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Kerkhoff: Vandalismus im Freibad wird nicht mehr hingenommen

Bürgermeister macht ernst: Video und Bußgeld gegen Freibadvandalismus

Gescher (fjk). Bereits im Juli dieses Jahres -lies hier– kündigte Bürgermeister Thomas Kerkhoff an, härter gegen den zunehmenden Vandalismus im Freibad vorzugehen. Jetzt brachte er eine Änderung der Badeordnung aus dem Jahre 1997 in den „Schul- und Sportausschuss“ ein. Danach soll ein Bündel von Maßnahmen Abhilfe schaffen. So wird demnächst bei nächtlichem Besuch des Freibades ein Bußgeld von 50 Euro fällig. Der „Schulausschuss“ stimmte dem zu. Nur Hildegard Kowollik von der UWG mochte ihre Hand für die Bürgermeisterinitiative nicht  heben: Ihr war das Bußgeld zu lasch. „Da lachen die doch nur drüber,“ meinte sie.

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Verursachern geht`s jetzt an den Kragen

Zunehmend ist es in den vergangenen Jahren bei  nächtlichen -nicht gestatteten- Besuchen zu Lärmbelästigungen der Anwohner, groben Verschmutzungen und Beschädigungen im Bad und im Umfeld gekommen. Müll und Einrichtungsgegenstände trieben im Wasser. In den Barfußbereichen fand man  oft Scherben. Die Verletzungsgefahr im Freibad war an solchen Tagen hoch und die Kontrollen am frühen Morgen  aufwändig. Mehrfach konnte das Bad erst verspätet geöffnet werden.

Ressortleiter Jochen Inkmann berichtete den Ausschussmitgliedern aus den Erfahrungen der vergangenen Jahre: „Wir hatten ca. 5 bis 15 Strafanzeigen im Jahr,“ so Inkmann und er fügte hinzu: „Das sind aber nur die, die von Polizei und Wachdienst ermittelt wurden.“ Weitere 40 bis 45 Jugendliche mussten sich nach Feststellung und Ermittlung auf „Entschuldigungstour“ machen.

Die Verwaltung wird im nächsten Jahr in eine deutlich verbesserte Videoüberwachung und mehr Wachdienst investieren. Ca. 3.500 bis 4.500 Euro will der Bürgermeister dafür in die Hand  nehmen.

Natürlich stehe das Bußgeldaufkommen in keinem Verhältnis zu den Kosten der Videoanlage oder des Wachdienstes, machte Bürgermeister Thomas Kerkhoff deutlich. Er bedauerte auch, dass  erstattete Anzeigen von der Staatsanwaltschaft oftmals eingestellt würden. „Das ist ein verheerendes Signal, eine hochauflösende Videoanlage wird uns jedoch die Beweisführung erleichtern,“ hofft der Verwaltungschef.

„Wenn man Strafrecht ernst nehmen will,
dann muss auch Beweisführung möglich sein“
(Bürgermeister Thomas Kerkhoff)

„Was sind denn 50 Euro, da lachen die doch drüber, alles wischiwaschi“ wandte sich Hildegard Kowollik (UWG) gegen den Vorschlag der Verwaltung. Ihr ging die Sanktionierung nicht weit genug:  „Zehn Sozialstunden schrecken mehr ab“. Bürgermeister Kerkhoff wies auf die Verpflichtung zur Verhältnismäßigkeit eines Bußgeldes hin. Zudem kämen bei sauberer Beweisführung ja noch die Kosten des Schadens hinzu.

1 Kommentar zu Kerkhoff: Vandalismus im Freibad wird nicht mehr hingenommen

  1. verärgerter Bürger // 2. Dezember 2016 um 10:36 //

    Der Argumentation des Bürgermeisters kann ich nicht folgen.
    Bei einer überzogenen Parkzeit sind sehr schnell mal eben 20 € fällig. Bei nicht rechtzeitiger Zahlung kommen dann noch weitere Gebühren und Zuschläge dazu und man landet letztlich bei 60 €!
    Was ist daran dann Verhältnismäßig? O D E R, liegt es lediglich daran, das Parkgebühren den Haushalt sanieren?
    Wenn man demnach in ein öffentliches Gebäude- oder Gelände einbricht, sind 50 € gerade angebracht?
    Verstehen kann ich die Argumentation nicht.

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