011 als Leserbrief in der Gescheraner Zeitung.

  11. Kunstkritiker-Kritiker // 29. Januar 2011 um 00:30 //

    @ Insider

    Sie kennen Fakten? Bitte, schnell auf den Tisch damit. Ich bin Kirchen und Grundsteuerzahler!!!

    Sie wissen vermutlich nix!!!

  12. Insider // 28. Januar 2011 um 23:29 //

    @ kunstkritiker

    Die Ausgangspostion bei Beginn der Gespräche zwischen Stadtverwaltung und Generalvikariat war ein Angebot der Kirche von 500 € Erbpacht pro Monat, verhandelbar nach unten.

    Ansonsten teile ich die Ansicht von Herrn Kunst, daß die meisten ihrer Ausführungen Gehirngespinste sind.

  13. Franz-Josef Kunst // 28. Januar 2011 um 22:45 //

    @ Kunstkritiker,
    mein Gott, was haben Sie sich wieder in Rage geschrieben. Ein wahrlich intellektueller Amoklauf.. für diesen bekanntlich ein weitestgehender Realitätsverlust verantwortlich zeichnet. Damit auch genug der Beschimpfung.

    Zu den Inhalten ist eigentlich nur wenig zu sagen. Ihre detaillierten Berichte über Entscheidungsabläufe bei der Kirche (Anmerkung: Wer oder was ist eigentlich bei Ihnen Kirche?) und in der Verwaltung sind weitestgehendst Ausflüsse Ihrer „unkontrolliert wabbernden“ Fantasie, sonst nichts. Mit dem richtigen Leben und der Wirklichkeit haben sie nichts zu tun. Liest sich aber streckenweise ganz gut 😉

    Wohl aber mit Aversionen zu allem oder alles was Kirche ist oder Kirche zu sein scheint. Da haben Sie irgendwo ein Problem. Und das Thema kommt ihnen offensichtlich gerade recht „um abzurechnen“.

    Mir scheint ist „Zeitungsleser“ ein Bruder, zumindest geistiger Bruder, von Ihnen. Der zählt die Anzahl der Schäfchen bevor er in Albträume über ein gemeinsames Klosterleben mit Pastor Diepenbrock in einer Doppelzelle versinkt. … ich tu das nur wenn ich nicht einschlafen kann… ähh die Schäfchen zählen natürlich.

    Gute Nacht…. so`n Quatsch!!!

    Noch ein ernsthafter Nachtrag: Bitte unbedingt die „Regeln lesen“. Ausdrücke wie „unser Hänschen“ und „seine Scheinheiligheit“ sind schon ein wenig diffamierend. Also, ich denke Sie haben auch das Potential Stil zu wahren.

  14. Kunstkritiker-Kritiker // 28. Januar 2011 um 21:52 //

    @ Zeitungleser

    Bitte nicht alles auf eine Person abladen. Die „Scheinheiligkeit“ und Co. haben sicher mehr Austritte zu verantworten.

  15. Zeitungsleser // 28. Januar 2011 um 21:14 //

    Ich lese in einigen Beiträgen zum Thema Bücherei und Marienkirche, das die zwangsfusionierte kath. Kirchengemeinde rund 11.000 Gemeindemitglieder hat. Sind schon so viele geflüchtet in der Zeit des eingesetzten Pfarrers? Es müssten, nach meiner Kenntnisstand, ca. bis zu 13.000 Gemeindemitglieder sein. Jetzt lese ich hier von 11.000 Gemeindemitglieder. Das heißt dann im Umkehrschluss, das in ca. acht Jahren (ich schätze so lange ist Diepenbrock hier) rund 2.000 Gemeindemitglieder die Kirchengemeinde verlassen hat.

    Es war sonst üblich zum Jahreswechsel den Gemeindemitgliedern eine Kurzpfarrstatistik mit an die Hand zu geben. Wo kurz beschrieben wird, wann und wieviele Spenden eingegangen sind im vergangenen Jahr. Wieviele Verstorbene zu betrauern gab, wieviele Hochzeiten, Geburten, Taufen, Kirchenaustritte etc. etc. Seit dem der eingesetzte Pfarrer da ist, traut sich die Kirchengemeinde nicht mehr die Zahlen in schriftlicher Form Preis zu geben. Von daher muss man viele Zahlen schätzen und Raten. So auch die Gemeindemitgliederzahlen.

  16. Kunstkritiker-Kritiker // 28. Januar 2011 um 20:38 //

    Ich wünsche mir den Erhalt der Kirche.

    Und trotzdem sind sie mir nach den Zeilen sympathisch geworden.

  17. Kunstkritiker // 28. Januar 2011 um 20:02 //

    Sehr geehrter Herr Kunst,

    wie aus Ihrem Bericht hervorgeht hat das LINKSBÜNDINS gemeinsam mit den „BÖSEN KRÄFTEN“ aus dem Rathaus wieder zugeschlagen, um die Katholiken in Gescher zu unterjochen. Indem ein perfider Plan hinterhältig aus der Schublade gezogen wurde, der sicherlich schon seit Monaten darauf wartete, seinen Weg ans Licht der geknechteten Öffentlichkeit zu erlangen.

    Die von Ihnen beschriebene Einigkeit im Rat für den Standort Marienkirche hat es doch noch nie gegeben.
    Diese Behauptung ist doch nur wieder eine bewusste Falschinformation!!

    Nun mal der Reihe nach wesentliche Punkte:

    Nach dem die Kirchengemeinde aus Münster mitgeteilt bekommen hat, dass die bis dahin selbstständigen Kirchengemeinden zusammengelegt, die Marienkirche und weitere Gebäudeflächen nicht weiter aus kirchlichen Mittel unterhalten werden dürfen, wurden verschiedene Varianten durch die Kirchengemeinde geprüft.

    Hierbei versuchte die Kirchengemeinde, die Marienkirche zu MARKTPREISEN an die Stadt Gescher zu veräußern. Den Kirchenvertretern war schnell klar, dass ein anderer Käufer sehr wahrscheinlich nicht in Frage kommen würde. Man war sich auch schnell einig, welchen möglichen Interessenten man die Kirche nicht veräußern wollte.
    Viele Ratsmitglieder und auch die Stadtverwaltung signalisierten der Kirchengemeinde, dass ein Erwerb den finanziellen Rahmen der Stadt sprengen würde.

    Anschließend entwickelte die Kirchengemeinde ihr neues Raumkonzept und legte fest, welche Gebäude zukünftig einer neuen Funktion zugeführt und welche nicht weiter genutzt werden sollten.
    Dieses ist nicht nur ihr gutes Recht, sondern auch ihre Pflicht, auch aufgrund der „Direktive“ aus Münster.

    Das aber die Bücherei am bisherigen Standort nicht weitergeführt wird, war ausschließlich eine Entscheidung der Kirchengemeinde!
    Nebenbei bemerkt: Die Stadt Gescher kam natürlich auch in den letzten Jahren im Wesentlichen für den Unterhalt und Betrieb des Gebäudes, für Neuanschaffungen von Medien, Personalkosten, etc. auf.

    Nur durch die beabsichtigte Stilllegung der Bücherei entstand eine unmittelbare Handlungsverpflichtung für die Stadt. Nicht weil die Stadt eine Bücherei unterhalten muss, sondern weil sich deren Vertreter der Wichtigkeit einer solchen Einrichtung für die Bevölkerung bewusst ist.

    Das die Kirchengemeine, in dem Wissen, dass die Stadt eine Bücherei unbedingt erhalten möchte, plante, die Bücherei zusammen mit der Marienkirche „zu verpacken“ und an die Stadt Gescher zu übergeben, kann ein cleverer Schachzug gewesen sein.

    Die Vertreter der Stadt waren sich jedoch in großer Mehrzahl einig, das die Kosten den Rahmen des Möglichen sprengen würden. Man war sich natürlich auch dem emotionalen und stadtbildprägenden Wert des Gebäudes bewusst. Daher unterstützte die Stadtvertreter eine Entwicklung von Konzepten für eine weitere Nutzung der Marienkirche mit erheblichen finanziellen und personellen Mitteln.

    Seitdem entwickelt die Stadtverwaltung aber auch mögliche Standortkonzepte für eine neue Bücherei – unter anderem durch die Anmietung der Marienkirche, als eine Option unter mehreren.
    Sie wissen doch genau, dass vor einigen Wochen noch ein Neubau in der Innenstadt direkt am Rathaus geprüft wurde, sich aber als zu kostspielig herausstellte. Eine der im Rat vertretenen Parteien bringt in regelmäßigen Abständen wiederkehrend das Kutschenmuseum ins Gespräch.
    Dieses wollte die Kämmerin vielleicht verhindern? Hat der Bürgermeister sich emanzipiert und dominiert insgeheim den ganzen Prozess? Fragen über Fragen. 🙂 ))!
    In diesem Bereich sind aber natürlich auch noch mehr Gebäude möglich: Altes Rathaus?

    Ich würde die anscheinenden Bestrebung der Verwaltung, die Wünsche der Öffentlichkeit bei der Standortwahl zu berücksichtigen, durchaus positiv betrachten.

    Mich wundert es, dass Sie hier im Blog gar nicht auf die Äußerungen „Seiner Scheinheiligkeit“ in GZ vom 27.01.2011 eingehen. Passen ihnen die von Ihm vorgebrachten Argumente zu sehr ins Bild oder finden Sie diese zu anstößig, um sie hier zu veröffentlichen.

    Aussage 1: „In der Vergangenheit sei die „grüne Lunge“ Stadtpark für eine zusätzliche Bebauung immer tabu gewesen“
    Hiermit meint dieser Mann doch sicherlich nicht die zu seiner aktiven Zeit umgesetzten Bauprojekte?. Hat sich unser “Hänschen“ nicht aktiv für eine Teilbebauung des Stadtparks eingesetzt?
    Aussage 2:
    Der Kämmerin „geschönte“ Zahlen vorzuwerfen, mit denen die Stadtvertreter manipuliert werden sollen, ist schon ein starkes Stück. (Macht man so etwas als führender Vertreter einer Kirchengemeinde – wo ist die Nächstenliebe?).
    Das mit dem mietmindernden Einsatz der Investitionspauschale für die Anmietung der Marienkirche sollte der Herr aber mal vorrechnen!! Soll die Stadt Kirchensteine kaufen?
    Oder sollen nur die Zahlen geschönt werden?

    Es wird endgültig Zeit, dass man das Projekt „Bücherei“ der Stadt und das Projekt „Marienkirche“ der Kirchengemeinde getrennt betrachtet und bewertet.

    Hätte die Stadt das Geld, um die Kosten für die Marienkirche zu tragen, könnte dieses auch in Betracht gezogen werden.
    Da die Stadt aber die Mittel nicht hat, müssen die 11.000 Gemeindemitglieder für den weiteren Unterhalt des Gebäudes aufkommen. Wenn dieses nicht gelingt, dann ist bei den Gemeindemitgliedern in ihrer Gesamtheit nicht der erforderliche Rückhalt für den Erhalt des Gebäudes (leider). Dann können auch 4000 Menschen mehr, nicht die notwendige Finanzierung aufbringen.

    Da die Vertreter der Kirchengemeinde aber schon jetzt ihre Unterschriften in Geschäften und Tankstellen sammeln und nicht – zumindest stand es nicht in dem Presseartikel – in der Kirche, befürchte ich, das der aktive Unterstützerkreis zwar emotional und laut ist, aber eben nicht den Großteil der Bevölkerung widerspiegelt.

    Vielleicht sollte man bei der Unterschriftenaktion die Unterzeichner gleich fragen, ob diese auch bereit sind, jährlich einen kleinen finanziellen Beitrag zu leisten.
    Hiermit könnte das Projekt sofort verwirklicht werden. Nur würde hierbei nicht die Stadt Mieter für 30 Jahre, sondern die Kirchengemeinde bzw. deren Vertreter über eine Stiftung, gemeinnützige GmbH, etc. Die Stadt würde natürlich zusätzlich noch Miet- und Betriebskosten kosten wie bisher zahlen.

    Wenn die Vertreter der Gemeinde die ganzen Mietkosten aufbringen würden, ergäbe sich ein Monatsbeitrag von 0,37 €. (zwei Zigaretten sind übrigens teuer)!
    (Mietkosten des Investors + erhöhte Heizkosten) geteilt durch Gemeindemitglieder = 4,45 Euro pro Gemeindemitglied und Jahr!!!!.
    Das macht einen Monatsbeitrag von 0,37 €.

    Wo ist das Problem, wenn die emotionale Bedeutung bei den Gemeindemitgliedern und einem Großteil der Bevölkerung so groß ist.
    Der Unterschied zur Unterschrift: Die Unterschrift kostet nichts.

    Die Darstellung wird jetzt richtig viel Ärger geben, da bin ich mir sicher – aber Zahlen haben eine einfache Wahrheit (oder habe ich mich verrechnet?)

    Und dies war auch keine Vision, da die Gemeindemitglieder sicherlich nicht bereit sind, in ihrer Gesamtheit dauerhaft 0,37 € pro Monat für den Erhalt „ihrer“ Kiche auf freiwilliger Basis bereitzustellen.
    Traurig – aber wahr.

    Ich lasse mich gerne von dem Gegenteil überzeugen – dann hätte nicht nur ich unrecht, sondern Sie hätten die Marienkirche auch noch „gerettet“.

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